Fast sündlich wird irgendjemand von der Sicherheitskontrolle am Flughafen angehalten, weil er „etwas Metallisches“ am Körper hat. So etwas hat auch Nicole Richie – „Nippelringe“ nämlich. Weil sie sich bei der Befragung durch die Sicherheitsbeamten offenbar ausgesprochen dumm aufführte, musste sie hinter den Vorhang – und ihre Brüste zeigen. Dem Vernehmen nach waren die Beamtinnen hernach überzeugt, dass sie für den Flug kein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellte. Doch muss sie sich auch später noch kräftig aufgeplustert haben: Sie schäme sich nicht, ihre Brüste zu zeigen, meinte sie, aber was wäre, wenn es jemand täte?
Nun, wenn es jemand täte, hätte sie oder er dieses Schamgefühl vermutlich schon beim Anlegen der Ringe empfunden – und außerdem: Ihre Brüste zeigt sie doch auch, wenn sie nicht hinter einem Vorhang steht und von Sicherheitsbeamtinnen auf Metall am Körper untersucht wird.
Nun, wenn es jemand täte, hätte sie oder er dieses Schamgefühl vermutlich schon beim Anlegen der Ringe empfunden – und außerdem: Ihre Brüste zeigt sie doch auch, wenn sie nicht hinter einem Vorhang steht und von Sicherheitsbeamtinnen auf Metall am Körper untersucht wird.
sehpferd - am Dienstag, 20. Juli 2004, 18:19 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer gestern Morgen Elias Bierdel im Deutschlandfunk gehört hat, kann nur mit dem Kopf schütteln: Offenbar ist dieser Mann zu keinerlei Einsicht fähig. Man muss nicht mehr „ganz genau schauen, wer welche Verantwortung trage“, wie Herr Bierdel meinte – solche Hinhaltetaktiken sind wir von unseriösen Politikern gewohnt, nicht von der „Cap Anamur“. Auch der Tonfall, den der Ex-Journalist einschlug, passt besser zur Extremlinken als zum Chef einer Hilfsorganisation: Es ist gegenwärtig eben nicht die Frage, ob „Menschen vor den Toren der Festung verrecken“ sonder ob der Schaden, den Herr Bierdel angerichtet hat, noch wieder gut zu machen ist. Nur „irgendwelche“ Fehler einzuräumen, reicht jetzt nicht mehr aus.
Denn seine PR-Aktion für die „Cap Anamur“ war nicht nur ein Fehlschlag, sondern ein Rückschlag: Für die Cap Anamur, aber auch für die Hilfsorganisationen allgemein. Man erwartet von einer Hilfsorganisation nämlich genau das, was uns manche andere Organisationen vorenthalten: Transparenz, Wahrhaftigkeit und notfalls schmerzliche Ehrlichkeit, und um es deutlich zu sagen: Es geht um den Anteil, den Herr Bierdel daran hatte – nicht um die Rettung aus Seenot durch den Kapitän, die nie jemand ernstlich bezweifelt hat..
Freilich kann man argumentieren „die Retter gehen in Deckung, um ihre Öffentlichkeitsarbeit dieses Mal sorgfältiger zu überdenken“, wie die „Welt“ schreibt. Doch wir erwarten nicht, dass nun eine Presseerklärung von Spindoctors zusammengebastelt wird. Wir erwarten Aufrichtigkeit.
Heute nun soll die Wahrheit an den Tag kommen sie wird nach Pressevorabberichten wohl so aussehen: Die Cap Anamur Leute werden sagen, dass sie zufällig auf die Schiffbrüchigen gestoßen sind. Das hatte auch niemand bezweifelt. Man wird ferner sagen, dass die aus Seenot geretteten Menschen auch Herrn Bierdel persönlich falsche Angaben über ihre Identität gemacht hätten. Für all dies hat er einen Kronzeugen aus Nigeria, einen offenbar integren Mann. Man wird schließlich sagen, dass es den Tatsachen entspricht, dass die italienischen Behörden dem Kapitän zunächst die Erlaubnis zum Anlaufen des Hafens Porto Empedocle gegeben, diese dann aber wieder auf Druck aus Rom zurückgezogen hatten.
Ja, das alles wird Cap Anamur heute sagen – und es wird so bedeutungslos sein wie alles, was wir bisher gehört haben. Das Porzellan ist zerschlagen. Es wird lange dauern, es wieder zu kitten, und auch dann wird es nicht mehr den Glanz von damals haben.
Denn seine PR-Aktion für die „Cap Anamur“ war nicht nur ein Fehlschlag, sondern ein Rückschlag: Für die Cap Anamur, aber auch für die Hilfsorganisationen allgemein. Man erwartet von einer Hilfsorganisation nämlich genau das, was uns manche andere Organisationen vorenthalten: Transparenz, Wahrhaftigkeit und notfalls schmerzliche Ehrlichkeit, und um es deutlich zu sagen: Es geht um den Anteil, den Herr Bierdel daran hatte – nicht um die Rettung aus Seenot durch den Kapitän, die nie jemand ernstlich bezweifelt hat..
Freilich kann man argumentieren „die Retter gehen in Deckung, um ihre Öffentlichkeitsarbeit dieses Mal sorgfältiger zu überdenken“, wie die „Welt“ schreibt. Doch wir erwarten nicht, dass nun eine Presseerklärung von Spindoctors zusammengebastelt wird. Wir erwarten Aufrichtigkeit.
Heute nun soll die Wahrheit an den Tag kommen sie wird nach Pressevorabberichten wohl so aussehen: Die Cap Anamur Leute werden sagen, dass sie zufällig auf die Schiffbrüchigen gestoßen sind. Das hatte auch niemand bezweifelt. Man wird ferner sagen, dass die aus Seenot geretteten Menschen auch Herrn Bierdel persönlich falsche Angaben über ihre Identität gemacht hätten. Für all dies hat er einen Kronzeugen aus Nigeria, einen offenbar integren Mann. Man wird schließlich sagen, dass es den Tatsachen entspricht, dass die italienischen Behörden dem Kapitän zunächst die Erlaubnis zum Anlaufen des Hafens Porto Empedocle gegeben, diese dann aber wieder auf Druck aus Rom zurückgezogen hatten.
Ja, das alles wird Cap Anamur heute sagen – und es wird so bedeutungslos sein wie alles, was wir bisher gehört haben. Das Porzellan ist zerschlagen. Es wird lange dauern, es wieder zu kitten, und auch dann wird es nicht mehr den Glanz von damals haben.
sehpferd - am Dienstag, 20. Juli 2004, 10:01 - Rubrik: aufgegriffen
Die Frage nach dem Selbst und den Anderen wird hier wieder einmal gestellt. Ich habe versucht, darauf zu antworten, so wie ich es gelernt habe. Ich denke, dass es nicht mehr viele Leute gibt, die Ronald D. Laing* folgen würden.
Doch ich kann nicht anders. Ich bin nach wie vor fasziniert von dem, was er gesagt und gedacht hat.
* Ich halte die Beschreibung in Wikipedia für oberflächlich
Doch ich kann nicht anders. Ich bin nach wie vor fasziniert von dem, was er gesagt und gedacht hat.
* Ich halte die Beschreibung in Wikipedia für oberflächlich
sehpferd - am Montag, 19. Juli 2004, 21:32 - Rubrik: aufgegriffen
Finnen sind für alles zu haben, was skurril ist – und dann vergessen sie auch mal, die Nase zu rümpfen, wenn es sich bei dem merkwürdigen Treiben um Sex handelt.
Denn um Sex wird sich alles drehen, wenn am kommenden Wochenende in Kangasniemi zum Sex-Fest der älteren Generation geblasen wird: Ab 45, wenn es Recht ist - aber auch das ist so ernst nicht gemeint, wie denn überhaupt betont wird, dass man den Sex bitte schön auch mal von der lustigen Seite betrachten kann.
Das Spektakel wird leider fast nur für finnischsprachige Leser zu verfolgen sein – die englische Ausgabe von Helsingin Sanomat hält gerade Sommerschlaf. Doch da Sehpferd deshalb Sehpferd heißt, weil er alles findet, hier und heute auf Sehpferds Präsentierteller: eine Beschreibung des Festivals in englischer Sprache.
Denn um Sex wird sich alles drehen, wenn am kommenden Wochenende in Kangasniemi zum Sex-Fest der älteren Generation geblasen wird: Ab 45, wenn es Recht ist - aber auch das ist so ernst nicht gemeint, wie denn überhaupt betont wird, dass man den Sex bitte schön auch mal von der lustigen Seite betrachten kann.
