Der Jungbauernkalender 2005 wirft seine Schatten voraus, und deshalb stellt man schon mal eines der Modelle in der Presse vor. Diesmal ist es ein 17-jähriger Jüngling aus Tirol, der im nächsten Jahr in zahlreichen Mädchenzimmern den Juni versüßen wird: Pascal heißt der Knabe mit Plüschaugen und Feinripphose. Letztere mochte er nicht – die Fotografien aber schon. Sieht aus, als hätte er sie etwas hastig (wieder) angezogen – sie sitzt nämlich nicht gut.
Sehen kann man das auf dem Foto, das in diesem Artikel veröffentlicht wurde.
Die Fotografin schien (mindestens, was die Herren betrifft) ohnehin einen sehr eigenartigen Geschmack bei den Dessous zu haben, wie man hier sehen kann.
Sehen kann man das auf dem Foto, das in diesem Artikel veröffentlicht wurde.
Die Fotografin schien (mindestens, was die Herren betrifft) ohnehin einen sehr eigenartigen Geschmack bei den Dessous zu haben, wie man hier sehen kann.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 21:47 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Im Rahmen der „Berliner Literaturkritik“ wird am Dienstag, 26.Oktober 2004, auch das Buch „Blogs!“ vorgestellt. Mir war neu, dass Buchproduktion dieser Art den Titel „Literatur“ verdienen, aber wie sagte einst Fritz Teufel? „Wenn es denn der Wahrheitsfindung dient“.
Auch nach längerem Suchen konnte ich freilich keine Veranstaltung finden, in der die literarische Substanz des Berliner Telefonbuches behandelt worden wäre, was ich sehr bedauerlich finde.
Anwesend sein werden bei der "Blogs!"-Würdigung angeblich auch namhafte deutschsprachige Blogger(innen) und stattfinden soll es am Dienstag, 26. Oktober im „Roten Salon“, Rosa-Luxemburg-Platz 2, 10178 Berlin (Mitte).
Auch nach längerem Suchen konnte ich freilich keine Veranstaltung finden, in der die literarische Substanz des Berliner Telefonbuches behandelt worden wäre, was ich sehr bedauerlich finde.
Anwesend sein werden bei der "Blogs!"-Würdigung angeblich auch namhafte deutschsprachige Blogger(innen) und stattfinden soll es am Dienstag, 26. Oktober im „Roten Salon“, Rosa-Luxemburg-Platz 2, 10178 Berlin (Mitte).
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 19:51 - Rubrik: blog nachrichten
Amerikanische Blogger machen Politik, deutsche Blogger unterstützen eine Comic-Figur der Schuhfabrik Salamander, die jetzt abserviert wurde: Lurchi. „Und in den Blogs klingt’s lange noch: Salamander lebe hoch“. Na denn.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 19:34 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Jimmy macht sich Gedanken über das Bloggen: „Ist Bloggen nur etwas für Dampfplauderer, Weltverbesserer, Labertaschen, notorische Selbstdarsteller und Besserwisser?“, fragt er – in seinem Blog. Aber ach – es waren „Gedanken an einem Novembertag im Oktober“. Ich hatte heute einen Septembertag im Oktober. Ob das Wetter die Einstellung zum Bloggen beeinflusst? Eines ist jedenfalls sicher: Noch weniger als beim Bloggen kann man nur an der Schießbude auf dem Jahrmarkt gewinnen. Ich jedenfalls schreibe tiefrote Zahlen mit diesem Blog – in jeder Hinsicht. Ob mich das am Bloggen hindert? Noch nicht. Noch glaube ich, mit dem Blog in meine Zukunft zu investieren.
Wenn es nicht klappt, wechsele ich eben das Medium.
Wenn es nicht klappt, wechsele ich eben das Medium.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 19:09 - Rubrik: blog nachrichten
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Am Tage eine CD-Verkäuferin, aber stets eine Domina – so beschreibt sie sich selbst. Warum sie hier vorkommt? Weil sie auch eine Bloggerin ist. Sie heißt Octavia Arena und ich wundere mich ein bisschen, wo sie noch die Zeit fürs Bloggen her nimmt, denn die Kunden einer Domina können ganz schön anstrengend sein – oder irre ich mich da?
Nun, vielleicht bekommt sie all die schönen Dinge ja wirklich, die in ihrer Amazon-Wunschliste stehen. Kleinlich ist sie da nicht.
Nun, vielleicht bekommt sie all die schönen Dinge ja wirklich, die in ihrer Amazon-Wunschliste stehen. Kleinlich ist sie da nicht.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 14:49 - Rubrik: blog nachrichten
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Wie wir alle wissen, hat Deutschland weder Zukunftsprobleme noch Zukunftspläne. Wir schwimmen in unserem Alltag herum wie die Fische in der Fischsuppe. Unterhaltung muss sein, und natürlich „gehobene“: der größte Deutsche, das schönste deutsche Wort. Der Sieger: „Habseligkeiten“. Ein Wort, das auf „Keiten“ endet. Fast so schön wie Ordnungswidrigkeiten. "Heiten" und "Keiten", ein Topf Buntes. Die Begründung kommt mir sentimental daher, so als wolle dieses Land zurück auf den geistigen Stand eines 6-jährigen Knaben, auf den wohl zutreffen kann, dass er in seiner Hosentasche "ein paar Habseligkeiten" aufbewahrt.
Kein Wunder, dass „Geborgenheit“ auf Platz zwei fiel. Ach bitte, ich hörte, die Vorsitzende des Deutschen Sprachrats sei beteiligt gewesen? Armes Deutschland.
Kein Wunder, dass „Geborgenheit“ auf Platz zwei fiel. Ach bitte, ich hörte, die Vorsitzende des Deutschen Sprachrats sei beteiligt gewesen? Armes Deutschland.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 12:55 - Rubrik: einig fallerland
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Auch im so genannten „Groschenroman“ findet der Wertewandel statt – allerdings in „kleinen Dosen“, stellt. Sagt Elfie Ligensa, Cheflektorin bei Bastei, der Berliner „Morgenpost“. Ansonsten muss man sich dort um die Dosen keine Sorgen machen. Das Geschäft brummt. Der Wertwandel zeige sich, so die Lektorin, unter anderem darin, dass Frauen nun nicht mehr gleich sterben müssten, wenn sie sich trennen wollten – Scheidungen seien schon mal „drin“.
