Wahrscheinlich interessiert es keinen Menschen, warum ich gerade über Maria aus Magdalena recherchiere. (Die Biblische, vielleicht erinnert sich jemand). Aber nun sieht man, wie das Weltliche und das Geistliche sich im Internet zu einem Eintopf vereinigt: Suche ich nach Maria Magdalena, finde ich so etwas (über die Bildsuche in Google).
Was passiert, wenn eine 83-jährige Dame in der örtlichen Bibilothek (Marion County, Florida) ein so obszönes Buch wie „Eat Me“ von Linda Javin findet, in dem vier australische Frauen Details über ihr Sexleben austauschen?
Was vor allem passiert, ist das seither nichts mehr so ist, wie es vorher war. Der Ort, etwa 500 Kilometer nördlich von Miami, Florida, gelegen, kommt einfach nicht zur Ruhe, weil man dort „unschuldigen Kindern“ so etwas zumutet – freilich etwas, das sonst völlig unbeanstandet über die Tresen der Buchhändler und auch der Bibliotheken geht. Doch hier, auf dem Lande, wo sich Fuchs und Haas, sowie Pferdzüchter und Rentner, sozusagen gute Nacht sagen, gab es einen öffentlichen Skandal und eine breit angelegte Diskussion über Sex, Zensur und die Rolle, die eine öffentliche Bibliothek im Leben der Menschen spielen sollte.
Das Ende ist noch nicht gekommen. Wird es wohl auch vorläufig nicht, denn entscheidend wird erst der Tag des jüngsten Gerichts sein: Ein örtlicher Eiferer verkündete, dass die Bibliothekarin dann Jesus Rede und Antwort über die Pornografie stehen müsse, die sie jetzt kleinen Kindern zugänglich mache.
Hier gelesen.
Was vor allem passiert, ist das seither nichts mehr so ist, wie es vorher war. Der Ort, etwa 500 Kilometer nördlich von Miami, Florida, gelegen, kommt einfach nicht zur Ruhe, weil man dort „unschuldigen Kindern“ so etwas zumutet – freilich etwas, das sonst völlig unbeanstandet über die Tresen der Buchhändler und auch der Bibliotheken geht. Doch hier, auf dem Lande, wo sich Fuchs und Haas, sowie Pferdzüchter und Rentner, sozusagen gute Nacht sagen, gab es einen öffentlichen Skandal und eine breit angelegte Diskussion über Sex, Zensur und die Rolle, die eine öffentliche Bibliothek im Leben der Menschen spielen sollte.
Das Ende ist noch nicht gekommen. Wird es wohl auch vorläufig nicht, denn entscheidend wird erst der Tag des jüngsten Gerichts sein: Ein örtlicher Eiferer verkündete, dass die Bibliothekarin dann Jesus Rede und Antwort über die Pornografie stehen müsse, die sie jetzt kleinen Kindern zugänglich mache.
Hier gelesen.
sehpferd - am Samstag, 8. Mai 2004, 20:49 - Rubrik: seltsame welt
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Engländer nehmen die Privatsphäre offenbar wichtiger als wir es tun: Ein englischer Lehrer, von dem Aktaufnahmen im Internet gefunden wurden, darf wieder unterrichten, nachdem er im April vom Dienst suspendiert wurde.
Die zunächst beanstandete Aufnahmen, auf denen der 47-jährige Lehrer im Sitzen lächelnd nackt posiert, war offenbar von Schülern in Umlauf gebracht worden, die das Bild auf einer Seite für Kontaktsuchende gefunden hatten.
Nun wurde die Sache laut einem BBC-Bericht, als Privatangelegenheit des Lehrers bezeichnet. Sie schmälere in keiner Weise seine Fähigkeit, weiter zu lehren.
Die zunächst beanstandete Aufnahmen, auf denen der 47-jährige Lehrer im Sitzen lächelnd nackt posiert, war offenbar von Schülern in Umlauf gebracht worden, die das Bild auf einer Seite für Kontaktsuchende gefunden hatten.
Nun wurde die Sache laut einem BBC-Bericht, als Privatangelegenheit des Lehrers bezeichnet. Sie schmälere in keiner Weise seine Fähigkeit, weiter zu lehren.
sehpferd - am Samstag, 8. Mai 2004, 20:14 - Rubrik: seltsame welt
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Wo Bönen ist, weiß bislang kein Mensch. Doch das könnte sich ändern, denn vorn dort soll bald ein Benefiz-Kalender mit knackigen Männern kommen. Vorerst werden sie noch gesucht, die Herren, und sie dürfen auch noch die Badehose anbehalten, wenn am Himmelfahrtstag das Casting stattfindet.
