Da war er wieder, der Arroganzvorwurf, der Alles-Totschlag-Vorwurf, der Nichts-Gelten-Lassen-Wollen-Vorwurf.
Ich wollte es eigentlich erst morgen bringen: Streiten ist ein Stück Kultur. Streitkultur eben. Ich bin gewohnt, die kühnen Thesen zu vertreten. Manchmal komme ich damit durch, manchmal nicht. Oft erzeugen sie Aggressionen, doch ebenso oft erzeugen sie Innovationen.
Sehen sie, meine lieben Leserinnen und Leser, ich will das Beste für uns alle. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen das Beste wollen, die dem jeweils neusten Trend folgen – ein bisschen nützt das Alter schon, um die Reflexe von den Lichtquellen unterscheiden zu können.
Ich wollte es eigentlich erst morgen bringen: Streiten ist ein Stück Kultur. Streitkultur eben. Ich bin gewohnt, die kühnen Thesen zu vertreten. Manchmal komme ich damit durch, manchmal nicht. Oft erzeugen sie Aggressionen, doch ebenso oft erzeugen sie Innovationen.
Sehen sie, meine lieben Leserinnen und Leser, ich will das Beste für uns alle. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen das Beste wollen, die dem jeweils neusten Trend folgen – ein bisschen nützt das Alter schon, um die Reflexe von den Lichtquellen unterscheiden zu können.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wenn sie ein Junggeselle sind, und ihnen mangels eines geeigneten Characters die passende Dame fehlt, sie aber dennoch niemals ohne Gesellschaft sein wollen, können sie zweierlei tun: Entweder verlockende Blogs eröffnen, die Frauenherzen zum Überkaufen bringen oder aber eine ganz und gar plastische, lebensnahe Dame in Japan bestellen. Wenn sie dann auch noch etwas Fantasie haben, können die selbige Dame sogar im Bad beobachten.
Von der Webseite des "Real Doll Museums".
(Die Animation lädt langsam)
Von der Webseite des "Real Doll Museums".
(Die Animation lädt langsam)
sehpferd - am Freitag, 29. April 2005, 20:22 - Rubrik: wundersames
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer bloggt, tut dies aus einem Motiv heraus. Ich will hier keine Motivforschung betreiben, mir reicht die Tatsache, dass kein Mensch etwas tun würde, wenn er keinen Beweggrund hätte. Nehmen wir einmal an, eine Dame hätte ein Blog mit einem Artikel eröffnet, der sie als unberechenbare Zicke darstellt. Nehmen wir nun an, auch die nächsten beiden Beiträge wären in dem Stil, dann hat sie Kunden – eine Leserschaft nämlich, die genau dies erwartet: Beiträge einer unberechenbaren Zicke, denn das ist genau das, was ihr Publikum lesen will.
Sie wird sich daran gefallen, im Web diese Zicke zu sein und alles daran tun, um diesen Ruf zu wahren, aber stets behaupten, sie schreibe nicht deswegen, sondern ausschließlich, weil sie gerne schreibe. Dieser Satz ist schon eine Manie geworden: Ich schreibe ja alle dieses nur, weil ich gerne schreibe.
Wissen sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Sätze sind ein bisschen auch Selbstbetrug. Man ist in ein Fahrwasser hineingeraten, und das eigene Boot schwimmt ganz gut auf diesen Wellen. Man bekommt Aufmerksamkeit: 20 Feedbacks sind schon ausgezeichnet, 50 schon königinnenlich, und wer gar über 100 bekommt, der darf schon in den Wolken des Bloggerhimmels schweben.
Glaubt ernsthaft jemand, solche Zahlen will man sich nehmen lassen? Glaubt wirklich jemand, nun schriebe man nur noch für sich? Denkt niemand mehr daran, dass es kybernetische Rückbezüge gibt?
Dass wir alle Kunden haben, merken wir erst, wenn wir den Stil wechseln. Wir die im Beispiel genannte unberechenbare Zicke plötzlich nachdenklich, ändert sie deutlich ihr Feind- und vor allem ihr Freundbild, dann verrinnen ihr die Leserinnen und Leser unter den Händen. Gewiss, es kommen ein paar Neue hinzu, aber nichts bleibt, wie es einmal war: Wir haben nämlich nicht nur Kunden, wir haben sogar Markennamen.