Krisenzeiten sollen angeblich gut sein für Groschenhefte – und deswegen würden jetzt so viele verkauft. Doch auch die Wiedervereinigung brachte offenbar einen neuen Boom – der Traum vom großen Glück muss eben wahr werden – und sei es beim Lesen der Groschenhefte.
Allzu viel Sex ist freilich immer noch nicht drin. Das Zielpublikum, überwiegend Frauen, läse aber auch schon mal Erotik – „Tiffany" heißt das einschlägige Produkt des Cora-Verlages. Bastei will davon nichts wissen. Man sei damit nur „auf die Schnauze gefallen“.
Dazu fallen mir noch zwei Gedanken ein. Der Erste: glückliches England. Dort gibt er erotische, aber auch sadomasochistische Internatsliteratur in Hülle und Fülle – vermutlich eine bittersüße Erinnerung an die Zeiten, als noch der Rohrstock die Zucht sicher stellte und lesbische Beziehungen in aller Stille trotz Verbots lebhaft vollzogen wurden. Die Autorinnen wurden eine Zeit lang verdächtigt, Männer zu sein, was sich als falsch erwies. Wie man sieht, gibt es einen Markt für weibliche erotische Literatur. Er muss nur gefunden werden.
Das Zweite: der Kampf gegen die Groschenliteratur, gegen Schuschmu, wie man in meiner Jugend sagte, also Schund und Schmutz. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Also, am liebsten wäre unseren Lehrern ja gewesen, wir hätten Goethe, Schiller und „gute Jugendbücher“ gelesen und wären emotional so geworden wie Albert Schweitzer. Wollten wir aber nicht. Wir wollten Micky Maus und Jerry Cotton lesen.
Es scheint, seither habe sich wenig geändert. Längst hat der Groschenroman seinen festen Platz im Fernsehen: die Seifenopern, die selbst von den „öffentlich-rechtlichen“ Anstalten überreichlich gesendet werden. Das Volk will die schöne Illusion. So weit, so gut. Nur dass immer mehr junge Menschen die schöne Illusion mit der Realität verwechseln. Das Leben ist hart, aber eben ganz anders hart. Und es ist schön. Aber eben ganz anders schön.
Krisenzeiten sollen angeblich gut sein für Groschenhefte – und deswegen würden jetzt so viele verkauft. Doch auch die Wiedervereinigung brachte offenbar einen neuen Boom – der Traum vom großen Glück muss eben wahr werden – und sei es beim Lesen der Groschenhefte.
Allzu viel Sex ist freilich immer noch nicht drin. Das Zielpublikum, überwiegend Frauen, läse aber auch schon mal Erotik – „Tiffany" heißt das einschlägige Produkt des Cora-Verlages. Bastei will davon nichts wissen. Man sei damit nur „auf die Schnauze gefallen“.
Dazu fallen mir noch zwei Gedanken ein. Der Erste: glückliches England. Dort gibt er erotische, aber auch sadomasochistische Internatsliteratur in Hülle und Fülle – vermutlich eine bittersüße Erinnerung an die Zeiten, als noch der Rohrstock die Zucht sicher stellte und lesbische Beziehungen in aller Stille trotz Verbots lebhaft vollzogen wurden. Die Autorinnen wurden eine Zeit lang verdächtigt, Männer zu sein, was sich als falsch erwies. Wie man sieht, gibt es einen Markt für weibliche erotische Literatur. Er muss nur gefunden werden.
Das Zweite: der Kampf gegen die Groschenliteratur, gegen Schuschmu, wie man in meiner Jugend sagte, also Schund und Schmutz. Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Also, am liebsten wäre unseren Lehrern ja gewesen, wir hätten Goethe, Schiller und „gute Jugendbücher“ gelesen und wären emotional so geworden wie Albert Schweitzer. Wollten wir aber nicht. Wir wollten Micky Maus und Jerry Cotton lesen.
Es scheint, seither habe sich wenig geändert. Längst hat der Groschenroman seinen festen Platz im Fernsehen: die Seifenopern, die selbst von den „öffentlich-rechtlichen“ Anstalten überreichlich gesendet werden. Das Volk will die schöne Illusion. So weit, so gut. Nur dass immer mehr junge Menschen die schöne Illusion mit der Realität verwechseln. Das Leben ist hart, aber eben ganz anders hart. Und es ist schön. Aber eben ganz anders schön.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 12:31 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Falls die Damen unter meinen Leserinnen (man beachte die Formulierung) in Zukunft einmal mit dem kleinen Handtäschchen (oder viielleicht ganz ohne?) ausgehen wollen könnten sie die unersetzlichen Handschellen in demselben vielleicht durch dies hier ersetzen.
Zwei Kondome finden in dem nämlichen Täschchen sicher auch noch Platz. Gehen sie nicht ohne.
Thanks, Tom4U
Zwei Kondome finden in dem nämlichen Täschchen sicher auch noch Platz. Gehen sie nicht ohne.
Thanks, Tom4U
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 11:24 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags
Nicht, dass ich nicht gelacht hätte, gestern Abend, als ich „Scheibenwischer“ gesehen habe. Gekonnte Satire wird immer ihr Publikum haben, geschickt angebrachter Wortwitz wohl immer einen lachendes und schmunzelndes Publikum, und das politische Kabarett erfüllt seine beiden Aufgaben nach wie vor: die Politiker auf die Schippe zu nehmen und das Publikum dennoch zum Nachdenken anzuregen.
Nur, dass ich an verschiedenen Stellen nicht mehr lachen kann. Dann nämlich, wenn der Kabarettist eine ironische Nummer darbieten will, die in linksromantischen Kreisen vielleicht noch als „witzig“ durchkommt, in Wahrheit aber bereits die nackte Wahrheit ist – und so verlor der Beitrag über Hartz dann eben seinen ganzen Witz.
Oder wenn der Bundespräsident allein deswegen verulkt wird, weil er den Deutschen Mut machen will: Das ist einfach so dümmlich, dass es nicht mehr erträglich ist. Nein, nein, liebe Scheibenwischer-Macher: BILD-Stil bleibt BILD-Stil, auch wenn er auf SPIEGEL-Ebene ausgetragen wird.
