anstoss

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Falls sie demnächst einen dringenden Geldbedarf haben, könnten sie Folgendes tun: Setzen sie sich mit ihrem nackten Gesäß in eine Schüssel mit Farbe, um sich dann auf ein großes Stück Tapete zu setzen. Malen sie, wie im Kindergarten erlernt, noch ein paar süße kleine Blättchen und Stielchen daran. Verauktionieren Sie ihr Machwerk bei Ebay. Bieten Sie nicht unter 99 Euro an. Sie glauben mir nicht? Sie sollten es tun. Oder diesem Link folgen.

Nachdem ich längere Zeit nichts von Doloresse berichtet habe, kann ich nun vermelden, dass sie in die deutsche Sprachgeschichte eingehen wird: Sie hat soeben den Begriff der „Moneydommse“ geprägt. Bisher hatte ich nur von „Moneydommes“ gehört, und schon dieser Begriff bringt mir immer dieses vertrackte Grinsen ein.

Dabei ist die Sache eigentlich nicht zum Lachen, denn diese dreisten Personen schaffen es tatsächlich, ein paar dämliche Lüstlinge dazu zu bewegen, ihnen Geschenke zu kaufen – ohne dass sie wissen, ob es die beschenkten „Damen“ überhaupt gibt. (Ab und an hilft ein Blick ins Impressum ihrer Webseiten).

Wer nicht weiß, was eine Moneydommse ist: Eine Person, die sich von Fremden via Internet beschenken lässt, ohne irgendwelche konkreten Gegenleistungen zu bieten.

Ja, ich schrieb bereits darüber: Hier.

Manche Satiren schreibt nicht das Leben, sondern der Werbetexter.

Die echte Meica Currywurst besticht nicht nur durch ihre herrlich leckere Original Curry-Sauce, sondern auch durch ihre schnelle, unkomplizierte Zubereitung in der Mikrowelle oder im Wasserbad.

Den schnellen und stilechten Genuss garantiert ein extra Beutel Madras-Currypulver und ein extra Holz-Piekser, die an der Unterseite der Verpackung angebracht sind.

Wer CurryKing probiert, wird CurryKing lieben und sich an jene Tage erinnern, an denen man auf die Kirmes oder zur Imbiss-Bude ging, um seinen Appetit auf Currywurst zu stillen
.“

(c) des kursiv gesetzten Textes 2004 by Maica

Die Sportlerin Tatiana Grigorieva, das Supermodell Eva Herzigova, wann immer sich jemand irgendwo auszieht, war schon ein Blogger da, der es ins Web stellt.

Auf der Webseite auch noch ein Hinweis auf ein Buch: 1000 Orte, wo du gewesen sein musst, bevor du strirbst. Ranhalten, Leute - bei drei Mal Urlaub pro Jahr und 50 erwachsenen Lebensjahren schafft man nur 150. Es sei denn, man bucht "Europa in 5 Tagen".

Offenbar kräht kein Hahn mehr nach Britney – jedenfalls auf dieser Webseite über Stars und Sternchen, die dann und wann mal eine unbedeckte Brust zeigen – oder auch etwas mehr. Der Webmaster beklagt, dass sich kein Mensch für Britneys nackte Brust interessieren würde. Statt dessen wollten alle die nackte Macy Gray sehen.

So richtig entzückend fand ich keines der beiden veröffentlichen Fotos, doch diesen Satz möchte ich ihnen nicht vorenthalten: „Was man auch immer einer Barbie anzieht, sie bleibt immer eine Barbie. Barbie? Britney? Wer, bitte schön, war noch Britney?

Eine naturalistisch wirkende nackte weibliche Statue füllt gerade das Sommerloch der BBC. Ob man um die seelische Gesundheit oder die körperliche Unversehrtheit der abgelenkten Autofahrer fürchtete, war nicht klar: Jedenfalls muss die Dame jetzt hinter Milchglas.

Zu den verrücktesten Meldungen des heutigen Tages zählt jene aus Indien, in der behauptet wird, dass eine 27-jährige Dame ein Kondom inhaliert habe. Daraufhin habe ich mir die Mühe gemacht, einmal auf die Hinweise zum Gebrauch zu achten – dort war von der Gefahr des Inhalierens freilich nichts zu lesen.