Der Sprecher der dortigen Bürgerstiftung baute gleich mal moralisch vor: Er wolle weg von dem (Zitat) „frauenfeindlichen Werbeargument Sex Sells“. Wahrscheinlich wird er sich wundern wie viele Frauen sich für den Kalender mit den nackten Herren interessieren – Sex sells nämlich auch in die andere Richtung. Hoffen wir nur mal, dass es für Veranstalter und Nacktdarsteller kein Himmelfahrtskommando wird.
Gelesen im Westfälischen Anzeiger.
Der Sprecher der dortigen Bürgerstiftung baute gleich mal moralisch vor: Er wolle weg von dem (Zitat) „frauenfeindlichen Werbeargument Sex Sells“. Wahrscheinlich wird er sich wundern wie viele Frauen sich für den Kalender mit den nackten Herren interessieren – Sex sells nämlich auch in die andere Richtung. Hoffen wir nur mal, dass es für Veranstalter und Nacktdarsteller kein Himmelfahrtskommando wird.
Gelesen im Westfälischen Anzeiger.
sehpferd - am Freitag, 7. Mai 2004, 20:54 - Rubrik: seltsame welt
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Nicht sekkieren lässt sich ein österreichischer Landesschulrat, und die Zeitung, in der es stand, schreibt noch von „Oranisieren“. Nun, beim „*sekkieren“ wurde ich nach langem Suchen bei leo.org im Übersetzerforum fündig, aber beim Oranisieren fehlt mir nach wie vor die Erläuterung. Sollte es möglich sein, dass es 171 Beiträge im Net von Autoren gibt, die ein „g“ zu wenig im Kopf haben?
Wer die halb nackten Schüler, um die es ging, beim Demonstrieren sehen will, sollte diese Seite besuchen.
* Laut Duden: Sekkieren: (österr., sonst veraltet) für belästigen, quälen.
Wer die halb nackten Schüler, um die es ging, beim Demonstrieren sehen will, sollte diese Seite besuchen.
* Laut Duden: Sekkieren: (österr., sonst veraltet) für belästigen, quälen.
sehpferd - am Freitag, 7. Mai 2004, 20:35 - Rubrik: seltsame welt
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Immer, wenn ich lese, wie Männer ihre Ex-Frauen, Ex-Geliebten oder auch nur Ex-Beischläferinnen verdammen, muss ich ein wenig lächeln, und so auch heute beim Durchblättern der neuen Blog-Einträge. Doch vergeht mir das Lächeln, wenn ich mich in die Rolle jener hineinversetze, deren Leben hier zerfetzt wird.
Ich verstehe, dass der Schmerz oft tiefe Wunden in die Wahrnehmung schlägt, und ich kann gut verstehen, dass man manchen Ex-Partner in die Hölle oder noch einen schlimmeren Ort wünscht.
Aber muss man dann in seinem Blog selbstgefällig urteilen, dass der Partner sein Leben falsch führt? Muss man ihn ständig vorführen, in Quasi einer Öffentlichkeit präsentieren wie ein Tier im Zoo? Ich meine: Nein. In der Öffentlichkeit sollten wir respektvoll über diejenigen reden, mit denen wir einmal Tisch und Bett geteilt haben.
Ich verstehe, dass der Schmerz oft tiefe Wunden in die Wahrnehmung schlägt, und ich kann gut verstehen, dass man manchen Ex-Partner in die Hölle oder noch einen schlimmeren Ort wünscht.
Aber muss man dann in seinem Blog selbstgefällig urteilen, dass der Partner sein Leben falsch führt? Muss man ihn ständig vorführen, in Quasi einer Öffentlichkeit präsentieren wie ein Tier im Zoo? Ich meine: Nein. In der Öffentlichkeit sollten wir respektvoll über diejenigen reden, mit denen wir einmal Tisch und Bett geteilt haben.
sehpferd - am Freitag, 7. Mai 2004, 20:15 - Rubrik: aufgegriffen
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Die deutsche “Ausbildungsabgabe”, die ohnehin ein lächerlicher Auswuchs deutscher Gewerkschaftsmentalität ist, darf nun mit weiterer Häme rechnen: Selbstverständlich müssten auch Bordelle eine „Ausbildungsabgabe“ zahlen, wenn sie nicht genügend „Nachwuchs“ ausbilden würden.