Vielleicht liegt es auch an mir. Daran, dass ich älter werde. Daran, dass ich meine linken Hitzephasen hinter mir habe. Daran, dass ich inzwischen abwägen kann. Insoweit sind die Kabarettisten arm dran: Irgendwie erscheint es mir so, als sei ein Teil von ihnen in den linken Kinderschuhen stehen geblieben (nicht Dieter Hildebrandt, der glänzt ja durch scharfsinnigen Wortwitz). Doch die Welt verändert sich, und mit ihr müsste sich auch das politische Kabarett verändern.
Wer hier schreibt, kommt sicher nicht darum herum, sich mit der Troll-Geschichte zu beschäftigen, die hier gerade Furore macht. Sie zeigt einerseits, dass Blogs sehr wichtig genommen werden – übermäßig wichtig, wenn sie mich fragen. Zum Zweiten zeigt sie auch, dass Blogs in „Kommunen“ existieren, und dass sich die Kommunardinnen und Kommunarden gegenseitig die Bälle zuspielen – so, wie man dies unter Freundinnen und Freunden eben tut. Nun haben „Blogs“ und „Kommunen“ zwar nichts ursächlich miteinander zu tun, aber dies wird schlicht ignoriert: Wer sich zufälligerweise beim gleichen Blogbetreiber einnistet, der gehört zur Kommune. Punkt. Friss es oder stirb. Punkt.
Man kann diese Einstellung als Kindergartenphilosophie beschreiben oder als das soziale Verhalten virtueller Affengruppen, man kann es groß reden oder klein, eines ist sicher: Es existiert, und es ist (angeblich) toll für diejenigen, die es mögen – und (sicher) absolut lästig für diejenigen, die es nicht wollen.
Sicher, man kann sich schützen. Zum Beispiel dadurch, dass man eben nicht dem Vorschlag des Blogbetreibers folgt, anderwärts Kommentare abzugeben. Beispielsweise dadurch, dass man selbst keine Kommentare zulässt oder sie einfach löscht. Das, indessen, ist keine Lösung. Die Rückkoppelung der Bloggerinnen und Blogger untereinander kann sinnvoll und gewollt sein, und so entstehen eben auch Konflikte.
Der aktuelle Fall entstand dadurch, dass sich ein Mensch auf den populären Blogs der beliebtesten Damen hier (und einiger weniger Herren) mit Kommentaren breit gemacht hat. Der Mann hat durchaus Wortgewalt, gelegentlich Wortwitz, aber offenbar nicht die Fähigkeit, zu wissen, wann Schluss ist – und dass der Klügere nachgibt, einlenkt, notfalls ignoriert. Ich mache das inzwischen auch so. Ich zitiere nur noch Blogs, die mir gefallen oder die den Zeitgeist überaus deutlich repräsentieren.
Ich las gerade, dass nun die Robin Hoods aus den Gebüschen hervorschnellen, um dem nämlichen Blogger zur Hilfe zu eilen. Da ich mich zum Kämpfer der Entrechteten nicht eigne und auch keinen grünen Anzug habe, muss ich mich distanzieren. Blogger sind, mehr noch als diejenigen, die keine Öffentlichkeit mögen, für sich selbst verantwortlich.
Aber dies mag ich noch sagen: Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Aber ein Troll ist nicht ein Troll ist nicht ein Troll. Ich habe versprochen, keine Zitate aufzuheben und denjenigen zu verzeihen, die unter der Gürtellinie geschossen haben. Es waren ein paar namhafte Edeltrolle darunter, und ja, ich gebe zu, mich gelegentlich trollhaft benommen zu haben. Offenbar gehört dies zum Bloggen ab und an dazu. Aber ich lerne.
In diesem Sinne. Einen schönen Sonntag.
Nicht, dass ich nicht gelacht hätte, gestern Abend, als ich „Scheibenwischer“ gesehen habe. Gekonnte Satire wird immer ihr Publikum haben, geschickt angebrachter Wortwitz wohl immer einen lachendes und schmunzelndes Publikum, und das politische Kabarett erfüllt seine beiden Aufgaben nach wie vor: die Politiker auf die Schippe zu nehmen und das Publikum dennoch zum Nachdenken anzuregen.
Nur, dass ich an verschiedenen Stellen nicht mehr lachen kann. Dann nämlich, wenn der Kabarettist eine ironische Nummer darbieten will, die in linksromantischen Kreisen vielleicht noch als „witzig“ durchkommt, in Wahrheit aber bereits die nackte Wahrheit ist – und so verlor der Beitrag über Hartz dann eben seinen ganzen Witz.
Oder wenn der Bundespräsident allein deswegen verulkt wird, weil er den Deutschen Mut machen will: Das ist einfach so dümmlich, dass es nicht mehr erträglich ist. Nein, nein, liebe Scheibenwischer-Macher: BILD-Stil bleibt BILD-Stil, auch wenn er auf SPIEGEL-Ebene ausgetragen wird.
Vielleicht liegt es auch an mir. Daran, dass ich älter werde. Daran, dass ich meine linken Hitzephasen hinter mir habe. Daran, dass ich inzwischen abwägen kann. Insoweit sind die Kabarettisten arm dran: Irgendwie erscheint es mir so, als sei ein Teil von ihnen in den linken Kinderschuhen stehen geblieben (nicht Dieter Hildebrandt, der glänzt ja durch scharfsinnigen Wortwitz). Doch die Welt verändert sich, und mit ihr müsste sich auch das politische Kabarett verändern.
Wer hier schreibt, kommt sicher nicht darum herum, sich mit der Troll-Geschichte zu beschäftigen, die hier gerade Furore macht. Sie zeigt einerseits, dass Blogs sehr wichtig genommen werden – übermäßig wichtig, wenn sie mich fragen. Zum Zweiten zeigt sie auch, dass Blogs in „Kommunen“ existieren, und dass sich die Kommunardinnen und Kommunarden gegenseitig die Bälle zuspielen – so, wie man dies unter Freundinnen und Freunden eben tut. Nun haben „Blogs“ und „Kommunen“ zwar nichts ursächlich miteinander zu tun, aber dies wird schlicht ignoriert: Wer sich zufälligerweise beim gleichen Blogbetreiber einnistet, der gehört zur Kommune. Punkt. Friss es oder stirb. Punkt.
Man kann diese Einstellung als Kindergartenphilosophie beschreiben oder als das soziale Verhalten virtueller Affengruppen, man kann es groß reden oder klein, eines ist sicher: Es existiert, und es ist (angeblich) toll für diejenigen, die es mögen – und (sicher) absolut lästig für diejenigen, die es nicht wollen.