Der Deutschlandfunk wusste heute zu vermelden, dass ein „großer Teil unserer Literaten“ die Rechtschreibereform ablehne. Nun, die Herren befinden sich in erlauchter Gesellschaft, denn erst neulich hat der als „ehrwürdig" bezeichnete „Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste“ beschlossen, zur alten Rechtschreibung „zurückzukehren“.

Es müssen wohl ganz bestimmte Dichter sein, die solches fordern, und ich wette beinahe, dass sie alle von den Literaturkritikern der FAZ (die ebenfalls noch keine neue Rechtschreibung kennt) mit Lob bedacht werden: Welch edlere Ziele könnte ein Mensch denn haben, als die deutsche Rechtschreibung zurückzudrehen?

Die Dichter, die sich beklagen, sind sehr schnell als Nörgler identifiziert: Kein Mensch verbietet ihnen nämlich, Eygenschreib zu finden. Zwar würden sie dann in kein Schulbuch mehr eingehen, doch mit dem Lektor wird sich wohl ein Wörtchen reden lassen: Hier das Buch des berühmten Dichters Franz von Rosinenpicker, in seiner eigenen Sprache verfasst.

Ansonsten, liebe Dichter, erwarten wir von eurem Stand Worte, keine Wörter. Wir hätten gerne mehr Worte von euch gehört zu den Konflikten der Welt: Erst jüngst hatten wir eine ganze Reihe kritisch distanzierter Stellungnahmen zu Israels und Amerikas Krieg erwartet, und wer meint, es sei Iraks und Palästinas Krieg, der hätte sich eben so äußern dürfen. Wir haben erwartet, dass ihr die Zeichen der Zeit aufnehmt, beschreibt, in Büchern weiter tragt. Von der Wiedervereinigung bis zum Sozialabbau, vom Email bis zum SMS.

Ihr tatet es nicht, jedenfalls nicht ausreichend. Statt dessen beglückt eine Gruppe von euch uns jetzt mit einer neuen Diskussion über die Rechtschreibreform. Ich hätte da einen Vorschlag: Da ihr uns offenbar nichts mehr zu sagen habt als eine oberlehrerhafte Botschaft bitte ich euch, sofort Zulu zu lernen und nach Südafrika auszuwandern. Vielleicht findet ihr dort ein Publikum für eure Haarspalterei. Eure Plätze, da bin ich sicher, würden andere gerne einnehmen – auch mit neuer Rechtschreibung.

Dass Wiener knackig sind (nein, es sind keine Wienerinnen gemeint) glauben schon manche Menschen festgestellt zu haben, aber dass Frankfurter würzig sind (nein, keine Frankfurterinnen) war mir neu – ich dachte immer, die seien genau so labberig wie alle anderen Bockwürste auch.

Womit mal wieder klar ist, was einem alles Wurscht sein kann.

Via Jimmiz erläutert von Bernd Leitenberger.

Am besten ist es, sich bei der schönsten Sache der Welt gar nicht filmen zu lassen: Diese Erfahrung musste die Millionenerbin Paris Hilton jetzt in einem 30-Millionen-Dollar-Prozeß machen, den sie gegen die Vertriebsgesellschaft verlor, die ein Video von ihr vermarktet, dass sie in einer heißen Liebesnacht mit ihrem Ex-Freund Rick Salomon zeigt. Über die Gründe für den Richterspruch war nichts zu erfahren, jedoch berichteten inzwischen mehrere Zeitungen, dass an Frau Hilton eine gewisse Abfindungssumme gezahlt wurde, die sie angeblich jetzt „wieder loswerden“ will.

Falls die Presseberichte stimmen, wird dies schwierig sein, denn außer einer Einmalzahlung soll auch noch eine prozentuale Beteiligung an den laufenden Einnahmen aus dem Filmverkauf vereinbart worden sein – dies berichtete die SUN.