Das Spektakel wird leider fast nur für finnischsprachige Leser zu verfolgen sein – die englische Ausgabe von Helsingin Sanomat hält gerade Sommerschlaf. Doch da Sehpferd deshalb Sehpferd heißt, weil er alles findet, hier und heute auf Sehpferds Präsentierteller: eine Beschreibung des Festivals in englischer Sprache.
sehpferd - am Montag, 19. Juli 2004, 20:54 - Rubrik: seltsame welt
Früher waren Bordelle schmutzig, Pornoshops Ekel erregend und die Werbung für Escort-Damen schlüpfrig. Doch heute hat sich manches geändert: Screenshot der Werbung einer modernen Escort-Agentur (HM-Escorts).
(c) 2004 by hm escort services
(c) 2004 by hm escort services
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Warum stellen Sie es nicht sofort fest? Der Weg zur Wahrheit ist nur einen Mausklick entfernt.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Bedauerlicherweise bin ich der russischen Sprache nicht mächtig, aber offenbar ist hier ein semiprofessioneller Fotograf am Werk, dessen ganze Liebe jungen Frauen gehört. Wer es anklickt, könnte süchtig werden: Eine erstaunliche Vielfalt an Bildern, die allesamt etwas anders aufgefasst sind, als wir es gewohnt sind, erwartet den Betrachter.
Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Akte. Es gibt Frauen, Parties, Landschaften – eben alles, was diesem Fotografen vor die Linse kam.
(c) 2004 by the owner of the linked website
Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Akte. Es gibt Frauen, Parties, Landschaften – eben alles, was diesem Fotografen vor die Linse kam.
(c) 2004 by the owner of the linked website
sehpferd - am Montag, 19. Juli 2004, 18:29 - Rubrik: lichtbilder - photography
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Bundesbürger sind wieder zu Sinnen gekommen: Mittlerweile befürworten 47 Prozent der befragten die Agenda 2010 – das ergab eine neue Umfrage der ARD, die von Infratest durchgeführt wurde.
Allerdings traut man der SPD weiterhin nicht: Nur noch 23 Prozent der Befragten würden diese Partei wählen. Damit scheint klar zu sein, was sich schon längere Zeit abzeichnet: Die Mehrheit der Deutschen will den Reformkurs – aber ohne die SPD, die sich seit Monaten in einem fürchterlichen Schlingerkurs durch die Politik mogelt.
Doch auch die marode CDU bekam ihren Dämpfer ab: Volkes Stimme fordert die einkommensabhängige Bürgerversicherung, nicht die Kopfpauschale, deren alleiniger Befürworter die CDU ist: Selbst die Schwesterpartei CSU lehnt diese als unsozial angesehen Form der Krankenversicherung ab.
mehr in der FAZ.
Allerdings traut man der SPD weiterhin nicht: Nur noch 23 Prozent der Befragten würden diese Partei wählen. Damit scheint klar zu sein, was sich schon längere Zeit abzeichnet: Die Mehrheit der Deutschen will den Reformkurs – aber ohne die SPD, die sich seit Monaten in einem fürchterlichen Schlingerkurs durch die Politik mogelt.
Doch auch die marode CDU bekam ihren Dämpfer ab: Volkes Stimme fordert die einkommensabhängige Bürgerversicherung, nicht die Kopfpauschale, deren alleiniger Befürworter die CDU ist: Selbst die Schwesterpartei CSU lehnt diese als unsozial angesehen Form der Krankenversicherung ab.
mehr in der FAZ.
sehpferd - am Montag, 19. Juli 2004, 12:19 - Rubrik: einig fallerland
Die Frage, was Bloggen politisch bewirkt - zumindest in den vereinigten Staaten von Nordamerika – untersucht die „Süddeutsche Zeitung“. Sie zitiert:
„Überhaupt seien sie eigentlich nur Nachfolger jener zornigen jungen Männer, die im England und Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts mit Pamphleten, mit Streitschriften auf teilweise recht rüde Art ihre Gegner in Politik und Kultur zu vernichten suchten.“
Indessen weiß die Süddeutsche aber auch, dass es noch einen Platz für den altgedienten Journalismus gibt: Fakt und Meinung würden hier besser getrennt. Was sind denn nun diese Blogger? Eine fünfte Gewalt, wie die „Süddeutsche“ schreibt, oder die „Fünfte Kolonne“, wie es mir manchmal scheint.
Lassen Sie mich also Fakt und Meinung voneinander trennen, liebe Leser: Ja, ich fühle mich von der allseits verhöhnten konservativen Presse besser informiert als durch die deutschen und österreichischen Blogs. Politisch kann man in Deutschland und Österreich blind in die Lostrommel der Blogger greifen und fast sicher sein, eine Niete zu erwischen - bei der Tageszeitung ist dies ungleich schwieriger.
„Überhaupt seien sie eigentlich nur Nachfolger jener zornigen jungen Männer, die im England und Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts mit Pamphleten, mit Streitschriften auf teilweise recht rüde Art ihre Gegner in Politik und Kultur zu vernichten suchten.“
Indessen weiß die Süddeutsche aber auch, dass es noch einen Platz für den altgedienten Journalismus gibt: Fakt und Meinung würden hier besser getrennt. Was sind denn nun diese Blogger? Eine fünfte Gewalt, wie die „Süddeutsche“ schreibt, oder die „Fünfte Kolonne“, wie es mir manchmal scheint.
Lassen Sie mich also Fakt und Meinung voneinander trennen, liebe Leser: Ja, ich fühle mich von der allseits verhöhnten konservativen Presse besser informiert als durch die deutschen und österreichischen Blogs. Politisch kann man in Deutschland und Österreich blind in die Lostrommel der Blogger greifen und fast sicher sein, eine Niete zu erwischen - bei der Tageszeitung ist dies ungleich schwieriger.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 22:59 - Rubrik: blog nachrichten
Verkaufsautomaten für Porno-DVDs sind das kontroverse Sommerthema in Wales (UK). Die Automaten wurden bislang als Test auf den Herrentoiletten in 30 Pubs in Wales aufgestellt – angeblich, weil dort der Appetit auf Pornos besonders groß sei.
Doch freilich gibt es bereits wieder Wirbel um die Sache: Der Jugendschutz steht weiteren Installationen im Wege, denn pinkeln müssen schließlich auch Minderjährige.
World Sex News hatte freilich schon weitere Märkte im Kopf: Dort wittert man den großen Markt nicht nur auf Herrentoiletten, sondern auch auf Damentoiletten. Bei dem Preis wären DVDs mit einigen gut gebauten Herren sicher ein geeignetes Mitbringsel für das Damenkränzchen, und mit sechs Pfund nicht einmal eine teure Investition.
Doch freilich gibt es bereits wieder Wirbel um die Sache: Der Jugendschutz steht weiteren Installationen im Wege, denn pinkeln müssen schließlich auch Minderjährige.
World Sex News hatte freilich schon weitere Märkte im Kopf: Dort wittert man den großen Markt nicht nur auf Herrentoiletten, sondern auch auf Damentoiletten. Bei dem Preis wären DVDs mit einigen gut gebauten Herren sicher ein geeignetes Mitbringsel für das Damenkränzchen, und mit sechs Pfund nicht einmal eine teure Investition.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 21:22 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Rosie Reid, wir erinnern uns, war der Name der jungen Dame, die ihre Jungfräulichkeit im Internet verauktioniert hat – behauptet sie jedenfalls. Beweisen lässt es sich nicht, denn als unmittelbarer Zeuge käme nur der Begünstigte in Frage, der natürlich nicht auffindbar ist. Nehmen wir also einmal an, es war tatsächlich so.
Wenn es möglich wäre, sagte sie jetzt einer australischen Zeitschrift, würde sie es wieder machen – und redet genüsslicher als damals über das, was sie tat. Sie hätte es vielleicht auch für (etwa) 2000 Pfund gemacht, sagte sie und fügte hinzu, dass dies schließlich immer noch viel Geld für eine einzige Nacht sei. Von dem Geld, was sie bekommen habe (8400 Pfund), seinen alle Rechnungen bezahl worden, und etwas Geld für Kleidung habe sie auch noch übrig gehabt.