Sicher, man kann sich schützen. Zum Beispiel dadurch, dass man eben nicht dem Vorschlag des Blogbetreibers folgt, anderwärts Kommentare abzugeben. Beispielsweise dadurch, dass man selbst keine Kommentare zulässt oder sie einfach löscht. Das, indessen, ist keine Lösung. Die Rückkoppelung der Bloggerinnen und Blogger untereinander kann sinnvoll und gewollt sein, und so entstehen eben auch Konflikte.
Der aktuelle Fall entstand dadurch, dass sich ein Mensch auf den populären Blogs der beliebtesten Damen hier (und einiger weniger Herren) mit Kommentaren breit gemacht hat. Der Mann hat durchaus Wortgewalt, gelegentlich Wortwitz, aber offenbar nicht die Fähigkeit, zu wissen, wann Schluss ist – und dass der Klügere nachgibt, einlenkt, notfalls ignoriert. Ich mache das inzwischen auch so. Ich zitiere nur noch Blogs, die mir gefallen oder die den Zeitgeist überaus deutlich repräsentieren.
Ich las gerade, dass nun die Robin Hoods aus den Gebüschen hervorschnellen, um dem nämlichen Blogger zur Hilfe zu eilen. Da ich mich zum Kämpfer der Entrechteten nicht eigne und auch keinen grünen Anzug habe, muss ich mich distanzieren. Blogger sind, mehr noch als diejenigen, die keine Öffentlichkeit mögen, für sich selbst verantwortlich.
Aber dies mag ich noch sagen: Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose. Aber ein Troll ist nicht ein Troll ist nicht ein Troll. Ich habe versprochen, keine Zitate aufzuheben und denjenigen zu verzeihen, die unter der Gürtellinie geschossen haben. Es waren ein paar namhafte Edeltrolle darunter, und ja, ich gebe zu, mich gelegentlich trollhaft benommen zu haben. Offenbar gehört dies zum Bloggen ab und an dazu. Aber ich lerne.
In diesem Sinne. Einen schönen Sonntag.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Niemand braucht den sozialen Staat so nötig wie die Konservativen. Der Grund ist einfach: Ein Mensch, der wenig verdient, sozial aber nach allen Seiten abgesichert ist, neidet der konservativen Klientel ihre höheren Einkommen und Vermögenseinkünfte nicht. Dies bedeutet im Endeffekt, dass es keine oder allenfalls wenig soziale Unruhen im Land gibt.
Insofern sollte die konservative Partei, also die CDU, eigentlich der Wortführer eines sozialen Staates sein, in der jeder Mensch, der Geld verdient, einen gerechten Teil abgibt, um soziale Sicherheit zu erlangen.
Ich habe es anderwärts schon gesagt, aber ich sage es heute nochmals, deutlicher: Frau Merkel hat keine blasse Ahnung, was eine konservative Partei ist, was soziale Gerechtigkeit ist und was der deutsche Arbeiter oder Angestellte denkt: Sie ist im falschen Wirtschafts- und Sozialsystem groß geworden, hat die falsche Gesellschaftskunde genossen und macht nun eben die falsche Politik ohne wirklichen konservativen Hintergrund.
Wer so viel falsch macht, sollte sich aus der Politik zurückziehen. Konservative Politik ist soziale Politik, und Zwangsversicherung für Arbeiter und Angestellte geht nur mit sozialem Ausgleich.
Insofern sollte die konservative Partei, also die CDU, eigentlich der Wortführer eines sozialen Staates sein, in der jeder Mensch, der Geld verdient, einen gerechten Teil abgibt, um soziale Sicherheit zu erlangen.
Ich habe es anderwärts schon gesagt, aber ich sage es heute nochmals, deutlicher: Frau Merkel hat keine blasse Ahnung, was eine konservative Partei ist, was soziale Gerechtigkeit ist und was der deutsche Arbeiter oder Angestellte denkt: Sie ist im falschen Wirtschafts- und Sozialsystem groß geworden, hat die falsche Gesellschaftskunde genossen und macht nun eben die falsche Politik ohne wirklichen konservativen Hintergrund.
Wer so viel falsch macht, sollte sich aus der Politik zurückziehen. Konservative Politik ist soziale Politik, und Zwangsversicherung für Arbeiter und Angestellte geht nur mit sozialem Ausgleich.
sehpferd - am Sonntag, 24. Oktober 2004, 10:17 - Rubrik: einig fallerland
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Manchmal beschäftige ich mich ja schon mit merkwürdigen Dingen. Zum Beispiel mit den Öhrchen der Audiophylen, die glauben, dass in PVC gepresste Schallrillen musikalisch wertvoller sind als die schnöde digitale Beschreibung derselben Töne. Natürlich nicht physikalisch – gehörmäßig eben.
Bei so viel Hörvermögen erstaunt, dass die Damen und Herren Sammler normalerweise nicht einmal wissen, woraus ihre Platten bestehen – aus PVC nämlich, und selbst, wenn ich jetzt verlacht werde: PVC altert – nicht nur das weiche in Kabeln und Schläuchen, sondern auch das harte in Fußbodenbelägen und Schallplatten. Was sagte doch einst der Kenner: Sie würden aus einer Mischung von PVC, Wachs (als Gleitmittel), Ruß und noch ein paar Hilfsstoffen hergestellt.
Nur: Alles, was im PVC drin ist, altert auch, wandert eventuell aus und verändert damit die Konsistenz des Materials über die Jahre – und das bei den winzigen Rillchen, die angeblich 20.000 Schwingungen enthalten können?
Ich denke, eines ist sicher: Vinyl-Liebhabern wird die Hucke voll gelogen über den Zustand „ladenfrisch“, wenn eine Schallplatte 40 Jahre alt ist (ja, ja, so alt sind die Dinger schon) – und auch darüber, wie die Frequenzbänder nicht theoretisch, sondern tatsächlich sind, nämlich deutlich niedriger.
Nun, was meinen die Gelehrten?