In diesem Sinne, liebe Mitmenschen – behauptet bitte nicht immer, ihr schreibt nur, um zu schreiben.
Sie wird sich daran gefallen, im Web diese Zicke zu sein und alles daran tun, um diesen Ruf zu wahren, aber stets behaupten, sie schreibe nicht deswegen, sondern ausschließlich, weil sie gerne schreibe. Dieser Satz ist schon eine Manie geworden: Ich schreibe ja alle dieses nur, weil ich gerne schreibe.
Wissen sie, liebe Leserin, lieber Leser, diese Sätze sind ein bisschen auch Selbstbetrug. Man ist in ein Fahrwasser hineingeraten, und das eigene Boot schwimmt ganz gut auf diesen Wellen. Man bekommt Aufmerksamkeit: 20 Feedbacks sind schon ausgezeichnet, 50 schon königinnenlich, und wer gar über 100 bekommt, der darf schon in den Wolken des Bloggerhimmels schweben.
Glaubt ernsthaft jemand, solche Zahlen will man sich nehmen lassen? Glaubt wirklich jemand, nun schriebe man nur noch für sich? Denkt niemand mehr daran, dass es kybernetische Rückbezüge gibt?
Dass wir alle Kunden haben, merken wir erst, wenn wir den Stil wechseln. Wir die im Beispiel genannte unberechenbare Zicke plötzlich nachdenklich, ändert sie deutlich ihr Feind- und vor allem ihr Freundbild, dann verrinnen ihr die Leserinnen und Leser unter den Händen. Gewiss, es kommen ein paar Neue hinzu, aber nichts bleibt, wie es einmal war: Wir haben nämlich nicht nur Kunden, wir haben sogar Markennamen.
In diesem Sinne, liebe Mitmenschen – behauptet bitte nicht immer, ihr schreibt nur, um zu schreiben.
sehpferd - am Freitag, 29. April 2005, 20:00 - Rubrik: blog nachrichten
Ein heftiger Hieb, dann mit durchaus empfindungerechter Verzögerung ein halb lustvoll, halb gequält klingender weiblicher Schrei – die Prozedur wiederholte sich nochmals.
Schlafbrüchig tapste ich in meinen Wintergarten, und sah das erschreckende Schauspiel: Eine Herr und eine Dame saßen am Küchentisch. Er klatschte in die Hände, danach ließ sie den empfindungsgerecht verzögerten Schrei heraus.
Angesichts meines wenig bekleideten Zustandes habe ich nicht applaudiert.
Schlafbrüchig tapste ich in meinen Wintergarten, und sah das erschreckende Schauspiel: Eine Herr und eine Dame saßen am Küchentisch. Er klatschte in die Hände, danach ließ sie den empfindungsgerecht verzögerten Schrei heraus.
Angesichts meines wenig bekleideten Zustandes habe ich nicht applaudiert.
sehpferd - am Freitag, 29. April 2005, 16:52 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In keinem Bereich des Internets weicht die Realität so stark von den Behauptungen ab wie bei Blogs – sollte ich dazu sagen „bei deutschen Blogs“? Ja.
Deutsche Blogger bellen nämlich den Mond an, jedenfalls überwiegend, und der Mond antwortet bekanntlich nicht. Selbst eine Erwähnung beim Schockwellenreiter, einst ein Garant für die rasche Popularität, erweist sich inzwischen als Schwache Droge. Wird man hingegen auch nur in der kleinsten Online-Publikation der Presse in irgendeinem verborgenen Winkel erwähnt, hat man Leser in Massen.
Die Gründe dafür mögen vielfältig sein – schließlich gibt es eine Anzahl durchaus interessanter deutscher Blogs, doch zunächst einmal muss man feststellen: Blogs befinden sich gegenwärtig in Deutschland in einer (möglicherweise typisch deutschen) Sinnkrise. Kaum jemand weiß, warum er sie betreibt, und kaum jemand beachtet sie wirklich.
In einem kürzlich erschienenen Artikel bei Heise wurde vermutet, dass dies mit der fehlenden Diskussionskultur in Deutschland zusammenhängen könnte – oder vielleicht gar damit, dass dem Deutschen eine wirklich freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit immer noch fremd ist, während seine Befindlichkeit schon eher Gegenstand öffentlichen Interesses sein darf.