Der „Nachwuchs“ soll sich freilich eher auf „Kellner und kaufmännische Angestellte“ beziehen, ließen die Koalitionäre von SPD und Grünen verlauten. Eine Ausnahme für Bordelle soll es nicht geben – im „zuständigen“ Bildungsministerium befürchtete man „große Abgrenzungsschwierigkeiten“.
Die Meldung des Spiegel wurde über Ananova und ähnliche Nachrichtenkanäle inzwischen über die ganze Welt verbreitet. Wie war das? Lachte da jemand?
Der „Nachwuchs“ soll sich freilich eher auf „Kellner und kaufmännische Angestellte“ beziehen, ließen die Koalitionäre von SPD und Grünen verlauten. Eine Ausnahme für Bordelle soll es nicht geben – im „zuständigen“ Bildungsministerium befürchtete man „große Abgrenzungsschwierigkeiten“.
Die Meldung des Spiegel wurde über Ananova und ähnliche Nachrichtenkanäle inzwischen über die ganze Welt verbreitet. Wie war das? Lachte da jemand?
sehpferd - am Donnerstag, 6. Mai 2004, 23:16 - Rubrik: einig fallerland
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Uganda sucht nach Mitteln gegen die schwindenden Touristenströme, und so wird man nun Nackttänze, dort Ekimansulu genannt, in Kampalas Nachtklubs einführen – und dabei auch noch staatlich kräftig abkassieren: Die Steuer für die Striptease-Bars soll enorm sein.
Ugandas Tourismus-Branche hat in der Vergangenheit versucht, Touristen mit Gorilla-Touren anzulocken – doch die Gorillas leben bösartigerweise im Rebellengebiet an der Grenze zum Kongo, wo 1999 acht Touristen von Rebellen getötet wurden.
Da Gorillas normalerweise kein Interesse daran haben, von Menschen beglotzt zu werden, Stripperinnen aber sehr wohl, kann man den Entschluss eigentlich nur als Gewinn für die Gorillas ansehen.
Gelesen bei der BBC.
Ugandas Tourismus-Branche hat in der Vergangenheit versucht, Touristen mit Gorilla-Touren anzulocken – doch die Gorillas leben bösartigerweise im Rebellengebiet an der Grenze zum Kongo, wo 1999 acht Touristen von Rebellen getötet wurden.
Da Gorillas normalerweise kein Interesse daran haben, von Menschen beglotzt zu werden, Stripperinnen aber sehr wohl, kann man den Entschluss eigentlich nur als Gewinn für die Gorillas ansehen.
Gelesen bei der BBC.
sehpferd - am Donnerstag, 6. Mai 2004, 23:00 - Rubrik: seltsame welt
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Jeans sollen ja sehr sexy sein, besonders, wenn sie teuer sind, und teure Jeans bleiben auch teuer, weil man für sie viel werben muss. Das weiß Calvin Klein natürlich, und setzte bei der Werbung schon häufiger auf etwas gewagten Sex. Jetzt ist er wieder im Gespräch, weil nun Plakate hängen, auf denen eine gelangweilte Blondine einem hemdlosen Jüngling von hinten ans nackte Gesäß fasst. Wäre noch nicht so schlimm, wenn nicht ein anderer gefrustet und vielleicht wartend daneben stünde. Raum für Fantasien ist also vorhanden. „Der zweite Junge sieht ziemlich eifersüchtig aus“ meinte ein Passant. Sicher – fragt sich nur, auf wen.
Gelesen in den New York Daily News.
Gelesen in den New York Daily News.
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Sex sells – glauben jedenfalls viele. In Wirklichkeit verkauft sich ja aber bekanntlich nicht das Steak, sondern das Zischen beim Braten, und also verkauft man das Zischen. Manchmal bleibt einem gar nichts anderes übrig, zum Beispiel, wenn man „Steak“ nicht aussprechen darf. Oder eben Sex. Zu good old Connys Zeiten wussten die Bundesdeutschen davon ein Lied zu singen: Da hieß alles, was den Sex heißer macht, Ehehygiene.