Bei so viel Hörvermögen erstaunt, dass die Damen und Herren Sammler normalerweise nicht einmal wissen, woraus ihre Platten bestehen – aus PVC nämlich, und selbst, wenn ich jetzt verlacht werde: PVC altert – nicht nur das weiche in Kabeln und Schläuchen, sondern auch das harte in Fußbodenbelägen und Schallplatten. Was sagte doch einst der Kenner: Sie würden aus einer Mischung von PVC, Wachs (als Gleitmittel), Ruß und noch ein paar Hilfsstoffen hergestellt.
Nur: Alles, was im PVC drin ist, altert auch, wandert eventuell aus und verändert damit die Konsistenz des Materials über die Jahre – und das bei den winzigen Rillchen, die angeblich 20.000 Schwingungen enthalten können?
Ich denke, eines ist sicher: Vinyl-Liebhabern wird die Hucke voll gelogen über den Zustand „ladenfrisch“, wenn eine Schallplatte 40 Jahre alt ist (ja, ja, so alt sind die Dinger schon) – und auch darüber, wie die Frequenzbänder nicht theoretisch, sondern tatsächlich sind, nämlich deutlich niedriger.
Nun, was meinen die Gelehrten?
sehpferd - am Samstag, 23. Oktober 2004, 21:27 - Rubrik: aufgegriffen
Wir alle wussten natürlich, dass eine Frau erst so richtig aufblüht, wenn sie damit beginnt, für ihren Liebhaber schöne Wäsche zu tragen – unten, weil man sie sehen könnte, und oben, weil man sie dort auch dann sieht, wenn man gar nicht richtig hinguckt. Auch über die Farbe weiß die Welt etwas: Schwarze Spitzen gehen immer, ansonsten hat jede Farbe ihre Liebhaber, bis auf Gelb, Fleischfarben und Beige.
Frauen, die schwarze oder rote Wäsche jeglichen Gewebes oder Samt als Stoff auswählen, sondern besonders willig wirken – meint die Welt in ihrer Unterwäsche-Farbenlehre. Ansonsten empfiehlt sie Frauen, mit Männern doch häufiger mal in die Wäscheabteilung zu gehen: Zitat: „Seine Kreditkarte kennt keine Grenzen, sein sonniges Lächeln verrät der Welt, dass er von diesen Einkäufen in Kürze auf angenehmste Weise profitieren wird.“
Noch ein Tipp dazu: Den Herrn mindestens zwei bis drei Garnituren und ein Abendessen bezahlen lassen, bevor man sich in den Dessous zeigt, sonst ist es nicht profitabel.
PS: Grün kommt auch nicht in Frage? Oh, sehen sie, hier.
Frauen, die schwarze oder rote Wäsche jeglichen Gewebes oder Samt als Stoff auswählen, sondern besonders willig wirken – meint die Welt in ihrer Unterwäsche-Farbenlehre. Ansonsten empfiehlt sie Frauen, mit Männern doch häufiger mal in die Wäscheabteilung zu gehen: Zitat: „Seine Kreditkarte kennt keine Grenzen, sein sonniges Lächeln verrät der Welt, dass er von diesen Einkäufen in Kürze auf angenehmste Weise profitieren wird.“
Noch ein Tipp dazu: Den Herrn mindestens zwei bis drei Garnituren und ein Abendessen bezahlen lassen, bevor man sich in den Dessous zeigt, sonst ist es nicht profitabel.
PS: Grün kommt auch nicht in Frage? Oh, sehen sie, hier.
sehpferd - am Samstag, 23. Oktober 2004, 19:23 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Manche Richter müssen sich mit seltsamen Fällen herumschlagen: so zum Beispiel dieser, in dem es darum ging, ob ein nackter Mann in der Öffentlichkeit nur dann gegen das Gesetz verstößt, wenn ihn jemand sieht oder ob er bereits unsittlich handelt, wenn ihn niemand sieht.
Fragt sich natürlich, wie jemand einen Mann nackt sehen kann, wenn ihn niemand gesehen hat. Die Lösung: Die Polizei hat den bekleideten Mann irgendwie für verdächtig gehalten, dann ein Video in der Kamera angesehen, die er bei sich trug und dabei festgestellt, dass er sich in der Öffentlichkeit nackt selbst gefilmt hatte.
Der Richter hatte ein Einsehen mit dem Herrn: Ein nackter Mann, den niemand gesehen hat, kann nicht dafür bestraft werden, in der Öffentlichkeit nackt gesehen worden zu sein.
Fragt sich natürlich, wie jemand einen Mann nackt sehen kann, wenn ihn niemand gesehen hat. Die Lösung: Die Polizei hat den bekleideten Mann irgendwie für verdächtig gehalten, dann ein Video in der Kamera angesehen, die er bei sich trug und dabei festgestellt, dass er sich in der Öffentlichkeit nackt selbst gefilmt hatte.
Der Richter hatte ein Einsehen mit dem Herrn: Ein nackter Mann, den niemand gesehen hat, kann nicht dafür bestraft werden, in der Öffentlichkeit nackt gesehen worden zu sein.
sehpferd - am Samstag, 23. Oktober 2004, 13:43 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Was auf einem Bildschirm erscheint, ist flüchtig. Manchmal ist das gut so. Man hat mehrere Möglichkeiten: Gar nicht speichern, speichern, aber nicht veröffentlichen, oder speichern und veröffentlichen. Wieso so etwas das Licht der Welt erblickt (nicht wegen der politischen Richtung, sondern wegen der Ausdrucksweise) ist mir allerdings schleierhaft.
Mich schaudert es. So etwas darf einfach nicht aus den Kladden heraus - und das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit dem Anspruch, sich wenigstens in der Öffentlichkeit so auszudrücken, dass es noch die Möglichkeit einer Erwiderung gibt.
Mich schaudert es. So etwas darf einfach nicht aus den Kladden heraus - und das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit dem Anspruch, sich wenigstens in der Öffentlichkeit so auszudrücken, dass es noch die Möglichkeit einer Erwiderung gibt.
sehpferd - am Samstag, 23. Oktober 2004, 09:17 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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Ein Troll ist jemand, der auf Webseiten, insbesondere aber in Blogs, unqualifizierte Kommentare hinterlässt und damit andere Leute ärgert. Ich muss gestehen, dass ich mich auch schon geärgert habe, und nicht nur über die Trolle, sondern auch über manche wirklich ausgezeichneten Blogger, die sich bei anderen aber als Edeltrolle erweisen. Mittlerweile habe ich einen dieser Konflikte beigelegt, aber auch Edeltrolle sind mir, das darf ich meinen Lesern hier ruhig verraten, ausgesprochen lästig. Ich lasse sie einmal zu, und dann lösche ich sie wie die Trolle auch.