Doch die Reporterin scheint dies nicht zu interessieren, und sie glaubt auch nicht, was Rosie sagt: Man muss nur an der Oberfläche kratzen, meint sie, dann wird schon rauskommen, was wirklich los ist, und dann stellt sie die Gretchenfrage: Kann eine Frau, die im „zarten“ Alter von 15 Jahren Hals über Kopf eine lesbische Beziehung eingegangen ist, eigentlich ganz normal sein? Sie glaubt, es herausgefunden zu haben: Rosi sei „tief verwirrt“ über ihre Sexualität.
Tief verwirrt? Rosie "gesteht", dass sie ihre Aktion auch deshab angezettelt hat, um einmal mit einem Mann zu schlafen. Muss man „tief verwirrt“ sein, wenn man eine lesbische Beziehung hat und einmal mit einem Mann schlafen möchte? Wohl nicht. Beziehungen gehen nur die beiden Menschen etwas an, die sie haben.
Was wäre aber eine Reporterin, wenn sie nicht etwas Psychopulver im Handtäschchen tragen würde? Sie sage nicht die ganze Wahrheit, schreibt die Autorin, und man möchte ihr entgegnen: Freilich – warum sollte sie auch?
Doch ihre Zweifel reichen, um eben diesen Schluss zu ziehen: Rosie war eben ein Mädchen, dem die elterliche Führung fehlte – deshalb sei sie so geworden: Tief verwirrt eben, sowohl über ihre Sexualität wie auch über ihre Moral.
Geschrieben hat das Ganze Becky Sheaves, und erschienen ist es in der Heraldsun. Schieben wir einmal auf die Saure-Gurken-Zeit, dass die Redaktionen einen derartigen Stuss gedruckt hat, und raten wir Frau Sheaves dazu, ihre Neigung zum Journalismus noch einmal zu überdenken. Wie wäre es, Frau Sheaves, sich als Kartenlegerin zu verdingen?
English in short:
A female Australian reporter asked Rosie Reid for an interview nearly half a year after she sold her virginity on the web. To the reporters surprise, Rosie din not regret what she did, so she decided to “scratch the surface”.
The result of her investigations: Rosie is “deeply confuse about her sexuality and morals”. The only problem is, that nobody knows how she found out. She’d better be a fortune-teller than a journalist.
Wenn es möglich wäre, sagte sie jetzt einer australischen Zeitschrift, würde sie es wieder machen – und redet genüsslicher als damals über das, was sie tat. Sie hätte es vielleicht auch für (etwa) 2000 Pfund gemacht, sagte sie und fügte hinzu, dass dies schließlich immer noch viel Geld für eine einzige Nacht sei. Von dem Geld, was sie bekommen habe (8400 Pfund), seinen alle Rechnungen bezahl worden, und etwas Geld für Kleidung habe sie auch noch übrig gehabt.
Doch die Reporterin scheint dies nicht zu interessieren, und sie glaubt auch nicht, was Rosie sagt: Man muss nur an der Oberfläche kratzen, meint sie, dann wird schon rauskommen, was wirklich los ist, und dann stellt sie die Gretchenfrage: Kann eine Frau, die im „zarten“ Alter von 15 Jahren Hals über Kopf eine lesbische Beziehung eingegangen ist, eigentlich ganz normal sein? Sie glaubt, es herausgefunden zu haben: Rosi sei „tief verwirrt“ über ihre Sexualität.
Tief verwirrt? Rosie "gesteht", dass sie ihre Aktion auch deshab angezettelt hat, um einmal mit einem Mann zu schlafen. Muss man „tief verwirrt“ sein, wenn man eine lesbische Beziehung hat und einmal mit einem Mann schlafen möchte? Wohl nicht. Beziehungen gehen nur die beiden Menschen etwas an, die sie haben.
Was wäre aber eine Reporterin, wenn sie nicht etwas Psychopulver im Handtäschchen tragen würde? Sie sage nicht die ganze Wahrheit, schreibt die Autorin, und man möchte ihr entgegnen: Freilich – warum sollte sie auch?
Doch ihre Zweifel reichen, um eben diesen Schluss zu ziehen: Rosie war eben ein Mädchen, dem die elterliche Führung fehlte – deshalb sei sie so geworden: Tief verwirrt eben, sowohl über ihre Sexualität wie auch über ihre Moral.
Geschrieben hat das Ganze Becky Sheaves, und erschienen ist es in der Heraldsun. Schieben wir einmal auf die Saure-Gurken-Zeit, dass die Redaktionen einen derartigen Stuss gedruckt hat, und raten wir Frau Sheaves dazu, ihre Neigung zum Journalismus noch einmal zu überdenken. Wie wäre es, Frau Sheaves, sich als Kartenlegerin zu verdingen?
English in short:
A female Australian reporter asked Rosie Reid for an interview nearly half a year after she sold her virginity on the web. To the reporters surprise, Rosie din not regret what she did, so she decided to “scratch the surface”.
The result of her investigations: Rosie is “deeply confuse about her sexuality and morals”. The only problem is, that nobody knows how she found out. She’d better be a fortune-teller than a journalist.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 20:52 - Rubrik: printmedien
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Manchmal sollte ich doch meine Emails beachten. Dann hätte ich nicht versäumt, die letzte Mail von Agent Provokateur zu lesen – nein, das ist kein bislang unbekanntes Weblog der „Neuen Linken“, sondern ein Unternehmen, das sich auf Dessous spezialisiert hat, die man vor der Liebe trägt - und gelegentlich auch auf der Bühne.
Hier die Beschreibung von Doloresse, die ich meinen Leser nicht vorenthalten will:
„In dem Video sieht man Fetischmodell Dita von Teese als Domina, die eine George W. Bush-Kopie fesselt, auspeitscht und ihr einen mit der US-Flagge geschmückten Baseball-Schläger einführt.“
Ich wusste, dass Ditta von Teese etwas kann. Strippen. Schreiben kann sie nämlich nicht. Im GQ hatte sie dergleichen in den letzten Monaten überreichlich demonstriert. Das Vidoe selbst? Kann man sich ansehen.
Hier die Beschreibung von Doloresse, die ich meinen Leser nicht vorenthalten will:
„In dem Video sieht man Fetischmodell Dita von Teese als Domina, die eine George W. Bush-Kopie fesselt, auspeitscht und ihr einen mit der US-Flagge geschmückten Baseball-Schläger einführt.“
Ich wusste, dass Ditta von Teese etwas kann. Strippen. Schreiben kann sie nämlich nicht. Im GQ hatte sie dergleichen in den letzten Monaten überreichlich demonstriert. Das Vidoe selbst? Kann man sich ansehen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ in Ihrer Ausgabe vom 10.Juli dieses Jahres schrieb, dürfen österreichische Fernsehsender „sexuelle Inhalte“ nicht mehr "unreflektiert" darstellen – ansonsten müssen sie ihr Programm so verschlüsseln, dass es nur Erwachsenen zugänglich ist. Ob dieses Gesetz vor allem den österreichischen Sender „TV6“ treffen soll, wie von der „Presse“ behauptet, ist allerdings ungewiss: Dort sendet man inzwischen fast rund um die Uhr Ratespiele, die etwa die erotische Potenz eines Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spiels haben.
Der Sender hat (vermutlich aus diesem Grunde) auf seiner Webseite auch keine reguläre Programmübersicht mehr. Lakonisch heißt es:
"In unserem Erotikprogramm bringen wir neben diversen Kurzfilmen eine Liveshow aus dem Container, die mit Tinas Erotiktalk garniert wird und Diverse andere, sich ständig wechselnde Formate. Aber was sollen wir hier unsere Erotikformate haarklein zerlegen. Schau doch einfach vorbei."
Da erinnern wir und aber recht deutlich noch an andere Zeiten bei TV6, als die bezaubernde Steffi noch auf der Bühne stand (na ja, sie „stand“ nie lange dort), und später auf dem Sofa ihren unnachahmlichen Witz versprühte ... von den Brüsten, die stets gut ins Bild kamen, einmal abgesehen.
Erinnerung an andere Zeiten: Steffi und Boris. Nach Mitternacht gab es auch noch andere Szenen - die allerdings kann ich hier nicht veröffentlichen.
(c) der Screenshots 2003 by Sehpferd
Der Sender hat (vermutlich aus diesem Grunde) auf seiner Webseite auch keine reguläre Programmübersicht mehr. Lakonisch heißt es:
"In unserem Erotikprogramm bringen wir neben diversen Kurzfilmen eine Liveshow aus dem Container, die mit Tinas Erotiktalk garniert wird und Diverse andere, sich ständig wechselnde Formate. Aber was sollen wir hier unsere Erotikformate haarklein zerlegen. Schau doch einfach vorbei."