So ähnlich muss es den Firmen gehen, die jetzt in Afghanistan Kondome verkaufen wollen: Das geht eigentlich gar nicht, weil man nicht über Sex reden darf. Doch wie schreibt man dann die Gebrauchsanleitung? Nun, es habe viel Kopfzerbrechen bereitet, sagte ein Unternehmenssprecher des Kondom-Herstellers PSI.
Sein Produkt heißt „Number One“, Nummer Eins also, und was läge da näher, als sich an old Connys Prüdrepublik zu erinnern? Na dies: „Machen sie sich ein besseres Leben, machen sie ihre Familie zur Nummer eins“. So jedenfalls lautet PSIs Afghanistanwerbung
Gelesen in NEWSMAX.
So ähnlich muss es den Firmen gehen, die jetzt in Afghanistan Kondome verkaufen wollen: Das geht eigentlich gar nicht, weil man nicht über Sex reden darf. Doch wie schreibt man dann die Gebrauchsanleitung? Nun, es habe viel Kopfzerbrechen bereitet, sagte ein Unternehmenssprecher des Kondom-Herstellers PSI.
Sein Produkt heißt „Number One“, Nummer Eins also, und was läge da näher, als sich an old Connys Prüdrepublik zu erinnern? Na dies: „Machen sie sich ein besseres Leben, machen sie ihre Familie zur Nummer eins“. So jedenfalls lautet PSIs Afghanistanwerbung
Gelesen in NEWSMAX.
sehpferd - am Mittwoch, 5. Mai 2004, 18:07 - Rubrik: seltsame welt
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Ein Dachshund ist ein Dackel, und ein Dackel ist ein 12-er Pack Bier. Jedenfalls ist er das in Estland und dort auch nur für Finnen. Jene nämlich fallen in Massen in die das EU-Mitgliedland ein – zum Biereinkauf. Neu ist das nicht, aber es ist jetzt eben EU.
Finnen sind sehr moralisch, auch was gesundheitliche Fragen angeht. Käme einer mit einem Einkaufswagen voller Käse- und Zwiebelchips an, so würde er momentan als Problemfall angesehen. Täte er es gar mit Schokolade, so würde er sofort als Problem für die Gesundheitskassen erkannt. Aber Bier und Schnaps in Massen kaufen? Das ist Heldentum, was sonst?
Jugendliche allerdings müssen geschützt werden. Wovor? Vor Erotik: Die Jugendlichen bekommen doch ein völlig falsches Bild vom Leben, wenn sie immer diese halbausgezogenen Modelle sehen müssen, die für Unterwäsche werben. Aber Alkohol? Etwa Bier oder Koskenkorva, eine Art Kornschnaps? Kavaliersdelikte. Nimmt man in Plastiktüten zur Freitagabendsparty im Park mit.
Warum die vielen Worte? Wie man in Finnland ein Programm aufgelegt hat, um den Alkoholkonsum einzudämmen – und der Helsingin Sanomat darüber eine Kolumne geschrieben hat – etwa obigen Inhalts.
Finnen sind sehr moralisch, auch was gesundheitliche Fragen angeht. Käme einer mit einem Einkaufswagen voller Käse- und Zwiebelchips an, so würde er momentan als Problemfall angesehen. Täte er es gar mit Schokolade, so würde er sofort als Problem für die Gesundheitskassen erkannt. Aber Bier und Schnaps in Massen kaufen? Das ist Heldentum, was sonst?
Jugendliche allerdings müssen geschützt werden. Wovor? Vor Erotik: Die Jugendlichen bekommen doch ein völlig falsches Bild vom Leben, wenn sie immer diese halbausgezogenen Modelle sehen müssen, die für Unterwäsche werben. Aber Alkohol? Etwa Bier oder Koskenkorva, eine Art Kornschnaps? Kavaliersdelikte. Nimmt man in Plastiktüten zur Freitagabendsparty im Park mit.
Warum die vielen Worte? Wie man in Finnland ein Programm aufgelegt hat, um den Alkoholkonsum einzudämmen – und der Helsingin Sanomat darüber eine Kolumne geschrieben hat – etwa obigen Inhalts.
sehpferd - am Mittwoch, 5. Mai 2004, 17:50 - Rubrik: seltsame welt
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Ich hatte mehrere Blinddates, von denen einige ihren Ausgang im Internet nahmen. Mehrere dieser Treffen waren in Flugentfernung, so dass man mich nicht einmal vermisst hätte, wenn ich bei einem solchen Treffen in Schwierigkeiten gekommen wäre.