Falls sie mich fragen sollten: Ich habe noch kein Mittel dagegen gefunden. Doch ich meine, je interessanter und vor allem eindeutiger eine Information für unsere Kunden ist, umso mehr werden wir beachtet.
Sagte ich „Kunden“? Natürlich. Die Leserinnen und Leser sind unsere Kunden. Für sie schreiben wir – nicht für uns.
Deutsche Blogger bellen nämlich den Mond an, jedenfalls überwiegend, und der Mond antwortet bekanntlich nicht. Selbst eine Erwähnung beim Schockwellenreiter, einst ein Garant für die rasche Popularität, erweist sich inzwischen als Schwache Droge. Wird man hingegen auch nur in der kleinsten Online-Publikation der Presse in irgendeinem verborgenen Winkel erwähnt, hat man Leser in Massen.
Die Gründe dafür mögen vielfältig sein – schließlich gibt es eine Anzahl durchaus interessanter deutscher Blogs, doch zunächst einmal muss man feststellen: Blogs befinden sich gegenwärtig in Deutschland in einer (möglicherweise typisch deutschen) Sinnkrise. Kaum jemand weiß, warum er sie betreibt, und kaum jemand beachtet sie wirklich.
In einem kürzlich erschienenen Artikel bei Heise wurde vermutet, dass dies mit der fehlenden Diskussionskultur in Deutschland zusammenhängen könnte – oder vielleicht gar damit, dass dem Deutschen eine wirklich freie Meinungsäußerung in der Öffentlichkeit immer noch fremd ist, während seine Befindlichkeit schon eher Gegenstand öffentlichen Interesses sein darf.
Falls sie mich fragen sollten: Ich habe noch kein Mittel dagegen gefunden. Doch ich meine, je interessanter und vor allem eindeutiger eine Information für unsere Kunden ist, umso mehr werden wir beachtet.
Sagte ich „Kunden“? Natürlich. Die Leserinnen und Leser sind unsere Kunden. Für sie schreiben wir – nicht für uns.
sehpferd - am Freitag, 29. April 2005, 16:50 - Rubrik: blog nachrichten
Dieter Hundt hat starke Worte gefunden: Er fände es zum Kotzen, was derzeit in der Republik abliefe, erklärte er im ZDF. Ich kann ihm nur aus tiefstem Herzen beipflichten. Vielleicht sollten die Deutschen inzwischen gelernt haben, dass ihre gegenwärtige Geisteshaltung in der Welt nicht mehr verstanden wird. Statt endlich unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen, wird in diesem Land über Grundsätze salbadert - pragmatisch zu handeln, scheint uns nicht gegeben zu sein. Die Ideologen, Moralisten und Bekenner kommen zurück – und bringen neuen Stillstand, wenn nicht gar Rückschritt.
Indessen macht der linke Scharfmacher Oscar Lafontaine wieder von sich reden: Würden seine Forderungen in Deutschland Wirklichkeit, dann wäre Deutschland als Wirtschaftstandort mit Sicherheit bald im Eimer – die Unternehmer, die er abschröpfen will, würden sich dann nämlich anderwärts niederlassen. Aber das interessiert die Linkssozialisten und ihre Helfershelfer in den Gewerkschaften offenbar ohnehin schon nicht mehr. Indessen: Wer so denkt, der wird schon bald die Zeche zahlen müssen: Je mehr den Unternehmern Deutschland als Standort vermiest wird, umso mehr werden sie ins Ausland gehen, wo sie freudig als Arbeitgeber aufgenommen werden: Am Ende wären die deutschen Arbeitnehmer die Gelackmeierten.
Wer nun wieder meint, das wäre eben der böse Kapitalismus, dem muss entgegengehalten werden: Es werden Mittelständler und auch kleinere Unternehmen sein, die abwandern. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass 50 Prozent als Spitzensteuersatz ein attraktives Angebot der Bundesrepublik Deutschland an seine Unternehmer ist?
Sozialismus ist eine Ideologie von vorgestern. Sozialdemokratie ist eine Idee von gestern. Wo bitte, ist eigentlich die Idee für heute?