Da erinnern wir und aber recht deutlich noch an andere Zeiten bei TV6, als die bezaubernde Steffi noch auf der Bühne stand (na ja, sie „stand“ nie lange dort), und später auf dem Sofa ihren unnachahmlichen Witz versprühte ... von den Brüsten, die stets gut ins Bild kamen, einmal abgesehen.
Erinnerung an andere Zeiten: Steffi und Boris. Nach Mitternacht gab es auch noch andere Szenen - die allerdings kann ich hier nicht veröffentlichen.
(c) der Screenshots 2003 by Sehpferd
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 13:46 - Rubrik: seltsame welt
Manchmal frage ich mich, warum ich überhaupt gegen die Dummheit schreibe, es nützt ja doch nichts. Die neueste Journalistenverunglimpfung fand ich via „Spalte 1“ beim Linksnetz.
Zitat:
„In den Redaktionen, auch und gerade in den fürs Feuilleton Zuständigen, sitzen dem Kapitalismus verpflichtete Journalisten, die wachhündisch Witterung aufnehmen, sobald Schriftsteller die Sache der sozial Benachteiligten zu ihrem Thema machen.“
Da könnte ich polemisch antworten, dass die Damen und Herren Schriftsteller doch jüngst gerade damit beschäftigt waren, vehement an der Rechtschreibreform herumzunörgeln, aber nun muss ich doch wohl dagegen halten: Wir haben viel zu viele unpolitische deutschsprachige Schriftsteller, und noch weniger kämpferische Intellektuelle, die sich gegen das Unrecht der Welt auflehnen.
Freilich meine ich mit „kritisch“ auch wirklich „kritisch“. Leute, die dauernd den „Arbeiter“ im Munde führten, ohne je einen gekannt zu haben, hatten wir schon in den 68ern genug. Der Einzige Unterschied: Jetzt heißen die nicht mehr „Arbeiter“, sondern die „Abhängigen und Benachteiligten„. Woran man mal wieder dies erkennen kann: Die Namen werden ausgetauscht, das Blechgerede bleibt das Gleiche.
Die Redakteure haben nun einmal wirklich keine Schuld, wenn die Literaten nach Geld schielen und deswegen schreiben, was der Leser mag. Vor allem aber sind sie keine „Wachhunde“ irgendeines Systems – aber das wissen selbst die Leute, die so etwas schreiben: Doch sie finden Agitation offenbar schick.
Geschrieben hat die Linkspolemik im Ursprung ein gewisser Werner René Schwab. Ausser für fünf Artikel im „OSSIETZKY“ trat er bisher nirgendwo in Erscheinung.
Zitat:
„In den Redaktionen, auch und gerade in den fürs Feuilleton Zuständigen, sitzen dem Kapitalismus verpflichtete Journalisten, die wachhündisch Witterung aufnehmen, sobald Schriftsteller die Sache der sozial Benachteiligten zu ihrem Thema machen.“
Da könnte ich polemisch antworten, dass die Damen und Herren Schriftsteller doch jüngst gerade damit beschäftigt waren, vehement an der Rechtschreibreform herumzunörgeln, aber nun muss ich doch wohl dagegen halten: Wir haben viel zu viele unpolitische deutschsprachige Schriftsteller, und noch weniger kämpferische Intellektuelle, die sich gegen das Unrecht der Welt auflehnen.
Freilich meine ich mit „kritisch“ auch wirklich „kritisch“. Leute, die dauernd den „Arbeiter“ im Munde führten, ohne je einen gekannt zu haben, hatten wir schon in den 68ern genug. Der Einzige Unterschied: Jetzt heißen die nicht mehr „Arbeiter“, sondern die „Abhängigen und Benachteiligten„. Woran man mal wieder dies erkennen kann: Die Namen werden ausgetauscht, das Blechgerede bleibt das Gleiche.
Die Redakteure haben nun einmal wirklich keine Schuld, wenn die Literaten nach Geld schielen und deswegen schreiben, was der Leser mag. Vor allem aber sind sie keine „Wachhunde“ irgendeines Systems – aber das wissen selbst die Leute, die so etwas schreiben: Doch sie finden Agitation offenbar schick.
Geschrieben hat die Linkspolemik im Ursprung ein gewisser Werner René Schwab. Ausser für fünf Artikel im „OSSIETZKY“ trat er bisher nirgendwo in Erscheinung.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 12:58 - Rubrik: aufgegriffen
Manchmal muss es ein Leserbrief sein, der den Gedanken anstößt: Wenn der Ladenschluss in Deutschland gekippt würde, dann käme die „Entfesselung der Warenanbieter“ doch nur der „Großwirtschaft“ zugute.
Ein anderer Mensch, den ich ansonsten sehr schätze, erklärt mir dauernd, dass man ja „nicht mehr Geld ausgeben könne“, wenn die Geschäfte länger geöffnet hätten – man „haben ja nicht mehr Geld zum Ausgeben“.
`
Das mag ja alles sein. Aber wenn ich nachts oder sonntags nicht in meiner Stadt einkaufen kann, dann kaufe ich eben im Internet ein, und meine Euros gehen dabei sogar möglicherweise noch einen ausländischen Anbieter: Es scheint, als hätten manche Menschen noch gar nicht wahrgenommen, dass ihnen die Wirklichkeit mittlerweile entglitten ist.
Wer es gerne eine Nummer kleiner hätte: Bei einem ausgesprochen guten Bäcker in der Stadt, in der ich hause, stehen sonntags die Leute in Schlangen aus der Tür heraus, um frische Brötchen zu kaufen. Manchmal kommen die Leute mit dem Backen gar nicht nach. Würde dieser Bäcker Sonntags nicht öffnen, dann würden die Hausfrauen Teiglinge aus dem Eis holen – die sie zuvor im Supermarkt gekauft haben.
Vielleicht sollten Deutsche nicht nur im Ausland Urlaub machen, sondern dort auch mal die Ökonomie angucken: Möglicherweise reicht es aber schon, mal mit dem Inhaber des türkischen Ladens an der Ecke zu sprechen - über Ökonomie, aber auch über Qualität.
Ein anderer Mensch, den ich ansonsten sehr schätze, erklärt mir dauernd, dass man ja „nicht mehr Geld ausgeben könne“, wenn die Geschäfte länger geöffnet hätten – man „haben ja nicht mehr Geld zum Ausgeben“.
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Das mag ja alles sein. Aber wenn ich nachts oder sonntags nicht in meiner Stadt einkaufen kann, dann kaufe ich eben im Internet ein, und meine Euros gehen dabei sogar möglicherweise noch einen ausländischen Anbieter: Es scheint, als hätten manche Menschen noch gar nicht wahrgenommen, dass ihnen die Wirklichkeit mittlerweile entglitten ist.
Wer es gerne eine Nummer kleiner hätte: Bei einem ausgesprochen guten Bäcker in der Stadt, in der ich hause, stehen sonntags die Leute in Schlangen aus der Tür heraus, um frische Brötchen zu kaufen. Manchmal kommen die Leute mit dem Backen gar nicht nach. Würde dieser Bäcker Sonntags nicht öffnen, dann würden die Hausfrauen Teiglinge aus dem Eis holen – die sie zuvor im Supermarkt gekauft haben.
Vielleicht sollten Deutsche nicht nur im Ausland Urlaub machen, sondern dort auch mal die Ökonomie angucken: Möglicherweise reicht es aber schon, mal mit dem Inhaber des türkischen Ladens an der Ecke zu sprechen - über Ökonomie, aber auch über Qualität.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 11:46 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Kampf um die Präsidentschaft in den vereinigten Staaten von Nordamerika hat eine neue Dimension erreicht, die wir uns bislang nicht hätten träumen lassen: Töchter.
Spieglein, Spieglein, an der Wand, welcher Bewerber hat die schönsten Töchter im ganzen Land? Die Antwort wäre beinah eindeutig: der Zwillingsvater George. Mal kann er die eine präsentieren, die auf den schönen Namen Barbara hört, die die andere, die auf den Namen Jenna getauft wurde. Wer meint, dass die beiden Damen noch etwas „backfischartig“ aussehen, sollte mal die Vogue-Photos ansehen. Die Image-Politur durch Vogue und die Zwillingsseiten-Macher war auch dringend nötig: Die Bush-Töchter hatten zuletzt eine denkbare schlechte Presse.