Dieser Tage nun wurde eine Frau umgebracht, die ihren Mörder im Internet kennen gelernt hat. Das erschreckt zunächst: Ist das Internet also voller Mörder? Kann man von Internet-Flirts nur abraten? Sind im Internet verabredete Blinddates lebensgefährlich?
Doch dann ergibt sich die Frage, ob die Form der Kontaktaufnahme in irgendeiner Form etwas mit dem bedauerlichen Tod der Frau zu tun hat. Ja, sie ist bei einem ersten Treffen erstochen worden, und ja, es war ein Blinddate. Aber ob der Kontakt nun im Internet oder durch eine Zeitungsanzeige zustande kam, dürfte wirklich unerheblich sein: wer sich mit einem Fremden verabredet, sollte immer Vorsicht walten lassen.
Dieser Tage nun wurde eine Frau umgebracht, die ihren Mörder im Internet kennen gelernt hat. Das erschreckt zunächst: Ist das Internet also voller Mörder? Kann man von Internet-Flirts nur abraten? Sind im Internet verabredete Blinddates lebensgefährlich?
Doch dann ergibt sich die Frage, ob die Form der Kontaktaufnahme in irgendeiner Form etwas mit dem bedauerlichen Tod der Frau zu tun hat. Ja, sie ist bei einem ersten Treffen erstochen worden, und ja, es war ein Blinddate. Aber ob der Kontakt nun im Internet oder durch eine Zeitungsanzeige zustande kam, dürfte wirklich unerheblich sein: wer sich mit einem Fremden verabredet, sollte immer Vorsicht walten lassen.
sehpferd - am Mittwoch, 5. Mai 2004, 13:58 - Rubrik: nachrichten
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Nachdem der größte Deutsche sich kürzlich beim ZDF durchgequält hat, wird jetzt das „schönste deutsche Wort“ gesucht. Wie es scheint, ist „Darmspiegelung“ aus dem Rennen, eher wird man wohl so etwas wie „Bergamottbirnenklang“ oder „Hintergrundrauschen“ finden.
Doch halt – es gibt eine Hoffnung. Wolfgang Bader nämlich, den Mann vom Goetheinstitut. Der hat nämlich vorgeschlagen, „sinnlich“ als schönstes deutsches Wort zu küren.
Nun frage ich mich natürlich, ob er „Sehpferd Sinnliche Seiten“ liest. Dann wird meine Seite vielleicht noch zum „wollüstigen Feierabendschmaus deutscher Teufelsbraten“ empfohlen. Wie ich gerade darauf komme? Weil auch diese Wörter zur Wahl des Deutschschönwortes anstehen.
Doch halt – es gibt eine Hoffnung. Wolfgang Bader nämlich, den Mann vom Goetheinstitut. Der hat nämlich vorgeschlagen, „sinnlich“ als schönstes deutsches Wort zu küren.
Nun frage ich mich natürlich, ob er „Sehpferd Sinnliche Seiten“ liest. Dann wird meine Seite vielleicht noch zum „wollüstigen Feierabendschmaus deutscher Teufelsbraten“ empfohlen. Wie ich gerade darauf komme? Weil auch diese Wörter zur Wahl des Deutschschönwortes anstehen.
sehpferd - am Dienstag, 4. Mai 2004, 20:57 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Neue Studentenjobs sind in Sicht - freilich noch nicht in Österreich, aber in den USA. Dort startet das Magazin „Playgirl“ nämlich nach Presseberichten einen privaten, unzensierten Kabelsender: nach eigenen Angaben mit „innovativen Sendungen mit den heißesten Jungs und dem erotischsten Sex“, und vor allem mit „toll aussehenden Studenten“.
Soweit zu erfahren war, ist der Sender in Mitteleuropa nicht zu empfangen.
Gewusst hat dies alles die ORF.
Soweit zu erfahren war, ist der Sender in Mitteleuropa nicht zu empfangen.
Gewusst hat dies alles die ORF.
sehpferd - am Dienstag, 4. Mai 2004, 20:40 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sarah Gahan von La Voz, der Hauszeitschrift des „De Anza College“, weiß natürlich, was das beste Sexspielzeug ist: ein Mensch, möglichst aus dem eigenen Haus. Aber irgendwie ist das Beste nicht immer gut genug, und so suchen sich Menschen eben ein paar käufliche Lustverstärker.