Inzwischen haben zahlreiche Sternchen den Rummel genutzt, der in der Presse um das Video gemacht wurde: Auf merkwürdige Arten purzelten plötzlich aus allen möglichen Regalen Videos heraus: Von der Liebesnacht mit dem Wisch-und-Weg-Liebhaber bis zu Detailaufnahmen einer Hochzeitsnacht - und immer wird aufs Heftigste beteuert, man habe das Video doch gehütet wie sein Augäpfelchen.

Falls es irgend jemand noch nicht gelesen haben sollte: An diesen Weblogs wird verdient, und zwar nicht schlecht.

Zitat: "Bei der Wiener New Media- Agentur Knallgrau sind Weblogs und weblogbasierte Anwendungen ein zentrales Geschäftsfeld geworden ... nach etwa 1,5 Jahren Aufbauarbeit nähmen Weblogs heuer schon einen zweistelligen Prozent-Anteil am Geschäft ein".

Mehr bei Medianet.at.

Heute macht die Presse aus jedem Ereignis ein Drama. Der Fall der Cap Anamur ist nur ein Beispiel von vielen, in denen das Sensationsspiel vor laufender Kamera dargestellt wird, um für die eigene Hilfsorganisation zu werben.

Dabei ist eine Meldung untergegangen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, nämlich diese:

Über 14 Millionen Kinder unter 15 Jahren haben bis heute einen oder beide Elternteile durch HIV/Aids verloren, allein 12 Millionen davon im südlichen Afrika.

Diese Kinder haben keine Schuld daran, dass ihre Eltern an Aids gestorben sind. Sie verdienen, dass wir und ihnen widmen, sie wenigstens wahrnehmen. Bitte lesen Sie dazu diesen Artikel von Worldvision.

„Die technologischen Revolutionen des Kapitalismus von der Dampfmaschine bis zum Auto sind Revolutionen, die ein verkäufliches Ding betreffen. Das Wesentliche am Computer aber ist nicht das Ding, sondern die durch ihn ermöglichte massenhafte Informations- und Wissensverbreitung.“

Vielen Dank, Manfred Sohn – ohne Sie wären wir nie im Leben auf die Idee gekommen, dass das Wesentliche am Computer nicht das Ding ist. Ich bewundere diesen bemerkenswerten Scharfsinn, und schenke meiner Leserschaft auch noch gleich den Nachsatz: „Entfalten wird sich diese Revolution daher erst wirklich in einer Gesellschaft, die sich vom alten Eigentumsbegriff zu lösen vermag“.

Ich sehe mich schon an einem Computer des sozialistischen Kollektivs sitzen und unter den Augen der Ideologieinspektoren marktwirtschaftsfreie Blogs für Volk und Vaterland verfassen. Schönen Dank, Herr Sohn, für diese Perspektive (auch wenn ich sicherlich wieder einmal alles falsch verstanden habe) – aber ich schreibe auch nicht bei Ossietzky. Niemals.

Dramen können inszeniert werden: Das wissen wir seit Biafra. Die „Neue Presse“ schreibt nun heute, was viele längst vermutet haben: Das so genannte „Flüchtlingsdrama“ vor der italienischen Küste sei nicht viel mehr als ein Medienspektakel gewesen, wörtlich:

„Fakt ist, dass das „Cap Anamur“-Team erst acht Tage nach der Aufnahme der schiffbrüchigen Afrikaner nach einem Platz für sie suchte. Denn erst musste Elias Bierdel aus Köln einfliegen – das ZDF und weitere Medienvertreter im Schlepptau.“

Für mich ergibt sich mittlerweile die Frage, wem mehr zu glauben ist: Cap Anamur oder der italienischen Polizei. Letztere bezeichnete das, was sie bei der Vernehmung der Besatzung erfahren hatte, als ,,un sacco di bugie" (einen Haufen Lügen) (Badische Zeitung).

Die Organisation Cap Anamur selbst äußerst sich zwar brüskiert, aber dennoch merkwürdig zurückhaltend über die Vorgänge auf dem gleichnamigen Schiff – zur Klärung des Sachverhalts trägt die Organisation wenig bei, statt dessen werden die bekannten Standpunkte wiederholt.