Oh, die Kerry-Töchter? Da wäre einmal Alexandra, die beim Filmfestival in Cannes mit einem Kleid Furore macht, dass ihre Brüste durchscheinen ließ, und Vanessa, von der man noch kaum ein Bild in der Presse gesehen hat. Immerhin: Beide Töchter gelten (auch durchaus noch nach dem Cannes-Auftritt von Vanessa) als untadelig.
Die Frage, „who’s hottest“, die jetzt in der amerikanischen Presse und bei vielen Bloggern im Mittelpunkt steht, ist wohl eher auf die Saure-Gurken-Zeit zurückzuführen, aber dennoch: Man lernt sie mal kennen, die Damen – immerhin wurden die Bush-Töchter auch in GQ erwähnt: Auf dem letzten Platz von 44 angeblich schönen Abkömmlingen Prominenter.
Spieglein, Spieglein, an der Wand, welcher Bewerber hat die schönsten Töchter im ganzen Land? Die Antwort wäre beinah eindeutig: der Zwillingsvater George. Mal kann er die eine präsentieren, die auf den schönen Namen Barbara hört, die die andere, die auf den Namen Jenna getauft wurde. Wer meint, dass die beiden Damen noch etwas „backfischartig“ aussehen, sollte mal die Vogue-Photos ansehen. Die Image-Politur durch Vogue und die Zwillingsseiten-Macher war auch dringend nötig: Die Bush-Töchter hatten zuletzt eine denkbare schlechte Presse.
Oh, die Kerry-Töchter? Da wäre einmal Alexandra, die beim Filmfestival in Cannes mit einem Kleid Furore macht, dass ihre Brüste durchscheinen ließ, und Vanessa, von der man noch kaum ein Bild in der Presse gesehen hat. Immerhin: Beide Töchter gelten (auch durchaus noch nach dem Cannes-Auftritt von Vanessa) als untadelig.
Die Frage, „who’s hottest“, die jetzt in der amerikanischen Presse und bei vielen Bloggern im Mittelpunkt steht, ist wohl eher auf die Saure-Gurken-Zeit zurückzuführen, aber dennoch: Man lernt sie mal kennen, die Damen – immerhin wurden die Bush-Töchter auch in GQ erwähnt: Auf dem letzten Platz von 44 angeblich schönen Abkömmlingen Prominenter.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 11:17 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Das wöchentliche Geblubber aus den Algen
Tja, die Sauergurken: Sie plumpsen gegenwärtig nur so in die Gläser der Journalisten, und dort, wo sie gar nicht plumpsen, bei den Bloggern, steht man oft ratlos da: Was, um des Himmels willen, kann ich denn heute nur wieder schreiben?
Eines ist letzte Woche klar geworden: Blogger sind nicht die besseren Journalisten, sondern eher zögerliche Letzte-Moment-Aufspringer. Da wird uns eine Geschichte von der „Cap Anamur“ aufgetischt, die jede Menge Ungereimtheiten enthält: Kaum ein Blogger hat dies überhaupt nur bemerkt.
Auch die Promis erbringen gegenwärtig nicht die Sensationen, die man erwartet – was wohl bedeutet, dass es ihnen gegenwärtig zu heiß ist. Also muss man sich etwas aus den Fingern saugen: zum Beispiel, ob der amerikanische Präsident oder sein Herausforderer die schöneren Töchter haben. Falls derjenige die Wahl gewinnt, der die hübscheren Zwillinge hat, wissen wir nun wenigstens, warum. Immerhin haben die Teenager nach Presseberichten gelobt, bis zur Wahl schön brav zu sein und Papi keine Schande (mehr) zu machen.
Die erotischen Nachrichten gehen ebenfalls zögerlich ein: aus den Quellen sprudelt kein Wasser mehr, es tropft nur noch, und bei den Quellen der Quellen ist es ebenso: Eine norwegische Zeitung gab sich alle Mühe, das kopulierende Pärchen auf der Bühne eines Rock-Festivals mehrfach zu vermarkten: Heraus kam nur eine dürftige Meldung, dass auch anderwärts ein bekifftes Pärchen Straßensex hatte, und diese lachhafte Meldung ging dann um die ganze Welt.
Von dem, was deutsche Politiker sagen, sollte man im Moment besser gar nicht erst schreiben. Die Pressegier nach Nachrichten wird schamlos genutzt: große Koalition, kein Kindergeld für Rabeneltern, Krankenversicherung ... wie schön, wenn man sich damit in der Presse wiederfindet. Dann kommt sogar mal ein Zahnarzt herein, der unbedingt berühmt werden will, nämlich damit: Patienten bekommen eine Rechnung, die sollen sie dann bei ihrer Krankenkasse einreichen. Auf der gleichen Webseite wird für ein Inkasso-Büro geworben, damit säumige Zahler dingfest gemacht werden können. Schöne neue Welt? Bevor ich auf so etwas reinfalle, kann ich meine Zähne auch in Ungarn machen lassen – die Reisekosten nebst ein paar schönen Tagen dort dürften im Preis enthalten sein.
Was mir sonst noch auffiel? Daimler-Chrysler. Mir ist völlig Schnuppe, wie die Feindlage zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat ist: Der Name der Marke bekommt eine negative Presse, und Deutschland steht mal wieder als ein Land da, in dem sich nicht mal solche Konflikte lösen lassen.
Tja, die Sauergurken: Sie plumpsen gegenwärtig nur so in die Gläser der Journalisten, und dort, wo sie gar nicht plumpsen, bei den Bloggern, steht man oft ratlos da: Was, um des Himmels willen, kann ich denn heute nur wieder schreiben?
Eines ist letzte Woche klar geworden: Blogger sind nicht die besseren Journalisten, sondern eher zögerliche Letzte-Moment-Aufspringer. Da wird uns eine Geschichte von der „Cap Anamur“ aufgetischt, die jede Menge Ungereimtheiten enthält: Kaum ein Blogger hat dies überhaupt nur bemerkt.
Auch die Promis erbringen gegenwärtig nicht die Sensationen, die man erwartet – was wohl bedeutet, dass es ihnen gegenwärtig zu heiß ist. Also muss man sich etwas aus den Fingern saugen: zum Beispiel, ob der amerikanische Präsident oder sein Herausforderer die schöneren Töchter haben. Falls derjenige die Wahl gewinnt, der die hübscheren Zwillinge hat, wissen wir nun wenigstens, warum. Immerhin haben die Teenager nach Presseberichten gelobt, bis zur Wahl schön brav zu sein und Papi keine Schande (mehr) zu machen.
Die erotischen Nachrichten gehen ebenfalls zögerlich ein: aus den Quellen sprudelt kein Wasser mehr, es tropft nur noch, und bei den Quellen der Quellen ist es ebenso: Eine norwegische Zeitung gab sich alle Mühe, das kopulierende Pärchen auf der Bühne eines Rock-Festivals mehrfach zu vermarkten: Heraus kam nur eine dürftige Meldung, dass auch anderwärts ein bekifftes Pärchen Straßensex hatte, und diese lachhafte Meldung ging dann um die ganze Welt.
Von dem, was deutsche Politiker sagen, sollte man im Moment besser gar nicht erst schreiben. Die Pressegier nach Nachrichten wird schamlos genutzt: große Koalition, kein Kindergeld für Rabeneltern, Krankenversicherung ... wie schön, wenn man sich damit in der Presse wiederfindet. Dann kommt sogar mal ein Zahnarzt herein, der unbedingt berühmt werden will, nämlich damit: Patienten bekommen eine Rechnung, die sollen sie dann bei ihrer Krankenkasse einreichen. Auf der gleichen Webseite wird für ein Inkasso-Büro geworben, damit säumige Zahler dingfest gemacht werden können. Schöne neue Welt? Bevor ich auf so etwas reinfalle, kann ich meine Zähne auch in Ungarn machen lassen – die Reisekosten nebst ein paar schönen Tagen dort dürften im Preis enthalten sein.
Was mir sonst noch auffiel? Daimler-Chrysler. Mir ist völlig Schnuppe, wie die Feindlage zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat ist: Der Name der Marke bekommt eine negative Presse, und Deutschland steht mal wieder als ein Land da, in dem sich nicht mal solche Konflikte lösen lassen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Man mag über das Blog von Don Dahlmann denken, was man will, das Kerlchen hat einen scharfen Verstand. Mir fiel dies auf (Zitat kursiv):
Dass man früher ernsthaft geglaubt hat, dass die Deutschlehrer/innen wirklich gewusst haben, was im Kopf eines Autors vor sich ging, als er einen Text geschrieben hat, ist auch so eine der Lügen, über die man erst sehr viel später lachen kann.