Inzwischen hat sie recherchiert und dies erfahren: Nein, es sind nicht hastig wirkende perverse alte Männer, die in den Geschäften zu finden sind, die derlei Spielzeug verkaufen, sondern - Paare. Am besten, man sucht sich etwas, was beiden Spaß macht, meinte die Angestellte eines Shops, das Dildos in Massen hat – und empfiehlt „make your own Dildo“, einen Kunststoffbaukasten, aus dem in kurzer Zeit ein Dildo entsteht – nach dem Vorbild des Mannes.
Freilich sind Paare nicht die einzigen Anwender: Wenn die einzige Beziehung die Beziehung zu sich selbst ist, so die Autorin, dann hat man eben auch den Spaß nur mit sich selbst.
Inzwischen hat sie recherchiert und dies erfahren: Nein, es sind nicht hastig wirkende perverse alte Männer, die in den Geschäften zu finden sind, die derlei Spielzeug verkaufen, sondern - Paare. Am besten, man sucht sich etwas, was beiden Spaß macht, meinte die Angestellte eines Shops, das Dildos in Massen hat – und empfiehlt „make your own Dildo“, einen Kunststoffbaukasten, aus dem in kurzer Zeit ein Dildo entsteht – nach dem Vorbild des Mannes.
Freilich sind Paare nicht die einzigen Anwender: Wenn die einzige Beziehung die Beziehung zu sich selbst ist, so die Autorin, dann hat man eben auch den Spaß nur mit sich selbst.
sehpferd - am Dienstag, 4. Mai 2004, 20:12 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sage noch einer, Deutsche hätten keinen Humor: Wie ein Sprecher der Jury am heutigen Dienstag in Bamberg verkündete, wird der diesjährige Jacob-Grimme Preis an den 80-jährigen Loriot vergeben.
Die Person hinter „Loriot“, der Zeichner, Autor, Schauspieler und Regisseur Vicco von Bülow, hat in den vergangenen Jahrzehnten Deutschland einen neuen, feinen, tiefgründigen Humor geschenkt. Die Grundlage dazu lieferte ihm die 1967 zuerst ausgestrahlte Sendung „Cartoon – eine Sendung quer durch den gezeichneten Humor“, die er zunächst nur moderierte, dann aber zu einer eigenständigen humoristischen Show ausbaute. Viele Zuschauer trauten ihren Augen nicht, als Loriot als erster im deutschen Fernsehen im Rahmen von Cartoon nackte Menschen zeigte.
Der Preis wird an Menschen verliehen, die sich um die Weiterentwicklung und Pflege des Deutschen als Kultursprache hervorgetan haben. Dass ein Humorist eine solche Auszeichnung empfängt, ist freilich nicht die Regel, und auch dies nicht: Dass die Sprachschöpfungen eines Karikaturisten einmal in die Hochsprache eingehen würde. Oder wie Loriot sagen würde: „Das ist fein beobachtet“.
Seine gesammelten Werke gib es bei Amazon.
Die Person hinter „Loriot“, der Zeichner, Autor, Schauspieler und Regisseur Vicco von Bülow, hat in den vergangenen Jahrzehnten Deutschland einen neuen, feinen, tiefgründigen Humor geschenkt. Die Grundlage dazu lieferte ihm die 1967 zuerst ausgestrahlte Sendung „Cartoon – eine Sendung quer durch den gezeichneten Humor“, die er zunächst nur moderierte, dann aber zu einer eigenständigen humoristischen Show ausbaute. Viele Zuschauer trauten ihren Augen nicht, als Loriot als erster im deutschen Fernsehen im Rahmen von Cartoon nackte Menschen zeigte.
Der Preis wird an Menschen verliehen, die sich um die Weiterentwicklung und Pflege des Deutschen als Kultursprache hervorgetan haben. Dass ein Humorist eine solche Auszeichnung empfängt, ist freilich nicht die Regel, und auch dies nicht: Dass die Sprachschöpfungen eines Karikaturisten einmal in die Hochsprache eingehen würde. Oder wie Loriot sagen würde: „Das ist fein beobachtet“.
Seine gesammelten Werke gib es bei Amazon.
sehpferd - am Dienstag, 4. Mai 2004, 16:41 - Rubrik: kult und kultur
Irgendwie hat mich eine Dame Namens Lu verlinkt – leider in einem jener Artikel, die nicht sehr einfallsreich sind. Er beginnt mit den sinnreichen Worten: "Ja, ja, ja, alles klar, pah." Und dabei fällt mir eigentlich nur ein alter Schlager ein: „Ham’ se nicht, ham’ se nicht ‚ ham' se nicht 'ne Frau für mich? Ja, ja, ja, das ham’ wir alles da“.