Wie lange sich noch solche beschwichtigenden, unsensiblen Presserklärungen abgeben lassen, bleibt abzuwarten: Gedruckt werden sie mit gutem Grund schon nicht mehr.

Zuvor von Sehpferd geschrieben: Schelte vom UNHCR.

Ergänzung: Pressekommentar.

Wenn wir über die blogsphäre diskutieren, dann reden wir meist nur von ein paar Dutzend Leuten, die verlinkt werden, blog-Bücher schreiben, in den Medien ab und zu auftauchen, zu blogger-Treffs gehen oder anders sich wichtig machen. 95% der blogwelt liegt im dunkeln. „ (via Blogmuell, via Jimmiz).

Normalerweise zitiere ich nicht einfach, sondern schreibe selbst, was ich denke. In diesem Fall sage ich: Dem ist wahrlich nichts hinzuzufügen. Außer, dass es mehr als 95 Prozent sind.

Wer über sich selbst lachen kann, lese bitte hier: Ein Spiegel für Bloggerinnen und Blogger.

Schlechte Nachrichten für Voyeure: Der Tetraherz-Scanner geht so, wie er jetzt ist, nicht in Produktion. Mit ihm hätte das Flughafenpersonal „Menschen so sehen können, als wären sie nackt“. Fragt sich nur, ob der Anblick gelohnt hätte. Inzwischen herzt man wohl anders: Dem Flughafenpersonal soll jetzt rot und grün vor Augen werden: Bei Rot wird es explosiv. Mehr und definitiv korrekter hier.

Ticklefight hätte heute zwei Damen anzubieten: Die eine, blaupulloverig und knapphosig, macht sportive Übungen auf einem Bücherregal. Schönes Bauchnabelpiercing, ansonsten zum Abgähnen. Irgendwelche Berührungsängste sind überflüssig – das Höschen bleibt bei allen Bildern oben. Das gilt auch für die andere Ticklefight-Attraktion „Supergirl“. Das Mädchen ist so super, dass einem der Kopf auf die Tastatur fallen würde, wäre da nicht das Bild, auf dem sie ein Auto anschiebt – da kann man sich das Grinsen nicht verkneifen.

T-online bringt eine gewisse Kerstin Linnartz und kalauert, es wäre skandalös, wenn sie sagt, sie sei skandallos. Das übliche BILD-Zeitungs-Niveau von T-online eben. Bessere Fotos von der Dame, die irgendwelche Fernsehsendungen moderiert, sind auf ihrer Webseite. Google bietet vor allem eine Bordellmutter, die eine Fahne verauktioniert – auch schon abgehakt. Sensationell schon eher, dass MTV Seite an Seite mit den Jugendlichen gegen eine Bushkampagne dröhnt: Kondome müssen sein, Bush nicht unbedingt. Eine weise Entscheidung, wie mir scheint, und den Nerve-News entnommen. Eben jene kichern, wie fast alle Sex-Newsticker, heute über einen Artikel der „Washington Post“ über Nudisten: Lass deine Frau nackt aus dem Haus gehen, dann vertreibt sie die Taliban in deiner Umgebung. Nicht ernst gemeint, versteht sich. Um Nudisten geht es denn auch bei den Wold Sex News: vor allem um einen Knaben, der zusammen mit seinen Eltern der Freikörperkultur frönt. Die Eltern waren OK, der Knabe nicht: Diskussionen wie überall zurzeit. Also verschone ich meine Leser wenigstens mit diesem Thema. Inside Deep Throat? Ich bin kein ausgesprochener Kinoliebhaber, also auch kein Thema.

Auf eines meiner Ex-Lieblingsblogs kann ich kaum noch verweisen: Zu viele männliche Genitalien überall – der Webseiteninhaber muss irgendwie bei seinem Rasputin-Artikel auf den Geschmack gekommen sein – aber nicht auf meinen.