Indessen macht der linke Scharfmacher Oscar Lafontaine wieder von sich reden: Würden seine Forderungen in Deutschland Wirklichkeit, dann wäre Deutschland als Wirtschaftstandort mit Sicherheit bald im Eimer – die Unternehmer, die er abschröpfen will, würden sich dann nämlich anderwärts niederlassen. Aber das interessiert die Linkssozialisten und ihre Helfershelfer in den Gewerkschaften offenbar ohnehin schon nicht mehr. Indessen: Wer so denkt, der wird schon bald die Zeche zahlen müssen: Je mehr den Unternehmern Deutschland als Standort vermiest wird, umso mehr werden sie ins Ausland gehen, wo sie freudig als Arbeitgeber aufgenommen werden: Am Ende wären die deutschen Arbeitnehmer die Gelackmeierten.
Wer nun wieder meint, das wäre eben der böse Kapitalismus, dem muss entgegengehalten werden: Es werden Mittelständler und auch kleinere Unternehmen sein, die abwandern. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass 50 Prozent als Spitzensteuersatz ein attraktives Angebot der Bundesrepublik Deutschland an seine Unternehmer ist?
Sozialismus ist eine Ideologie von vorgestern. Sozialdemokratie ist eine Idee von gestern. Wo bitte, ist eigentlich die Idee für heute?
sehpferd - am Freitag, 29. April 2005, 13:34 - Rubrik: deutschland im blick
Eines muss man diesem Müntefering lassen – er hat eine Diskussion hervorgerufen, die auch noch den kleinsten und biedersten Stammtisch erregt. Ich merke es an den Leserbriefspalten. Wenn da einmal einem Politiker zugejubelt wird, spricht wahrlich Volkes Stimme. Das Volk, bar jeder Kenntnis des Wirtschaftssystems, sieht es so: die Wirtschaft ist für den Menschen da, nicht der Mensch für die Wirtschaft“. Sehen sie, liebe Leserinnen und Leser, das ist so ein Satz, dem mal endlich alle zustimmen können. Alle diejenigen jedenfalls, die nicht eben stolzer Besitzer eines kritischen Verstandes sind.
Zunächst einmal ist dies richtig: der Mensch ist das Maß aller Dinge, und nur er bringt die Steine ins Rollen. Der Mensch ist also dazu da, zu handeln, und gleich, ob er Agrarier, Händler oder industrieller Produzent ist – er ist in jedem Fall dazu da, etwas zu erwirtschaften. Der Mensch ist also für die Wirtschaft da, denn er ist ihr Urheber – wer es nachlesen will, darf sogar die Genesis zur Hand nehmen – da steht es schon.
Die Wirtschaft, die so entsteht, ist natürlich auch für den Menschen da – für wen sonst? Jede Wirtschaftstätigkeit zielt auf den Menschen. Er ist Verbraucher, Empfänger, Nutznießer. Dennoch muss man sähen, bevor man ernten kann.
Der Mensch, der von der Wirtschaft profitiert, muss sich freilich auch wieder in eben diese Wirtschaft eingliedern. Er muss nämlich für die Wirtschaft da sein, als Arbeitskraft und potenzieller Unternehmer. Der Mensch, wir erkennen es leicht, ist in viel höherem Maße für die Wirtschaft da als die Wirtschaft für den Menschen.
Dennoch, liebe Leserinnen und Leser, ist auch solch eine Betrachtungsweise unsinnig. Seit Menschen nämlich Erfolg auf diesem Planeten haben, betreiben sie „Wirtschaft“. Ein Mensch zu sein heißt bereits seit vielen, vielen Jahrhunderten ein Teil eines Wirtschaftssystems zu sein, es ei denn, sie wären ein Einsiedler und würden sich von den Früchten des Waldes ernähren. Menschsein heißt Wirtschaft betreiben und Wirtschaft betreiben heißt Menschsein. Unser nächsten Verwandten, die Menschenaffen, betreiben keine Wirtschaft. Neandertaler haben sie auch nicht betrieben. Wir sehen, was aus ihnen allen geworden ist.
Die Wirtschaft verändert sich – und Deutschland fährt mit dem Ballast der Gutmenschenmentalität hinterher. Und die heißt: Die Wirtschaft ist für den Menschen da. Es ist, mit Verlaub, ein selten dummes Geschwätz.