Ergänzen mag ich erstens dazu, dass dies nicht nur für die Autoren, sondern mehr noch für die Musiker und Maler gilt. Und zweitens versuche ich einmal, dem Don zu erklären, dass es nicht „die Deutschlehrer/innen“ sind, die dergleichen Unsinn ursächlich verzapft haben, sondern die deutschen Universitäten, an denen sie ausgebildet wurden: Der Fisch stinkt immer vom Kopf.
Meine persönliche Meinung letztlich noch zu dem Komplex: Lasst uns doch bitte alle und für immer vergessen, was eine Dame oder ein Herr Autor gemeint, gedacht oder gewollt haben: Sie haben es für uns geschrieben, nicht für sich selbst, und sie erwarten, dass wir selber Mensch genug sind, es nach eigenem Belieben interpretieren zu können.
Dass man früher ernsthaft geglaubt hat, dass die Deutschlehrer/innen wirklich gewusst haben, was im Kopf eines Autors vor sich ging, als er einen Text geschrieben hat, ist auch so eine der Lügen, über die man erst sehr viel später lachen kann.
Ergänzen mag ich erstens dazu, dass dies nicht nur für die Autoren, sondern mehr noch für die Musiker und Maler gilt. Und zweitens versuche ich einmal, dem Don zu erklären, dass es nicht „die Deutschlehrer/innen“ sind, die dergleichen Unsinn ursächlich verzapft haben, sondern die deutschen Universitäten, an denen sie ausgebildet wurden: Der Fisch stinkt immer vom Kopf.
Meine persönliche Meinung letztlich noch zu dem Komplex: Lasst uns doch bitte alle und für immer vergessen, was eine Dame oder ein Herr Autor gemeint, gedacht oder gewollt haben: Sie haben es für uns geschrieben, nicht für sich selbst, und sie erwarten, dass wir selber Mensch genug sind, es nach eigenem Belieben interpretieren zu können.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 09:59 - Rubrik: kult und kultur
Mich schrecken die neuen Linken, die eigentlich gar keine Linken sind sondern Anti-Menschen: Sie sind immer anti irgendetwas. Das ginge noch. Aber viel sind auch einfach anti Mensch.
In meinem bisherigen Vokabular kam ein Ausdruck nicht vor: antideutsch. Nicht, dass ich mit den Reden deutscher Politiker immer einverstanden wäre, nicht, dass mich die deutsche Kultur so übermächtig beeindruckt wie die Feuilletonschreiber, aber es ist einfach dumm, anti zu sein.
Ich weiß schon: Die Dogmatiker der Linken werden behaupten, dies sei kein Argument. Das beste Argument, dass ich dagegen setzen kann, ist wohl dies: Sie können vor jedes Volk ein „Anti“ Setzen. Gründe, ein Volk zu hassen, finden sich immer – man muss nur weit genug in die Geschichte zurückgehen.
Um gleich mal etwas auszuholen: Ich bin kein Anti-linker. Kein Mensch, der noch bei Trost ist, ist ein Anti.
In meinem bisherigen Vokabular kam ein Ausdruck nicht vor: antideutsch. Nicht, dass ich mit den Reden deutscher Politiker immer einverstanden wäre, nicht, dass mich die deutsche Kultur so übermächtig beeindruckt wie die Feuilletonschreiber, aber es ist einfach dumm, anti zu sein.
Ich weiß schon: Die Dogmatiker der Linken werden behaupten, dies sei kein Argument. Das beste Argument, dass ich dagegen setzen kann, ist wohl dies: Sie können vor jedes Volk ein „Anti“ Setzen. Gründe, ein Volk zu hassen, finden sich immer – man muss nur weit genug in die Geschichte zurückgehen.
Um gleich mal etwas auszuholen: Ich bin kein Anti-linker. Kein Mensch, der noch bei Trost ist, ist ein Anti.
sehpferd - am Sonntag, 18. Juli 2004, 09:42 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Teufel weiß, wer hinter „Dead batteries“ steckt (es sei denn, dass „Anita Punani“ ein tatsächlich existierender Name ist. Was die Mädchen (oder Jungs) machen? Ganz einfach. Sie geben Batterien (AA-Batterien) ein neues Aussehen, und statt des Herstellernamens steht dann irgendetwas anderes drauf – eventuell sogar eine halb nackte Dame.
Tot sind die Batterien natürlich nicht – sie sollen wie ganz gewöhnliche AA-Batterien funktionieren. Vermutlich ein Gag einer Werbeagentur. Was sinnlich daran sein soll? Nun ja, eben, dass es diese Firma gibt und dass einige der Batterien Damen zeigen, die nicht vollständig bekleidet sind.
Tot sind die Batterien natürlich nicht – sie sollen wie ganz gewöhnliche AA-Batterien funktionieren. Vermutlich ein Gag einer Werbeagentur. Was sinnlich daran sein soll? Nun ja, eben, dass es diese Firma gibt und dass einige der Batterien Damen zeigen, die nicht vollständig bekleidet sind.
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Der Kommunikationswissenschaftler Dr. Ulrich Felix Schneider schreibt im Rheinischen Merkur einen denkwürdigen Artikel, der sich Prominenz, Privatheit und Journalismus beschäftigt. Er sagt unter anderem:
„Zu den prominenzerhaltenden Maßnahmen zählt beispielsweise das öffentliche Sichsonnen im Lichte anderer Prominenter und die Vermarktung der eigenen Privatheit, in manchen Fällen gar die Preisgabe der eigenen Intimität.“
Wie recht er hat: Gerade sind eine Reihe von Prominenten dabei, ihre angeblich gestohlenen „Privatvideos“ ins Internet zu stellen und sich anschließend wortreich in der Öffentlichkeit zu beklagen, man sei „bestohlen“ worden.
Doch neu ist das eigentlich nicht: Schon immer haben die Möchtegern-Stars und die Yellow Press Hand in Hand gearbeitet: Die Vorfälle wurden sorgfältig inszeniert, die Journalisten und Fotografen bestellt, die Lotterbetten schön ausgeleuchtet. Neu in diesem Spiel ist, so scheint es, nur das Internet.
Ach ja, der Mann hat ein Buch geschrieben. Dieses:
Ulrich F. Schneider: Der Januskopf der Prominenz
„Zu den prominenzerhaltenden Maßnahmen zählt beispielsweise das öffentliche Sichsonnen im Lichte anderer Prominenter und die Vermarktung der eigenen Privatheit, in manchen Fällen gar die Preisgabe der eigenen Intimität.“
Wie recht er hat: Gerade sind eine Reihe von Prominenten dabei, ihre angeblich gestohlenen „Privatvideos“ ins Internet zu stellen und sich anschließend wortreich in der Öffentlichkeit zu beklagen, man sei „bestohlen“ worden.
Doch neu ist das eigentlich nicht: Schon immer haben die Möchtegern-Stars und die Yellow Press Hand in Hand gearbeitet: Die Vorfälle wurden sorgfältig inszeniert, die Journalisten und Fotografen bestellt, die Lotterbetten schön ausgeleuchtet. Neu in diesem Spiel ist, so scheint es, nur das Internet.
Ach ja, der Mann hat ein Buch geschrieben. Dieses:
Ulrich F. Schneider: Der Januskopf der Prominenz
sehpferd - am Samstag, 17. Juli 2004, 20:16 - Rubrik: kult und kultur
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Nein, die ist weder ein Hinweis an die Adresse des weiblichen Gutmenschen-Nachwuchses, sich auf dem Niveau höherer Töchter ihre Orgasmen zu holen noch entstammt es der Werbung der Erotikbranche – und dennoch wird es stattfinden: beim Edinburgh-Musik-Festival, dieses Jahr. Mehr im „New Scotsman“.
sehpferd - am Samstag, 17. Juli 2004, 19:44 - Rubrik: kult und kultur
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Wer den A-Capella-Gesang liebt, oder meinetwegen Swing oder Jazz oder überhaupt nur schönen Schnulzen-Kitsch, der sollte hier mal reinhören.
Via „Der Schockwellenreiter“
Via „Der Schockwellenreiter“
sehpferd - am Samstag, 17. Juli 2004, 12:28 - Rubrik: kult und kultur
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Und vor allem achtet scharf, dass man hier alles dürfen darf. Meint ein Linker Blogger, der anderthalb Stunden an die Wände hinredet und dann auch noch sein Blog damit voll labert. Könnte es etwa daran liegen, dass dieser Unsinn niemanden interessiert?