Gäbe es keine anderen Artikel über die schönste Sache der Welt? Na klar. Sehr, sehr viele. Witzige, Banale, Geschmackvolle, Kitschige. Aber leider alle nicht jugendfrei - mindestens, was die Bilder betrifft. Und die kann ich nicht einfach herausschnippeln. So verweise ich denn auf das neue Layout der "Peepshowstories". Sie sind jetzt bei weitem übersichtlicher.

Europa ist eine Bastion der Liberalität – und das soll auch so bleiben. Deswegen müssen wir vor allem den liberalen Staat verteidigen, noch mehr als den demokratischen Staat – wenn es geht, möglichst beides zusammen, in einer Person, mit einer Stimme. Ich weiß, dass es schwer ist.

Unser Europa kann sie diese Freizügigkeit freilich nur leisten, weil wir unsere Außengrenzen geschlossen halten: Wir wollen, dass Fremde kommen, weil sie unsere Kultur beleben. Aber wir wollen nicht, dass sie hier einfallen wie die Vandalen: Italien hat nicht nur die Pflicht, sondern vor allem auch das Recht, sich gegen die Einwanderung über seine Küsten zu schützen.

Ich höre seit Jahren die Argumente, dass Europa ein Bollwerk gegen die Fremden aufrichtet. Es ist Unsinn, und die Menschen, die in der Wirtschaft tätig sind, wissen das. Aber man kann es ja häufiger mal behaupten: Macht sich immer gut, wenn man mal gerade wieder am Linksbolzen ist.

Von den „Tausenden“, die sterben und den „Millionen“, die auf der Flucht sind, sind sterben die meisten, weil ihre eigenen Landsleute sie töten, und jene auf der Flucht werden von ähnlichen Stämmen der gleichen Region vertrieben. Ja, „das im Sudan“ ist Völkermord, und wo es Völkermord gibt, ist die UNO gefragt – nicht allein die Bundesrepublik Deutschland.

Manche wollen uns Europäer zu Kriminellen machen – das ist letztlich der Tenor der gelernten linken Agitatoren. Doch es ist nicht wahr, auch wenn es ständig wiederholt wird: Wir bestehlen keine „Ärmsten der Armen“, wir stehlen überhaupt nicht. Dies ist Europa, unser friedliches, freiheitliches Europa.

Wer den Scharfmachern, Betonkopfsozialisten und Neokommunisten folgt, die uns eine neue Schuld einreden wollen, ist dumm – genau so dumm wie jene, die den rechten Rattenfängern folgen. Ich bezweifele, dass wir Europäer wirklich so dumm sind.

Die „neoliberale Offensive“ gibt es nicht – sie ist eine freie Erfindung linker Eiferer. Dennoch behauptet die Organisation „Attac“, dass eben diese Offensive ihr erklärter Gegner sei. Das wundersamste an der neuesten Attac-Pressemitteilung aber ist dies: Man will mit „Gewerkschaftlern“, Kirchenkreisen, der Friedensbewegung und Umweltinitiativen zusammengehen.

Was mir dazu einfällt? Merkwürdige Mischung. Vermutlich ungenießbar.

Die Berichte über die „Cap Anamur“ werden immer verwirrender. Erst waren es sudanesische Bürgerkriegsflüchtlinge, die das deutsche Schiff „Cap Anamur“ aus einer Seenotlage befreit hatte, dann kamen Gerüchte auf, es handele sich gar nicht um solche, sondern um Ghanaer und Nigerianer. Mittlerweile ist es nicht einmal sehr wahrscheinlich, dass es sich überhaupt um Flüchtlinge im Sinne des UN-Flüchtlingshilfswerks handelte.

Nun gibt es sogar Schelte vom UNHCR: Man habe verschwiegen, dass man mit den aufgefischten Menschen an Bord tagelang vor Malta geankert habe. Der Sprecher des UNHCR äußerte sich zwar diplomatisch und zurückhaltend, jedoch mit hintergründiger Kritik, als er sagte, es gäbe „Normen bei der Suche und der Rettung von Flüchtlingen, die auf der ganzen Welt berücksichtigt würden“.