Was der Kapitalismus damit zu tun hat? Gar nichts. Das Wort ist billig, denn man kann es umsonst in den Mund nehmen. Wie man sieht, kann man es sogar so verbreiten, dass ein Lauffeuer daraus wird – es gibt eben immer Dumme, die alles nachschwätzen. Gewonnen, Herr Müntefering – Volk bewegt. Nur leider mit den völlig falschen Themen.
Zunächst einmal ist dies richtig: der Mensch ist das Maß aller Dinge, und nur er bringt die Steine ins Rollen. Der Mensch ist also dazu da, zu handeln, und gleich, ob er Agrarier, Händler oder industrieller Produzent ist – er ist in jedem Fall dazu da, etwas zu erwirtschaften. Der Mensch ist also für die Wirtschaft da, denn er ist ihr Urheber – wer es nachlesen will, darf sogar die Genesis zur Hand nehmen – da steht es schon.
Die Wirtschaft, die so entsteht, ist natürlich auch für den Menschen da – für wen sonst? Jede Wirtschaftstätigkeit zielt auf den Menschen. Er ist Verbraucher, Empfänger, Nutznießer. Dennoch muss man sähen, bevor man ernten kann.
Der Mensch, der von der Wirtschaft profitiert, muss sich freilich auch wieder in eben diese Wirtschaft eingliedern. Er muss nämlich für die Wirtschaft da sein, als Arbeitskraft und potenzieller Unternehmer. Der Mensch, wir erkennen es leicht, ist in viel höherem Maße für die Wirtschaft da als die Wirtschaft für den Menschen.
Dennoch, liebe Leserinnen und Leser, ist auch solch eine Betrachtungsweise unsinnig. Seit Menschen nämlich Erfolg auf diesem Planeten haben, betreiben sie „Wirtschaft“. Ein Mensch zu sein heißt bereits seit vielen, vielen Jahrhunderten ein Teil eines Wirtschaftssystems zu sein, es ei denn, sie wären ein Einsiedler und würden sich von den Früchten des Waldes ernähren. Menschsein heißt Wirtschaft betreiben und Wirtschaft betreiben heißt Menschsein. Unser nächsten Verwandten, die Menschenaffen, betreiben keine Wirtschaft. Neandertaler haben sie auch nicht betrieben. Wir sehen, was aus ihnen allen geworden ist.
Die Wirtschaft verändert sich – und Deutschland fährt mit dem Ballast der Gutmenschenmentalität hinterher. Und die heißt: Die Wirtschaft ist für den Menschen da. Es ist, mit Verlaub, ein selten dummes Geschwätz.
Was der Kapitalismus damit zu tun hat? Gar nichts. Das Wort ist billig, denn man kann es umsonst in den Mund nehmen. Wie man sieht, kann man es sogar so verbreiten, dass ein Lauffeuer daraus wird – es gibt eben immer Dumme, die alles nachschwätzen. Gewonnen, Herr Müntefering – Volk bewegt. Nur leider mit den völlig falschen Themen.
sehpferd - am Freitag, 29. April 2005, 08:55 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Gerade habe ich etliche Suchanfragen über „Spargel Erotik“ bekommen – ich kann ihnen eines versichern: Die leichtesten und ungefährlichsten Genüsse sind auf der Zunge. Selbst Sauce hollandaise gibt es jetzt fettarm mit Sonneblumenöl zubereitet.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 23:52 - Rubrik: papierkorb nachrichten
Manchmal finde ich Artikel, die sind so dümmlich dreist, dass ich sie schon wieder empfehlen muss: Dieser handelt von einer Oben-ohne-Bedienung, die gerne Postbotin geworden wäre.
Da werden die Gutmenschen seufzen: „Ach, wäre sie doch Postbotin geworden, was wäre ihr alles erspart geblieben“, und die kühlen Rechner würden sagen: "Scheiß auf die Moral, Hauptsache, die Kasse stimmt".
Was ich dazu sage? Jeder nach seinem Geschmack. Briefträgerin ist heute auch nicht mehr das, was es mal war – kein Beamtenstatus mehr, zum Beispiel. Das spielen die Rücklagen schon eine Rolle.
Da werden die Gutmenschen seufzen: „Ach, wäre sie doch Postbotin geworden, was wäre ihr alles erspart geblieben“, und die kühlen Rechner würden sagen: "Scheiß auf die Moral, Hauptsache, die Kasse stimmt".