Via Jimmiz
Via Jimmiz
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Es gibt sicher viele Methoden, ein Eis zu essen - diese hier ist sicher die kühlste - für die Eisesserin. Männer hingegen sollen vermittels der Dame wohl eher in Hitzewallungen gebracht werden.
(c) extract from a photo of an unknown websource, via Girlz Web Log.
(c) extract from a photo of an unknown websource, via Girlz Web Log.
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Die drei Männer von der „Cap Anamur“ sind frei – wer würde Ihnen diese Freiheit nicht gönnen? Doch hat es sich gelohnt, diese Aktion im Sommerloch zu inszenieren?
Ich meine: Nein. Zunächst muss festgestellt werden, dass die Organisation „Cap Anamur“ weiterhin darauf beharrt, keine Presseinszenierung vorgenommen zu haben. Dies ließe sich leicht widerlegen – durch die Journalisten, die daran Teil genommen haben. Doch die verhallten sich merkwürdig ruhig – eine Krähe (der Cap-Anamur-Chef ist ein ehemaliger Journalist) hackt der anderen kein Auge aus. Indessen bleibt die Berichterstattung seltsam starr: Die offizielle Cap-Anamur-Version wird nach wie vor überall verbreitet. Eine Recherche findet nicht statt, und das heißt: Die meisten Journalisten vergessen ihre Pflicht. Wenn es denn eine Wahrheit gibt, die der Hilfsorganisation nützt, warum wurde sie nicht von unabhängigen Journalisten verbreitet? Und wenn es denn einen Fehler gab, warum wurde er nicht rückhaltlos zugegeben?
Die meisten Menschen wissen, was die Cap Anamur-Organisation in der Vergangenheit geleistet hat – daher kommt der gute Ruf dieser Gruppe. Doch der frühe Ruhm ist inzwischen verblasst, und man konkurriert vor Ort auch mit anderen Organisationen – also hat man erneut auf das Schiff gesetzt, das den Namen bekannt gemacht hat. Soweit – so gut. Der Konflikt aber, den der Cap Anamur Chef nun ausgelöst hat, ist Gift für die Glaubwürdigkeit privater Hilfsorganisation – und damit meine ich beleibe nicht nur die Cap Anamur.
Hilfsorganisationen sollten nicht versuchen, sich als Partei in die europäische Politik einzumischen. Genau das ist der Fehler, den die Cap-Anamur-Leute gemacht haben. Der Fehler ist, mit Verlaub, unverzeihlich.
Zu den eigentlichen Opfern zählen denn auch die Schiffbrüchigen. Auf ihrem Rücken, und möglicherweise zu ihrem Schaden, wurde der Konflikt ausgetragen.
Was wurde gewonnen? Ein Thema fürs Sommerloch. Europäische Verwicklungen. Große Töne. Punkt.
Ich meine: Nein. Zunächst muss festgestellt werden, dass die Organisation „Cap Anamur“ weiterhin darauf beharrt, keine Presseinszenierung vorgenommen zu haben. Dies ließe sich leicht widerlegen – durch die Journalisten, die daran Teil genommen haben. Doch die verhallten sich merkwürdig ruhig – eine Krähe (der Cap-Anamur-Chef ist ein ehemaliger Journalist) hackt der anderen kein Auge aus. Indessen bleibt die Berichterstattung seltsam starr: Die offizielle Cap-Anamur-Version wird nach wie vor überall verbreitet. Eine Recherche findet nicht statt, und das heißt: Die meisten Journalisten vergessen ihre Pflicht. Wenn es denn eine Wahrheit gibt, die der Hilfsorganisation nützt, warum wurde sie nicht von unabhängigen Journalisten verbreitet? Und wenn es denn einen Fehler gab, warum wurde er nicht rückhaltlos zugegeben?
Die meisten Menschen wissen, was die Cap Anamur-Organisation in der Vergangenheit geleistet hat – daher kommt der gute Ruf dieser Gruppe. Doch der frühe Ruhm ist inzwischen verblasst, und man konkurriert vor Ort auch mit anderen Organisationen – also hat man erneut auf das Schiff gesetzt, das den Namen bekannt gemacht hat. Soweit – so gut. Der Konflikt aber, den der Cap Anamur Chef nun ausgelöst hat, ist Gift für die Glaubwürdigkeit privater Hilfsorganisation – und damit meine ich beleibe nicht nur die Cap Anamur.
Hilfsorganisationen sollten nicht versuchen, sich als Partei in die europäische Politik einzumischen. Genau das ist der Fehler, den die Cap-Anamur-Leute gemacht haben. Der Fehler ist, mit Verlaub, unverzeihlich.
Zu den eigentlichen Opfern zählen denn auch die Schiffbrüchigen. Auf ihrem Rücken, und möglicherweise zu ihrem Schaden, wurde der Konflikt ausgetragen.
Was wurde gewonnen? Ein Thema fürs Sommerloch. Europäische Verwicklungen. Große Töne. Punkt.
sehpferd - am Samstag, 17. Juli 2004, 09:22 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
"Contrary to popular myth, men are from Earth. Women are from Earth." (BelledeJour)
Ich dachte es mir schon. Weil ich das Ei des Kolumbus schon immer bei meinem Milchmann gekauft habe, als es ihn noch gab - jetzt kaufe ich es im Supermarkt.
Denn Männer sind von der Erde, und Frauen sind von der Erde. Jawohl, von den Steinen: Keine Kondore mehr im Hirne, dem Horst.
(Konfus?)
Ein Teil ist von "Belle de Jour", ein Teil von Rühmkorf, der Rest ist von mir.
Und deswegen sei dies noch einmal bekundet:
"Männer sind von der Erde, und Frauen sind von der Erde".
(Und nicht von Mars oder Venus)
Ich dachte es mir schon. Weil ich das Ei des Kolumbus schon immer bei meinem Milchmann gekauft habe, als es ihn noch gab - jetzt kaufe ich es im Supermarkt.
Denn Männer sind von der Erde, und Frauen sind von der Erde. Jawohl, von den Steinen: Keine Kondore mehr im Hirne, dem Horst.
(Konfus?)
Ein Teil ist von "Belle de Jour", ein Teil von Rühmkorf, der Rest ist von mir.
Und deswegen sei dies noch einmal bekundet:
"Männer sind von der Erde, und Frauen sind von der Erde".
(Und nicht von Mars oder Venus)
sehpferd - am Freitag, 16. Juli 2004, 22:51 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
GQ nutzt die Sommerflaute, die das Magazin eigentlich das ganze Jahr befällt, mit einem Füller für die Mittelseiten: „Die besten Partien“. Damit meint das Herrenmagazin neben wenigen gestandenen Frauen vor allem ein paar durchschnittlich aussehende Partygirls, die irgendwelchen Ehen im Showgeschäft entstammen. Als „Experte“ fungiert der Filmemacher und Autor Dirk Wittenborn, der bis zu drei Sternchen für Sex, Geld und Glamour verteilen durfte.
Wie die Wertungen zustande kamen, ist mir nicht klar – und den meisten anderen Lesern wohl auch nicht. Auf Platz 1 steht jedenfalls Jade Jagger, während man auf Platz acht überraschenderweise Mavie Hörbiger platzierte. Das Foto in GQ hätte ich nicht einmal für ein Passbild akzeptiert. Das ist freilich noch gar nichts gegen das Foto von Theodora und Alexandra Richards – muss bei der Kostümprobe für eine Wohlfahrtsveranstaltung aufgenommen worden sein. Zu Elisabeth und Maria von Thurn und Taxis sagt der Herr Regisseur „Hübsch! Und aus einer tollen Familie, die viel für die Kunst getan hat“. Möglich, dass Letzteres zutrifft.
Insgesamt brachte QG es auf 44 Prominententöchter plus ein paar Schwestern derselben nebst einiger Nichten und anderer Verwandter. Gegensätzliches tummelt sich am Ende: Waffa Bin Laden auf Platz 43 (nicht seine Tochter, seine Nichte), sowie die Bush-Töchter Jenna und Barabara auf Platz 44.
Was das Ganze soll? Fragen Sie doch mich nicht. Fragen Sie den GQ-Chefredakteur oder meinetwegen Herrn ... ach, wie heiß dieser Regisseur nochmal? Ich habe es vergessen. Nicht vergessen habe ich, dass der Kommentar zu Emma Parker-Bowles auf der Brust der Hilton-Schwestern klebt – was macht schon ein bisschen Schlampigkeit bei so viel Prominenz. Vielleicht sollte man beide Kommentare zitieren, um das GQ-Niveau hervorzuheben: Zu Frau Parker-Bowles (Platz 37) fiel dem Herrn ein „Irgendwie riecht es hier komisch.“, und bei den Hilton-Schwestern (Rang 40) roch es, wie es scheint, auch merkwürdig: „Sie haben aus Scheiße Gold gemacht“.