War das Ganze also nichts als eine inszenierte Pressekampagne des Ex-Journalisten Elias Bierdel auf dem Rücken von ein paar illegalen Einwanderern? Die kommenden Tage werden wohl zeigen, wer Recht in dieser Sache hatte, aber der Hauch eines Zweifels liegt schon jetzt über der Mission der „Cap Anamur“.

Der nächste Artikel zum Thema hier.

Neu ist es eigentlich nicht, aber jetzt ist ja gerade Sauregurkenzeit und die Forscherinnen sind wieder unter uns. Diesmal ist es Frau Victoria White, und diese fragte doch glatt junge Britinnen, was sie denn so im Urlaub machen. Kurz gesagt: Die Britinnen wollen Saufen und Sex. Auf Qualität achten sie dabei, wie es scheint, wenig: Ran an den Mann, rein mit ihm ins Bett – so machte es jedenfalls ein Drittel der befragten Damen.

Schwarz ist die Sünde, Rot ist die Liebe, und Gold glänzen die Talerchen, die in die Schöße leichtfertiger Damen fließen - was läge da näher, als über seinem Bordell die Bundesflagge zu hissen? Doch ein Pensionist glaubte, so würde die Hoheit der Republik beleidigt – und deswegen ist die Fahne jetzt im Ebay.

Nicht irgendeine Fahne. Eine, die jüngst noch erhaben über einem der Reichstagstürme hing, dann aber als Zierde des Leichtmädchenpensionats der Christine Schmittroth flatterte: Wo sonst gäbe es eine Fahne mit einer solchen Geschichte?

Und so wird geboten, was das Zeug hält: Gegen 11.500 Euro standen die Gebote zuletzt für das einzigartige Liebhaberstück. Wenn der „Kinderplanet Halle“ Glück hat, kommt Madame bald als Geldfee ins Haus und wird einen Scheck überreichen – 2000 Euro an Kosten würde man abziehen, heißt es, dann blieben immer noch annähernd satte 10.000 Euro für die Wohlfahrt.

Und so schlägt Madame zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie tut Gutes, und ihr Puff wird dabei populär.

Wer unfreiwillige Komik liebt, wird hier fündig: Im Halleforum. Hoch lebe Stadtrat Wolfgang Kupke.

Kann man in Jimmiz Journals nachlesen: Eine beinahe liebevolle Einschätzung, wenngleich sie von scharfer Beobachtungsgabe zeugt.

Was haben wir uns nicht alles über den römischen Staatsmann Nero in der Schule anhören müssen: Ein Wahnsinniger auf dem Thron der Cäsaren sei er gewesen, Rom habe er angezündet und die Christen habe er in Scharen von den Hunden fressen lassen.

Wahr ist davon wahrscheinlich gar nichts. Die Christenheit hat die römische Geschichte einfach so hingedreht, wie es ihr gefiel.

Die 1500-Meter-Sprinterin Katie Vermeulen hat der Presse vorgeheult, dass ihr die Sache mit dem „Playboy“ doch etwas merkwürdig erscheint. Dort nämlich wird sie im August erscheinen - nicht völlig bekleidet, wie ich annehme. Immerhin wird es zu ihrer Popularität beitragen, mit der es ansonsten nicht zum Besten bestellt ist.

Der Sehpferd-Rat: Krokodilstränen aufsparen, bis die Boulevardpresse kommt.

Noch ein Soziologiestudent, der sich und uns und überhaupt alles unheimlich wichtig nimmt: „in erster Linie möchte ich aber gerne die Kommunikation von Beitragenden untereinander beobachten“.

Meine Meinung dürfte klar sein: Je weniger wir beforscht werden, umso besser für uns.

Darf ich raten, Herr Student? Weblogs tolle Sache, alles, alles Mache, mancher sogar ins Bett hüpft, dann besonders Krasse. (Frei nach Georg Kreisler: Der Musikkritiker).

Nein, ich nehme sie nicht ernst. Ganz und gar nicht.

Jedem Menschen, der in Seenot gerät, muss geholfen werden – ohne Wenn und Aber. Was aber die Linkspresse, allen voran das „Neue Deutschland“ gegenwärtig an Hetztriaden gegen den deutschen Innenminister abdampft, spottet jeder Beschreibung.