Was ich dazu sage? Jeder nach seinem Geschmack. Briefträgerin ist heute auch nicht mehr das, was es mal war – kein Beamtenstatus mehr, zum Beispiel. Das spielen die Rücklagen schon eine Rolle.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 23:46 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
So ganz genau weiß ein Sehpferd natürlich nicht, ob Polizisten Sex haben dürfen. Da müsste man vielleicht erst in der Dienstvorschrift nachsehen. Aber mal ehrlich: Dürfen sie Sex in der Öffentlichkeit haben? Oh ... ich merke schon, wie sie nachdenken. Und wenn sie denn beide Männer sind? Oh, jetzt sehe ich die Gesichtsstarre bei ihnen eintreten.
Nun, ich darf sie einerseits beruhigen: Das Ganze ist eine Skulptur. Andererseits muss ich sie beunruhigen: Der Staatsanwalt ermittelt. „Geprüft werden die Verdachtsmomente der Verbreitung von Pornografie und der Beleidigung“.
Geschehen zu Schwerin anno Domini 2005.
Nun, ich darf sie einerseits beruhigen: Das Ganze ist eine Skulptur. Andererseits muss ich sie beunruhigen: Der Staatsanwalt ermittelt. „Geprüft werden die Verdachtsmomente der Verbreitung von Pornografie und der Beleidigung“.
Geschehen zu Schwerin anno Domini 2005.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 23:33 - Rubrik: deutschland im blick
Natürlich ist Maria nicht für alle Christen heilig, aber was hier passiert, grenzt bereits an Religionswahn. Vielleicht sollte man dem Unfug schnell ein Ende bereiten?
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 23:18 - Rubrik: religion im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Seit einigen Tagen läuft bereits eine Beta-Version des Europa Stadt Blogs, und ich lade nochmals alle Bloggerinnen und Blogger dazu ein, bei diesem Projekt mitzumachen. Die Aussichten für den Erfolg sind groß: Blogs, die sich mit populären Metropolen beschäftigen, sind noch rar, während das Interesse an den europäischen Großstädten zunimmt.
Das Motto des Stadtblogs ist ja „meine Stadt mit den Augen des Fremden“. Ich lege dabei durchaus eigene Erfahrungen zugrunde: Als ich nach vielen Jahren einmal wieder offenen Auges durch die Stadt meiner Kinderzeit ging, hatte sich nicht nur manches verändert: Ich sah auch einfach manches anders.
Städte, die ich mir (in Deutschland) wirklich wünsche: meine Geburtsstadt Bremen mit ihrer Schönheit, ihrer Gediegenheit und ihren schirmbewehrten Bürgern. Die Stadt Stuttgart mit dem wunderschönen Stadtteil Bad Cannstadt, den schwäbischen Genüssen und den „Staffeln“, die überall hinauf- und herunterführen, die Stadt München mit ihren urigen Bürgern, die den Genuss zu schätzen wissen, den Sommer in Biergärten verbringen und im Winter massenhaft Lodenmäntel tragen.
Wer will, der kann: Bitte eine Email an Sehpferd@Sehpferd.com, - ja, sie geht wieder, die Adresse.

Stadtblogs überwinden Grenzen
Das Motto des Stadtblogs ist ja „meine Stadt mit den Augen des Fremden“. Ich lege dabei durchaus eigene Erfahrungen zugrunde: Als ich nach vielen Jahren einmal wieder offenen Auges durch die Stadt meiner Kinderzeit ging, hatte sich nicht nur manches verändert: Ich sah auch einfach manches anders.
Städte, die ich mir (in Deutschland) wirklich wünsche: meine Geburtsstadt Bremen mit ihrer Schönheit, ihrer Gediegenheit und ihren schirmbewehrten Bürgern. Die Stadt Stuttgart mit dem wunderschönen Stadtteil Bad Cannstadt, den schwäbischen Genüssen und den „Staffeln“, die überall hinauf- und herunterführen, die Stadt München mit ihren urigen Bürgern, die den Genuss zu schätzen wissen, den Sommer in Biergärten verbringen und im Winter massenhaft Lodenmäntel tragen.
Wer will, der kann: Bitte eine Email an Sehpferd@Sehpferd.com, - ja, sie geht wieder, die Adresse.