All das heißt nicht, dass ich mich nicht auch ab und an trollhaft benommen habe, und ich frage mich, wer denn schon frei davon ist. Die meisten Kommentare zu jenen Beiträgen, die besonders viele Antworten erhalten, sind ohnehin völlig inhaltslos – wer also ist ein Troll? Derjenige, der lästige Kommentare schreibt oder derjenige, der inhaltslose Kommentare hinterlässt?
Ich habe jahrelang Foren verfolgt, bekannte und unbekannte. Es gibt so gut wie kein Forum mehr, sei es moderiert oder nicht moderiert, in dem kein (Pardon) „saudummes Geschwätz“ mehr steht. Erst jüngst habe ich mir ein Verkäuferforum angesehen – und es gleich wieder verlassen, um mich nicht zu ärgern.
So kommt es eben, wenn jeder meint, die wunderbaren Frühstücks-, Mittagstisch- und sonstigen Bürofloskeln nebst ein paar „geilen“ Sprüchen in die Öffentlichkeit gelangen – Hohlworte, nichts weiter. Sollte ich selber Hohlworte verwenden, schäme ich mich. Aber es passiert.
All das heißt nicht, dass ich mich nicht auch ab und an trollhaft benommen habe, und ich frage mich, wer denn schon frei davon ist. Die meisten Kommentare zu jenen Beiträgen, die besonders viele Antworten erhalten, sind ohnehin völlig inhaltslos – wer also ist ein Troll? Derjenige, der lästige Kommentare schreibt oder derjenige, der inhaltslose Kommentare hinterlässt?
Ich habe jahrelang Foren verfolgt, bekannte und unbekannte. Es gibt so gut wie kein Forum mehr, sei es moderiert oder nicht moderiert, in dem kein (Pardon) „saudummes Geschwätz“ mehr steht. Erst jüngst habe ich mir ein Verkäuferforum angesehen – und es gleich wieder verlassen, um mich nicht zu ärgern.
So kommt es eben, wenn jeder meint, die wunderbaren Frühstücks-, Mittagstisch- und sonstigen Bürofloskeln nebst ein paar „geilen“ Sprüchen in die Öffentlichkeit gelangen – Hohlworte, nichts weiter. Sollte ich selber Hohlworte verwenden, schäme ich mich. Aber es passiert.
sehpferd - am Samstag, 23. Oktober 2004, 09:12 - Rubrik: papierkorb nachrichten
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Falls einer meiner Leserinnen oder Leser noch einen Koffer in Berlin hat: jetzt wäre es Zeit, ihn abzuholen und einen Besuch bei der VENUS zu machen, aber beeilen müssten sie sich schon, denn die Messe geht nur noch bis zum 24. dieses Monats.
Die deutsche Presse heilt sich bei der Ankündigung der VENUS wie immer, sehr, sehr bedeckt. Während um alle andere großen Branchenmessen ein Mordsaufhebens gemacht wird, wagt kaum einer der prüden deutschen Zeitungsverleger, die Messe im Vorfeld anzukündigen.
Dass die Erotikbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, wird dabei vermutlich mit voller Absicht verkannt. Offiziell, so scheint es, gilt Erotik immer noch als „pfui Teufel“ und die Welt der Erotikmessen als ein Sündenpfuhl.
Die deutsche Presse heilt sich bei der Ankündigung der VENUS wie immer, sehr, sehr bedeckt. Während um alle andere großen Branchenmessen ein Mordsaufhebens gemacht wird, wagt kaum einer der prüden deutschen Zeitungsverleger, die Messe im Vorfeld anzukündigen.
Dass die Erotikbranche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, wird dabei vermutlich mit voller Absicht verkannt. Offiziell, so scheint es, gilt Erotik immer noch als „pfui Teufel“ und die Welt der Erotikmessen als ein Sündenpfuhl.
sehpferd - am Freitag, 22. Oktober 2004, 20:02 - Rubrik: presse im blick
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Das „Sonntagsblatt“ veröffentlicht ein fiktives Interview mit der biblischen Eva: Sie darf dort eine andere Qualität Wahrheit sagen, als es die Heuchler tun: „Einen besseren Ort als das irdische Leben gibt es nicht. Nirgends.“. Was ich unterstütze.
Andere Stellen nähren nur das übliche Fehlurteil, die Vertreibung aus dem Paradies habe irgendetwas mit Sex zu tun. Adam hatte nämlich Sex seit seiner Schöpfung: zuerst mit Lilith, dann mit Eva.
Andere Stellen nähren nur das übliche Fehlurteil, die Vertreibung aus dem Paradies habe irgendetwas mit Sex zu tun. Adam hatte nämlich Sex seit seiner Schöpfung: zuerst mit Lilith, dann mit Eva.
sehpferd - am Freitag, 22. Oktober 2004, 19:31 - Rubrik: glaube und aberglaube
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Playboy-Leser dürfen sich freuen, und Playboy-Begucker natürlich auch: Das US-amerikanische Playboymagazin bringt die Schauspielerin Brooke Burke verhüllt auf dem Titel und ziemlich unverhüllt auf den Innenseiten.
Einige Blogger haben ihn offenbar schon gekauft – sonst würden sie kaum Bilder (1) (2) aus der November-Ausgabe zeigen können. Man wird abwarten können, ob diese Bilder auch auf anderen Fanseiten bald erscheinen werden.
Einige Blogger haben ihn offenbar schon gekauft – sonst würden sie kaum Bilder (1) (2) aus der November-Ausgabe zeigen können. Man wird abwarten können, ob diese Bilder auch auf anderen Fanseiten bald erscheinen werden.
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„Nerve“ hat die üblichen Umfragen über Sex und Politik verulkt. Schmunzeln ist angesagt, vor allem, wenn gefragt wird, welches Paar aus Amerikas Politikerelite das beste Sexleben hat (in der Ehe, Leute, in der Ehe!). Einige Fragen öffnen sich nur dem Amerikakundigen. Die Frage danach, welche der Minderheitengruppen vielleicht einmal einen Präsidenten stellen könnte, dürften alle verstehen.