Es scheint, der Wasserstand ist auch anderwärts gerade besonders niedrig. (Übersetzung Wasserstand = Niveau). Schade, liebe Luise – auch du hast schon mal Besseres geschrieben. Dennoch: Danke für die Besucher.
Es scheint, der Wasserstand ist auch anderwärts gerade besonders niedrig. (Übersetzung Wasserstand = Niveau). Schade, liebe Luise – auch du hast schon mal Besseres geschrieben. Dennoch: Danke für die Besucher.
sehpferd - am Dienstag, 4. Mai 2004, 12:21 - Rubrik: papierkorb nachrichten
Nein, überheblich ist sie gar nicht, diese Feministinnengöttin von eigenen Gnaden, bürgerlich Alice Schwarzer, Herausgeberin eines einschlägigen Magazins Namens Emma. „Es blieb mir vorbehalten, 1993 in einer Bildanalyse aufzuzeigen, dass (Helmut) Newtons Fotos nicht nur sexistisch, sondern auch rassistisch sind“. Das schrieb sie gerade. In Emma, im Jahre 2004, und ballt dabei die Faust gegen das Berliner Newton-Museum.
Ach, wie gut, wenn man Kompetenz hat. Fotos, liebe Frau Schwarzer, sind zunächst gar nichts als Ansammlungen von strukturierten Silberpartikeln, hinter denen stehen mag, was will.
Eine Bildaussage allerdings entsteht erst im Gehirn des Betrachters: so nimmt nicht wunder, dass die Dame Schwarzer die Fotos als sexistisch empfindet – ich empfinde sie beispielsweise als trivial-erotisch. Von „rassistisch“ reden wir besser gar nicht – da müssten wir erst einmal an den Sargdeckeln der vielen Fotografen klappern, die im kolonialisierten Afrika schwarze Schönheiten für Postkarten abgelichtet haben.
Vermutlich hat die Emma-Herausgeberin in einem Punkt Recht: Newton wird als Künstler bisweilen überschätzt. Das liegt aber nicht an irgendwelchen „Schuldreflexen“ sonder daran, dass verbindliche Maßstäbe für den künstlerischen Wert einer Fotografie noch nicht gefunden wurden. Da kann man fragen „wie auch?“, wenn der eigentliche Urheber einer Fotografie das Licht ist.
Man Ray, der orakelnde Malerfotograf, hat es immer gewusst: „Fotografie ist keine Kunst“, sagte er, um später hinzuzufügen „aber Fotografie kann Kunst sein“. An dieser Nuss knackt die fotografische Welt bis heute.
Gefunden habe ich das Ganze bei: Doloresse.
Ach, wie gut, wenn man Kompetenz hat. Fotos, liebe Frau Schwarzer, sind zunächst gar nichts als Ansammlungen von strukturierten Silberpartikeln, hinter denen stehen mag, was will.
Eine Bildaussage allerdings entsteht erst im Gehirn des Betrachters: so nimmt nicht wunder, dass die Dame Schwarzer die Fotos als sexistisch empfindet – ich empfinde sie beispielsweise als trivial-erotisch. Von „rassistisch“ reden wir besser gar nicht – da müssten wir erst einmal an den Sargdeckeln der vielen Fotografen klappern, die im kolonialisierten Afrika schwarze Schönheiten für Postkarten abgelichtet haben.
Vermutlich hat die Emma-Herausgeberin in einem Punkt Recht: Newton wird als Künstler bisweilen überschätzt. Das liegt aber nicht an irgendwelchen „Schuldreflexen“ sonder daran, dass verbindliche Maßstäbe für den künstlerischen Wert einer Fotografie noch nicht gefunden wurden. Da kann man fragen „wie auch?“, wenn der eigentliche Urheber einer Fotografie das Licht ist.
Man Ray, der orakelnde Malerfotograf, hat es immer gewusst: „Fotografie ist keine Kunst“, sagte er, um später hinzuzufügen „aber Fotografie kann Kunst sein“. An dieser Nuss knackt die fotografische Welt bis heute.
Gefunden habe ich das Ganze bei: Doloresse.
sehpferd - am Dienstag, 4. Mai 2004, 12:12 - Rubrik: lichtbilder - photography
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