Selbstverständliche muss, soll und kann die Bundesrepublik Deutschland diese Leute nicht einfach „aufnehmen“, nur weil jetzt der große Presserummel entfacht worden ist über etwas, das ständig geschieht: Afrikaner zahlen Geld an Schlepperbanden, die versprechen, sie sicher illegal nach Europa zu bringen – das passiert Tag für Tag. Versuchen wir doch bitte nicht, diesen Banden Heiligenscheine zu verpassen.

Was immer in diesem merkwürdigen St. Pölten auch passiert sein mag – es ist nur ein Beweis mehr, dass die katholische Kirche in der Form, in der sie sich heute verfasst hat, nicht mehr tragbar ist. Das ist wirklich noch das Zurückhaltendste, was man dazu sagen kann.

Priestern muss ein normales Sexualleben so offen stehen wie jedem anderen Gläubigen auch. Das würde die katholischen Seelsorger glaubwürdig machen. Dass in der Bibel kein Sterbenswörtchen von der Ehelosigkeit der Priester steht, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Nachtrag: Da über dieses Thema bereits anderwärts genug geschrieben wird und ich meine Meinung klar gesagt habe, hier der Link, der zur Vielfalt der Meinungen führt.

Catastophe hat mich darauf gebracht: Auf Glückskekse nämlich. Davon habe ich allerdings in den letzten drei Jahren nur einen bekommen, und in dem steckte dann der Zettel: „Eine große Reise wird ihr Leben verändern“. Hatte sie allerdings schon.

Sieben Wochen Südafrika waren einfach zu viel. Auch wenn ich gar nicht an der Schokolade genippt habe. Es hat einfach gereicht, an ihr zu schnuppern, und vor allem: Als ich zurückkam, stand in der verlassenen Fußgängermeile meiner Schlafstadt ein Ehepaar in Lodenmänteln: Es war ein Schock.

Ach, sie meinen, dass allein könne es ja nun nicht gewesen sein? Nein, nicht das allein. Aber ich habe wohl in diesem Moment beschlossen, ein anderes Leben zu beginnen. Auch, wer niemals an der Schokolade genippt hat, wird doch von ihrem Duft betört. So kann man die Geschichte nett erzählen.

In Wahrheit hatte ich die Nase voll von den übersättigten Nörglern, die sich jetzt überall breit gemacht haben. Zwei Monate nach dem Glückskeks habe ich dann eine andere Reise gemacht. Sie hat mein Leben abermals verändert – so sehr, dass ich jetzt an der rechten Hand einen goldenen Ring trage.

Mit Schokolade, ich sagte es schon, hat diese Geschichte nichts zu tun. Fast nichts.

Der Schöne und die Schöne tun das Schöne, aber "als Alleinstehende steht man eben oft allein da". Eine weitere Gurke für mein Sommerglas.

Der Spiegel

Der Schmuddelblogger lässt gerade seine Fertilität untersuchen Dabei hat er soeben entdeckt, dass auf dem nämlichen Becherchen Viagra steht.

Wie es begann, steht und weitergeht? Für alle Schlüssellochgucker: Hier.

Jimmiz Journal sagt: „Schröders Tage sind gezählt. Eine Erneuerung kann nur ohne ihn stattfinden. Und auf den Oppositionsbänken der Republik.“ Mag sein, aber da fehlt zweierlei: Erstens ist ein Neubeginn davon abhängig, die Macht der Gewerkschaften zu beschneiden, wenn sie nicht von sich aus einlenken. Da sehe ich bei der SPD schwarz.

Zum zweiten muss erwähnt werden: Schröder hat auch noch ein Volk, das nicht nur aus Sozialdemokraten besteht. Das sitzt eigentlich nur noch auf den Oppositionsbänken. Schade um das Volk.

Menschen sterben oft in Frieden, wenn sie alt sind, und wenn sie berühmt waren, dann schreiben Journalisten freundliche Nachrufe.