Demnach glauben 39 Prozent der Nerve-Leser (zumeist sehr liberale Wähler) dass eine Frau durchaus Chancen hätte, auf den Präsidentenposten gewählt zu werden. Immerhin noch 26 Prozent glauben, dass es einmal ein Schwarzer sein könnte, dicht gefolgt von einer „unverheirateten“ Person.
An einen Atheisten als Präsidenten glaubt hingegen fast niemand: magere 3 Prozent halten es noch für möglich, aber dass jemals ein schwuler Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika wird, glaubt nicht einmal ein Prozent der Nerve-Leser.
Demnach glauben 39 Prozent der Nerve-Leser (zumeist sehr liberale Wähler) dass eine Frau durchaus Chancen hätte, auf den Präsidentenposten gewählt zu werden. Immerhin noch 26 Prozent glauben, dass es einmal ein Schwarzer sein könnte, dicht gefolgt von einer „unverheirateten“ Person.
An einen Atheisten als Präsidenten glaubt hingegen fast niemand: magere 3 Prozent halten es noch für möglich, aber dass jemals ein schwuler Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika wird, glaubt nicht einmal ein Prozent der Nerve-Leser.
sehpferd - am Donnerstag, 21. Oktober 2004, 21:40 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Jim verdanke ich, dass ich noch mehr erotische Blogs gefunden habe – manche von ihnen sind wohl auch nichts anderes als ziemlich raue Sexblogs. Aber als Liebhaber der „alten“ Erotik wurde ich dennoch fündig – bei Vintage Antique Pic Dump Retro Erotic Sex Picdump Blog, der sich mit Großvaters (und Urgroßvaters, je nachdem, wie alt sie sind) fotografischer Pornografie beschäftigt. Ist es nicht seltsam, dass schon bald nach der Erfindung der Fotografie Akt- und Erotikaufnehmen auftauchten?
Nein, Geschlechtsverkehr war zunächst nicht dabei ... nicht, weil sich die Fotografen geschämt hätten. Aber irgendwie waren die Belichtungszeiten von mehreren Minuten noch herzlich ungeeignet, das Geschehen stets scharf zu zeigen – wobei sich „scharf“ auf die Bildqualität bezieht. Die körperliche Liebe besteht ja irgendwie aus Bewegung – und bewegen durfte man sich eben nun mal gar nicht.
Nein, Geschlechtsverkehr war zunächst nicht dabei ... nicht, weil sich die Fotografen geschämt hätten. Aber irgendwie waren die Belichtungszeiten von mehreren Minuten noch herzlich ungeeignet, das Geschehen stets scharf zu zeigen – wobei sich „scharf“ auf die Bildqualität bezieht. Die körperliche Liebe besteht ja irgendwie aus Bewegung – und bewegen durfte man sich eben nun mal gar nicht.
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Alles, aber auch alles von Gisele Bündchen soll in einer Enzyklopädie stehen – über Gisele Bündchen. Sie ist hier zu besichtigen – und ich sollte meinen Leser vielleicht sagen, dass sie sich Zeit dazu nehmen sollten, denn hinter dem harmlosen kleinen Plakat auf der Webseite verstecken sich über 7.000 Bilder – von Frau Bündchen. Die Legende will wissen, dass sie mit 14 entdeckt wurde – während sei einen Burger aß. Woran man mal wieder sieht, dass es nicht unbedingt despektierlich ist, in Hamburger-Restaurants zu gehen.
English:
Do you want to know all about Gísele Bündchen? Then, please visist this website. It is an online encyclopedia about nothing but Gisele, including more then 7000 pics.
Über / via Fleshbot.
English:
Do you want to know all about Gísele Bündchen? Then, please visist this website. It is an online encyclopedia about nothing but Gisele, including more then 7000 pics.
Über / via Fleshbot.
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World Sex News brachte heute als Sensation, dass bei Ebay (US) ein Kama-Sutra-Bett angeboten wird, dessen Pfosten als hölzerne Penisse ausgebildet sind.
Der Anbieter stellte sich vor, 30.000 USD dafür zu bekommen und verlangte einen Mindestpreis von 1.000 USD. Gebote gab es leider keine, dafür war aber zu erfahren, dass der Bieter in Deutschland wohnt. Was Wetzlar-Weilburg nicht so alles zu bieten hat, da wundert man sich doch. Eine ganze andere Frage ist freilich, wie das 1,2 Tonnen schwere Bett in die USA kommen soll, wo es angeboten wurde.
In Deutschland, so glaubt der Anbieter, koste die Fracht schon alleine 500 Euro. Es ist eben etwas teurer, in einem Kama-Sutra-Bett zu schlafen.
Der Anbieter stellte sich vor, 30.000 USD dafür zu bekommen und verlangte einen Mindestpreis von 1.000 USD. Gebote gab es leider keine, dafür war aber zu erfahren, dass der Bieter in Deutschland wohnt. Was Wetzlar-Weilburg nicht so alles zu bieten hat, da wundert man sich doch. Eine ganze andere Frage ist freilich, wie das 1,2 Tonnen schwere Bett in die USA kommen soll, wo es angeboten wurde.
In Deutschland, so glaubt der Anbieter, koste die Fracht schon alleine 500 Euro. Es ist eben etwas teurer, in einem Kama-Sutra-Bett zu schlafen.
sehpferd - am Mittwoch, 20. Oktober 2004, 20:17 - Rubrik: seltsame welt
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Wie will die Christenunion eigentlich dem Bürger verkaufen, dass es „sozial gerecht“ ist, wenn ein armer Deutscher exakt den gleichen Beitrag für die Krankenversicherung bezahlen muss wie einer, der einen Betrag von unter 200 Euro aus der Portokasse nimmt?
Es scheint, als hätte die Merkel-Truppe im Bundestag jede Art von Maßstäben verloren. Das, was die Christenunion da plant, ist, mit einem Wort, ein Verrat an mosaischen und christlichen Werten – von der Unverfrorenheit, mit der es begründet wird, einmal ganz zu schweigen: O-Ton Frau von der Leyen (CDU-Sozialministerin, Niedersachsen): „Wir müssen die Gesundheitskosten von den Lohnkosten abkoppeln, sonst geht noch mehr Beschäftigung verloren und die Sozialabgaben steigen immer weiter“. Obwohl daran vielleicht etwas wahr sein könnte, ist dies keine erträgliche Aussage zur Sozialpolitik mehr – von ihr erwarten wir, dass sie uns Lösungen für soziale Probleme aufzeigt und nicht, wie sich die Wirtschaft sanieren ließe.