Dennoch: Kaufen. Wegen eines Artikels von Pater Anselm Bilgri, zum Beispiel, oder wegen des Aufmachers „Der Krieg der Welten“. Der ist wenigstens informativ. GQ, August 2004, 4 Euro.
Anmerkung: Die Links führen nicht zu GQ, sondern zu beliebigen Webseiten. Es sind nicht die Fotos, die in QG Verwendung fanden.
Wie die Wertungen zustande kamen, ist mir nicht klar – und den meisten anderen Lesern wohl auch nicht. Auf Platz 1 steht jedenfalls Jade Jagger, während man auf Platz acht überraschenderweise Mavie Hörbiger platzierte. Das Foto in GQ hätte ich nicht einmal für ein Passbild akzeptiert. Das ist freilich noch gar nichts gegen das Foto von Theodora und Alexandra Richards – muss bei der Kostümprobe für eine Wohlfahrtsveranstaltung aufgenommen worden sein. Zu Elisabeth und Maria von Thurn und Taxis sagt der Herr Regisseur „Hübsch! Und aus einer tollen Familie, die viel für die Kunst getan hat“. Möglich, dass Letzteres zutrifft.
Insgesamt brachte QG es auf 44 Prominententöchter plus ein paar Schwestern derselben nebst einiger Nichten und anderer Verwandter. Gegensätzliches tummelt sich am Ende: Waffa Bin Laden auf Platz 43 (nicht seine Tochter, seine Nichte), sowie die Bush-Töchter Jenna und Barabara auf Platz 44.
Was das Ganze soll? Fragen Sie doch mich nicht. Fragen Sie den GQ-Chefredakteur oder meinetwegen Herrn ... ach, wie heiß dieser Regisseur nochmal? Ich habe es vergessen. Nicht vergessen habe ich, dass der Kommentar zu Emma Parker-Bowles auf der Brust der Hilton-Schwestern klebt – was macht schon ein bisschen Schlampigkeit bei so viel Prominenz. Vielleicht sollte man beide Kommentare zitieren, um das GQ-Niveau hervorzuheben: Zu Frau Parker-Bowles (Platz 37) fiel dem Herrn ein „Irgendwie riecht es hier komisch.“, und bei den Hilton-Schwestern (Rang 40) roch es, wie es scheint, auch merkwürdig: „Sie haben aus Scheiße Gold gemacht“.
Dennoch: Kaufen. Wegen eines Artikels von Pater Anselm Bilgri, zum Beispiel, oder wegen des Aufmachers „Der Krieg der Welten“. Der ist wenigstens informativ. GQ, August 2004, 4 Euro.
Anmerkung: Die Links führen nicht zu GQ, sondern zu beliebigen Webseiten. Es sind nicht die Fotos, die in QG Verwendung fanden.
sehpferd - am Freitag, 16. Juli 2004, 21:33 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Noch ein Griff in meine Sommerkiste: - Wir brauchen alle mehr Pornos. Meine nicht ich – ich muss mir als Deutscher ja schon überlegen, ob ich nicht die Sittengesetze verletze, wenn ich einen unbekleideten Penis in meinem Blog zeige. Aber andere denken darüber nach, nämlich so:
„Most online publishers and entrepreneurs don't like to admit it, but we owe a lot of our success to the porn industry.”
Haben nicht meine Lieblingsfeinde schon immer gesagt, „Sex sells“? Apropos „sells“ : Ich verdiene mit meinem Geschreibsel nicht mal ein Gratis-Brunch im Budapester Kempinksi. Das sollte sich eigentlich auch mal ändern.
Via beissholz
„Most online publishers and entrepreneurs don't like to admit it, but we owe a lot of our success to the porn industry.”
Haben nicht meine Lieblingsfeinde schon immer gesagt, „Sex sells“? Apropos „sells“ : Ich verdiene mit meinem Geschreibsel nicht mal ein Gratis-Brunch im Budapester Kempinksi. Das sollte sich eigentlich auch mal ändern.
Via beissholz
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Bloggerin Catastrophe Chocolat hat es versucht, doch offenbar war sie so erfolgreich dabei, dass man sie aus dem Schaufenster hinaustragen musste. Doch sie hat eine brillante Idee zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit, die ich hier gerne interpretiere:
Schaufensterpuppen sind strohdumm, gucken den ganzen Tag in dieselbe Richtung und haben eine ungesunde Hautfarbe.
Wobei mir das Sommerloch einfällt: Ich, Sehpferd, schlage vor, ein neues Gesetz zu erlassen, wonach alle Schaufensterpuppen durch lebende Modelle ersetzt werden müssen. Man denke an die Arbeitsplätze! Da man ja in dieser Tränenrepublik nachts und an Wochenenden nicht Shoppen darf und Verkäuferinnen deswegen zu diesen Zeiten nichts verdienen können, können sie nun Nacht für Nacht durch die Schaufensterscheibe glotzen! Von der anderen Seite, versteht sich.
Ich muss sofort um einen Termin beim Wirtschaftsminister nachsuchen ... und dann gründe ich mithilfe des Arbeitsamtes eine Schaufensterpuppenschule und werde ein reicher Mann.
Schaufensterpuppen sind strohdumm, gucken den ganzen Tag in dieselbe Richtung und haben eine ungesunde Hautfarbe.
Wobei mir das Sommerloch einfällt: Ich, Sehpferd, schlage vor, ein neues Gesetz zu erlassen, wonach alle Schaufensterpuppen durch lebende Modelle ersetzt werden müssen. Man denke an die Arbeitsplätze! Da man ja in dieser Tränenrepublik nachts und an Wochenenden nicht Shoppen darf und Verkäuferinnen deswegen zu diesen Zeiten nichts verdienen können, können sie nun Nacht für Nacht durch die Schaufensterscheibe glotzen! Von der anderen Seite, versteht sich.
Ich muss sofort um einen Termin beim Wirtschaftsminister nachsuchen ... und dann gründe ich mithilfe des Arbeitsamtes eine Schaufensterpuppenschule und werde ein reicher Mann.
sehpferd - am Freitag, 16. Juli 2004, 18:32 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Viele Menschen sind ja neuerdings an Fahrräder interessiert, und manche von ihnen auch an Nacktheit. Doch nackt fahren nur wenige. Wenn sie es aber tun, dann fallen massenweise Fotos an. So wie diese aus Seattle.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Freilich heißt nur die Webseite, auf die ich hier verweise, so. Sie sind aus der Kooperation zweier Fotografinnen aus Gainesville, Florida entstanden. Was es zu sehen gibt? Mehr als Nacktheit. Ich empfehle „Paper Dolls“ anzusehen.
sehpferd - am Freitag, 16. Juli 2004, 18:12 - Rubrik: lichtbilder - photography
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zeitungsjournalisten und Blogger heben einen gemeinsamen Feind: Das Sommerloch. Nackte Brüste? Gibt’s am Strand in Natur. Sex? Ist im Urlaub leichter verfügbar. Sensationen? Ein paar inszenierte Medienereignisse durch Organisationen, von denen sonst kaum noch einer redet, und die üblichen geschwätzigen Hinterbänkler in allerlei Parlamenten.
Was bleibt da dem Hinterbänklerblogger? Vielleicht findet sich in einer fernen Region Südwürttembergs ein Abgeordneter, der sich über die aufreizende Art und Weise erregt, in der bauchfreie Damen lechzend und nacktzungig Eis am Stiel lutschen. Er könnte zum Beispiel mit der örtlichen Presse über ein Anti-Zungeneisberührungsgesetz in der Öffentlichkeit diskutieren, um der Erotisierung der männlichen Wohnbevölkerung vorzubeugen.
Was bleibt da dem Hinterbänklerblogger? Vielleicht findet sich in einer fernen Region Südwürttembergs ein Abgeordneter, der sich über die aufreizende Art und Weise erregt, in der bauchfreie Damen lechzend und nacktzungig Eis am Stiel lutschen. Er könnte zum Beispiel mit der örtlichen Presse über ein Anti-Zungeneisberührungsgesetz in der Öffentlichkeit diskutieren, um der Erotisierung der männlichen Wohnbevölkerung vorzubeugen.
sehpferd - am Freitag, 16. Juli 2004, 12:20 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen

