anstoss

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Eine Dame brachte mich auf das Schachspiel – und dabei fällt mir „Sechs“ ein. Sie wundern sich? Nummer Sechs natürlich. Die Episode mit dem Schachspiel:

„Im Ort wird ein real-schachspiel veranstaltet. Nummer Sechs wird zur lebenden spielfigur und trifft auf einen außergewöhnlichen schachspieler, der viel über psychologie weiß. Nummer Sechs und der turm-spieler planen, ein boot zu kapern. Währenddessen wird eine frau hypnotisch behandelt und auf Nummer Sechs angesetzt. Kann er sich auf den Turm verlassen?“

Immer die gleichen Fragen. Kann man sich auf den Turm verlassen? Wird einem die Dame nützen? Soll man einen Bauern opfern? Werden wir uns befreien können von diesem Schachbrett? Können wir Nummer Zwei bezwingen? Und wer ist Nummer eins?

Wenn Sie glauben, ich sei meschugge geworden, haben Sie niemals „Nummer Sechs“ gesehen, oder „The Prisoner“. Anyway: „Wir sehen uns ...“

No, just a joke brought to you by Volker Weber (VOWE)

Sie haben also noch Hoffnung?“

Ja – zum Beispiel, dass ich irgendwo schreiben könnte, wo ich wirklich gelesen würde - und nicht angeklickt.

Die Times-Redakteure bloggen unter anderem auch – würden Blogger behaupten. In Wahrheit nutzen sie die Form des Blogs für die täglichen Marginalien - das amüsiert Leser, die nicht ganz so tief in die Tinte getaucht werden wollen.

Damen können es sich besonders bequem machen: Sam Lyster (Sam ist nicht zwangsläufig ein Männername, meine Damen) schreibt nämlich dort fast täglich über das eigentliche Lustobjekt der Frauen: Schuhe.

Nicht wie hin. Oder auch hier hin.

„Deus Caritas Est“ soll die erste Enzyklika des neuen Papstes heißen, und die Gerüchteküche in Rom brodelt offensichtlich, denn der Papst schreibt Deutsch, dann wird ins Lateinische übersetzt, und von dort vielleicht wieder zurück ins Italienische und all die anderen Sprachen? Und was ist mit den päpstlichen „Harmonisierungsbemühungen“ zwischen dem Text des neuen Papstes und einer Übernahme des Textes des verstorbenen Papstes?

Der Vatikan sprich zwar nur von „Übersetzungsproblemen“, doch soviel wollen Insider wissen: Es gäbe längst "Spannungen“ zwischen zahlreichen Institutionen und Personen.

Am 25. Januar werden wir mehr wissen – dann soll das Resultat vorliegen

Bevor ich vergesse, Ihnen dies zu erzählen: Niemand zweifelt am Recycling, doch bitte: Wie kann man eigentlich alte Gummireifen verwenden?

Dies dachte sich jedenfalls John T. Unger, ein Künstler, der verschiedene Webseiten betreibt, und unter anderem eben auch ein Blog mit dem Namen „Burning Rubber Blog“, auf dem er seine „Badass Paddles“ anbietet.(Gucken sie nicht bei Leo wegen des Paddles, die Leute sind dort so was von brav).

Sehen Sie, da können sie endlich mal sehen, wie profiliert doch manche Ideen sind – und falls Sie weder zur Gruppe der Adepten der Flagellantenszenerie gehören noch Humor haben, suchen Sie besser eine andere Verwendung für Altreifen und folgen Sie den Links nicht.

Ich fand das Ganze zuerst bei Jane Duval.

Jean-Remy von Matt soll angeblich eine Email verfasst haben, indem er sich über die Reaktionen der Miesepeter auf die Kampagne „Du bist Deutschland“ befasst.

Neben neidischen Werbekollegen, die der Kampagne mit der branchenüblichen professionellen Häme bezukommen versuchen, und den (angeblich) intellektuellen Schreibern der Eliteblätter erwähnt er vor allem die Blogger. Nicht unbedingt höflich, aber leider wahr, bezeichnet er deutsche Blogs als die „Klowände des Internets“. Zwar unterschreibe ich nicht den elitär-süffisanten Satz „was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern?“ aber ich muss den Nachsatz leider bestätigen: „die meisten Blogger sondern nur ab“.

Falls sie meine Meinung interessiert und sie diese nicht für Absonderung halten: Klowände sind nicht die Begrenzungen von Orten, an denen ich mich aufhalten möchte. Ich fühle mich nun einmal in Salons besser.

Ich las das Ganze bei Jens Scholz, der einen dieser unsäglichen Sätze abgesondert hat, den ich noch wiedergeben will: „… dass man sich als vermeintlich großherziger Schenker eventuell einen Gedanken machen sollte, wenn man stattdessen gefragt wird, ob man für den Haufen Kohle nicht was Sinnvolles hätte machen können?“

Klar – jeder weiß immer besser, was man alles hätte machen können – vor allem Blogger. Die wissen bekanntlich alles besser. Vielleicht könnten die Besserwisser dann ja auch mal die Frage von Herrn von Matt versuchen zu beantworten: also bitte. Ich warte auf kluge Antworten.

Ein deutsches Gericht, das Amtsgericht Berlin, hat die Reihe der eigenartigen Urteile deutscher Gerichte zum Internet um diese Variante bereichert: „Das Amtsgericht Berlin hat am 14.12.2005 eine einstweilige Verfügung gegen Wikimedia Foundation erlassen. Erwirkt haben die einstweilige Verfügung die Eltern eines toten Computerhackers aus Berlin.“

Ein Berliner Gericht hat also in dieser Republik die Macht, ein ganzes Lexikon vom Netz zu nehmen, nur weil die Person eines inzwischen verstorbenen Hackers geschützt werden soll? Die einzige Hoffnung: die Wikimedia Foundation hat ihren Sitz nicht in der Bundesrepublik Deutschland, und somit ist die Enzyklopädie weiterhin über die amerikanische Internet-Adresse zugänglich.

Eine juristische Würdigung des Vorgangs finden sie hier. Dass solche Urteile auch nachhaltige wirtschaftliche Folgen haben könnten und noch mehr deutsche IT-Unternehmen ihren Firmensitz ins Ausland verlegen könnten, sie nur nebenbei erwähnt.

Dieses Jahr wurde unter anderem auch zum Informatikjahr ausgerufen. Hennig Kargermann (SAP) stand der Wochenzeitschrift DIE ZEIT Rede und Antwort. Es ging auch darum, ob wir nicht schon zu viele Gedenkjahre hätten: Mozart, Freud, Neandertaler. Dies sollte auch Sie vielleicht nachdenklich stimmen: „Denn wenn wir Mozart oder den Neandertaler feiern, ist das eher rückwärts gewandt. In der Informationstechnik geht es um die Zukunft Deutschlands.“

Dem ist wenig hinzuzufügen. Mozart? Nun ja, das ist die Musik, wie man sie damals auffasste. Freud? Die Psychotherapie von damals, eingeschlossen in ein Weltbild von damals. Die Neandertaler? Die können wir getrost auch vergessen, weil sie in der Menschheitsgeschichte kaum eine große Rolle gespielt haben dürften.

Viele Menschen sind sich überhaupt nicht darüber klar, was Informatik bedeutet und wie tief sie in alle Bereiche unseres Lebens eingedrungen ist – und dies betrifft auch Bereiche der Kultur, des sozialen Lebens und der psychischen Gesundheit.

Aber unsere vorgeblichen Eliten ignorieren die Informatik – vielleicht aus guten Grund. Denn unter den Gesichtspunkten der durch die Informatik gewonnen Erkenntnisse würde manche Theorie in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus.

Dennoch – über Mozart lässt sich weitschweifig fabulieren, und über Freud erst recht, und die Kulturpäpste werden schon deswegen nichts über Informatik schreiben, weil sie ahnungslos sind.

 

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