Aber noch etwas wird deutlich: Das Gesundheitswesen kostet Geld, und wer, bitte, hat denn die Gesundheitskosten überhaupt noch unter Kontrolle? Will uns die CDU etwa weismachen, dass der angestrebte Betrag so bleibt? Das hieße doch, das Volk für dumm zu verkaufen: Dieser Betrag wird steigen, weil es keine Regierung wagen wird, den am Gesundheitswesen Beteiligten eine wirkungsvolle Kostenbremse zu verpassen. Die Vergangenheit beweist, dass die vereinte Lobby der (gutwilligen wie böswilligen) Gesundheitsprofiteure noch immer gesiegt hat.
Für dumm verkauft werden wir gleich zweimal: Es gibt kein sinnvolles Steuerausgleichsmodell für die Krankenversicherung – spätestens in ein paar Jahren wird man neue Sorgen haben und die Steuern wieder „irgendwie“ anders regeln – und dann ist der „Sozialausgleich“ längst Schnee von gestern.
Da ist der Herr Stoiber ein bisschen schlauer: Der weiß nämlich noch, was einfache Leute für gerecht halten: damit gewinnt er schließlich in Bayern seine Wahlen.
Es scheint, als hätte die Merkel-Truppe im Bundestag jede Art von Maßstäben verloren. Das, was die Christenunion da plant, ist, mit einem Wort, ein Verrat an mosaischen und christlichen Werten – von der Unverfrorenheit, mit der es begründet wird, einmal ganz zu schweigen: O-Ton Frau von der Leyen (CDU-Sozialministerin, Niedersachsen): „Wir müssen die Gesundheitskosten von den Lohnkosten abkoppeln, sonst geht noch mehr Beschäftigung verloren und die Sozialabgaben steigen immer weiter“. Obwohl daran vielleicht etwas wahr sein könnte, ist dies keine erträgliche Aussage zur Sozialpolitik mehr – von ihr erwarten wir, dass sie uns Lösungen für soziale Probleme aufzeigt und nicht, wie sich die Wirtschaft sanieren ließe.
Aber noch etwas wird deutlich: Das Gesundheitswesen kostet Geld, und wer, bitte, hat denn die Gesundheitskosten überhaupt noch unter Kontrolle? Will uns die CDU etwa weismachen, dass der angestrebte Betrag so bleibt? Das hieße doch, das Volk für dumm zu verkaufen: Dieser Betrag wird steigen, weil es keine Regierung wagen wird, den am Gesundheitswesen Beteiligten eine wirkungsvolle Kostenbremse zu verpassen. Die Vergangenheit beweist, dass die vereinte Lobby der (gutwilligen wie böswilligen) Gesundheitsprofiteure noch immer gesiegt hat.
Für dumm verkauft werden wir gleich zweimal: Es gibt kein sinnvolles Steuerausgleichsmodell für die Krankenversicherung – spätestens in ein paar Jahren wird man neue Sorgen haben und die Steuern wieder „irgendwie“ anders regeln – und dann ist der „Sozialausgleich“ längst Schnee von gestern.
Da ist der Herr Stoiber ein bisschen schlauer: Der weiß nämlich noch, was einfache Leute für gerecht halten: damit gewinnt er schließlich in Bayern seine Wahlen.
sehpferd - am Mittwoch, 20. Oktober 2004, 16:10 - Rubrik: einig fallerland
Irgendwann habe ich mich einmal beim Schopf gepackt und mir gesagt: Höre auf mit der sich immer weiter öffnenden Spalte zwischen dem, was du vielleicht gerne tun möchtest und dem, was du wirklich gut kannst. Damals habe ich noch Manfred Hausin zitiert, dessen kurzes Gesicht „Schulfreund“ mich fasziniert hat: „Er hat Karriere gemacht – und ich mir Gedanken“. Es ist lange her: so an die 35 Jahre.
Als ich mein Leben soweit in Ordnung gebracht hatte dünnten sich die Freunde aus: Ich wäre, so sagten sie, so merkwürdig geworden, seit ich „Karriere“ gemacht hätte. Sie bestand, wie ich schon andeutete, darin, endlich einen Job zu haben, in dem ich meine Fähigkeiten einsetzen konnte und nicht meine Wünsche verwirklichen wollte. Ansonsten war es eine ganz gewöhnliche Stelle in einer zugegebenermaßen hervorragenden Firma.
Heute mag ich vielen Menschen raten, es doch einmal so zu versuchen: Sich auf die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu besinnen – der so genannte „erlernte Beruf“ kann dabei hilfreich sein, und dennoch kann ebenso auch ein neues Berufsfeld den Erfolg bringen.
Wer „Karriere“ macht, muss die Gedanken keinesfalls aufgeben – im Gegenteil. Neue Gedanken kommen hinzu, das Leben wird reichhaltiger – und statt der alten „Freunde“, die eher verbale Solidarbrüder waren, kommen Menschen hinzu, von denen wir wirklich etwas lernen können: Lebenserfahrung teilen, zum Beispiel.
Als ich mein Leben soweit in Ordnung gebracht hatte dünnten sich die Freunde aus: Ich wäre, so sagten sie, so merkwürdig geworden, seit ich „Karriere“ gemacht hätte. Sie bestand, wie ich schon andeutete, darin, endlich einen Job zu haben, in dem ich meine Fähigkeiten einsetzen konnte und nicht meine Wünsche verwirklichen wollte. Ansonsten war es eine ganz gewöhnliche Stelle in einer zugegebenermaßen hervorragenden Firma.
Heute mag ich vielen Menschen raten, es doch einmal so zu versuchen: Sich auf die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten zu besinnen – der so genannte „erlernte Beruf“ kann dabei hilfreich sein, und dennoch kann ebenso auch ein neues Berufsfeld den Erfolg bringen.
Wer „Karriere“ macht, muss die Gedanken keinesfalls aufgeben – im Gegenteil. Neue Gedanken kommen hinzu, das Leben wird reichhaltiger – und statt der alten „Freunde“, die eher verbale Solidarbrüder waren, kommen Menschen hinzu, von denen wir wirklich etwas lernen können: Lebenserfahrung teilen, zum Beispiel.
sehpferd - am Mittwoch, 20. Oktober 2004, 09:16 - Rubrik: aufgegriffen