Oder belanglose: „Inge Meysel, die erlebt hatte, was Diffammierung bedeutet, nahm auch sonst kein Blatt vor den Mund. 1978 klagte sie zusammen mit Alice Schwarzer und Margarethe Mitscherlich gegen die Darstellung der Frau als bloßes Sex-ualobjekt im Stern".

Welche goldige Sprache: „Bloße Sexualobjekte“. Und zu solchen Lächerlichkeiten haben sich Frau Meisel und Frau Mitscherlich ernsthaft hergegeben? Von Frau Schwarzer hatte ich nichts anderes erwartet.

(Das doppelte "M" in „Diffamierung“ und den Trennstrich in „Sex-ualobjekt“ habe ich mal dringelassen, liebe nrz)

Hätte ich heute meinen Schweinchentag gehabt, dann hätte ich aus folgendem Saure-Gurken-Angebot wählen können: „Ist der Penis zu groß um ihn zu zeigen?“, oh, das hätte mir Leser gebracht, glaube ich. Oder wie wäre es mit einer neu entwickelten Sexmaschine für Fitnessfanatiker? Möglichkeit drei wäre Big Brother gewesen, aber dieser Brother war erstens britisch und zweitens – na ja – ich und Big Brother? Da rümpf ich doch die Nase.

Vielleicht noch dies? Ein japanisches Softpornomagazin will keine behaarten nackten Frauen mehr zeigen. Was denn nun, nur noch rasierte? Die Zeitschrift heißt jedenfalls Shukan Bunshun und da gerade nun ja eben jene bereits erwähnte Saure-Gurken-Zeit ist, mag es ja wohl sein, dass sie sich damit interessant machen will.

Oh, ich hätte auch noch über eine neue japanische DVD schreiben können ... „Ballerinen tun es“ oder so ähnlich. Tun wir es nicht alle ab und an? Sicher, aber nicht auf DVDs, wie ich annehme.

Das wöchentliche Geblubber aud den Algen

Wenn ich einmal 25 Artikel geschrieben hätte, von denen jeder wenigstens 1000-mal aufgerufen worden wäre, dann, ja dann würde ich aufhören zu schreiben. Nun ist es soweit, weil der 1014-te Leser meinen zweiten Artikel über die schöne Zhuying Qingtong lesen wollte, der bei mir immer um den Platz 25 herumwabbelt.

Ich weiß, viele würden sich freuen, wenn ich endlich aufhören würde – einige aus dem Selbstverständnis bildungsverbürgerter Genanntgutmenschen, die anderen, weil sie sich mal wieder zu richtig großen Vögeln aufplustern wollen.

Aber nein, ich schenke euch dieses Vergnügen nicht. Die sinnliche Seite des Sehpferds ist nicht seine Einzige, und überhaupt ist das geschriebene Sehpferd nicht das Gelebte gleichen Namens. Letzteres war in den letzten Tagen in Budapest und hat Himbeeren gemampft und sogar die Kultur eine schöne Einrichtung sein lassen.

Wobei ich erwähnen sollte: Glauben sie vorsichtshalber nichts, was man ihnen von Budapest erzählt. Vor allem nicht, dass sie dort preiswert essen können, weder an der Donau noch sonst irgendwo. Die Krönung der letzten Woche war ein ausgemachter Saufraß, den man uns (Sehpferde tauchen oft zu zweit auf) in einem angeblichen Insider-Lokal zugemutet hat. Nun ja – wieder etwas gelernt. Wer wirklich gut essen will, sollte etwa 20 Euro pro Nase für das Essen und mindestens weitere 20 Euro für eine gute Flasche Wein rechnen.

Ich schreibe nächste Woche noch mehr von Budapest: Vielleicht kommen sogar irgendwann einmal täglich „Letters from Budapest“. Ob sich das Sehpferd wandelt? Abwarten - mein Alter Ego wiehert ohnehin gerade ganz fürchterlich.

Ob ich weiterschreibe? Natürlich schreibe ich weiter. Für eine liberale Welt voller Lebensfreude und gegen die Bevormundung der Lebensweisen durch die katholische Kirche, beispielsweise.

Ich beeile mich, dies nachzutragen: Schreiben macht Freude. Aber Freude allein reicht (mir) nicht.

 

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