Stadtblogs überwinden Grenzen
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 19:19 - Rubrik: europa stadt blogs
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Jeder Soldat hat den Marschallstab im Tornister, und jeder Ministerpräsident, wie es scheint, den Zauberstab: Nun will Baden-Württembergs neuer CDU-Ministerpräsident Oettinger also aus dem Land der Badener und Schwaben ein einig Kinderland machen. Es dürfe, so der neue Mann an der Spitze des Bundeslandes, keine Devise „lieber kinderlos als arbeitslos“ geben, sondern … hier stutzt der Querdenker, dreht den Satz einmal zurück und kommt auf die Idee, ja soll es denn nun heißen: „lieber arbeitslos als kinderlos“?
Offenbar nicht. Denn da ist noch der Zauberstab. Ein Klima will er schaffen, der Herr Ministerpräsident, in dem sich die Familien so richtig wohl fühlen könnten. Wir werden gespannt beobachten, wie er das machen will. Zauberstäbe altern schnell, und wer sagt, es würde bald Manna vom Himmel fallen, sollte auch den Beweis antreten können.
Offenbar nicht. Denn da ist noch der Zauberstab. Ein Klima will er schaffen, der Herr Ministerpräsident, in dem sich die Familien so richtig wohl fühlen könnten. Wir werden gespannt beobachten, wie er das machen will. Zauberstäbe altern schnell, und wer sagt, es würde bald Manna vom Himmel fallen, sollte auch den Beweis antreten können.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 18:47 - Rubrik: deutschland im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Die Berliner Morgenpost schreibt heute unter dem Titel „Lehrstück Airbus“ heftig gegen die Kleingeister, Zauderer und Pessimisten an. Denn der „Airbus“ zeigt, dass Europa leistungsfähig ist, wenn die Verantwortlichen es nur wollen.
Wir könnten als Europäer und Deutsche auch, um nur ein Beispiel zu nennen, in der Biotechnologie führend werden – wenn man denn unsere Wissenschaftler nur forschen ließe. Die Zeitung hat Recht, dass Ideologie in diesem Fall den Fortschritt verhindert. Aber nicht nur in diesem Fall, und nicht nur hier. Die gesamte Denkweise der Deutschen ist nach wie vor von Ideologien durchtränkt – und das Bildungswesen ist die Ideologieschleuder Nummer eins, weil sie von einem veralteten und nicht mehr brauchbaren Bildungsideal ausgeht – von dem Unfug, den Bundesländern den Bildungsauftrag zu geben, einmal abgesehen – ein Geburtsfehler unserer Verfassung. Zwar geschichtlich nachvollziehbar, doch ebenso überholt.
Wie oft sollen wir es denn noch sagen? Deutschland braucht fähige Physiker, Chemiker, Ingenieure und andere Menschen, die pragmatisch denken. Leute, die Sprüche über die Gesellschaft, das Sozialwesen oder auch die Wirtschaft machen, haben wir hingegen überreichlich.
Die Morgenpost schreibt: „Gegenseitiges Haare schneiden und Massieren allein schafft keinen volkswirtschaftlichen Mehrwert“. Da hat sie einerseits Recht. Andererseits aber gibt es nicht einmal vernünftige Dienstleistungen in Deutschland. Bis zum Nachmittag wollen sie die Jacke gereinigt haben? Das geht nicht. Sie brauchen heute Nachmittag eine Arbeitskraft, um 50 Kartons aus dem Keller zu schaffen? Eine Person, die ihnen sofort bei einem Computerproblem weiterhilft? Geht nicht, geht nicht, geht nicht. Zu Vieles geht zu oft nicht – aber jammern, dass es keine Jobs gibt, das geht immer. Im Grunde genommen ist das Land derzeit ein Jammertal – vor allem wegen der vielen Jammerer.
Andererseits nämlich kann sich unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durchaus sehen lassen – trotz unseres Bildungswesens, trotz aller Pessimisten und – nicht zuletzt - trotz der Rot-Grünen Regierung.
Wir könnten als Europäer und Deutsche auch, um nur ein Beispiel zu nennen, in der Biotechnologie führend werden – wenn man denn unsere Wissenschaftler nur forschen ließe. Die Zeitung hat Recht, dass Ideologie in diesem Fall den Fortschritt verhindert. Aber nicht nur in diesem Fall, und nicht nur hier. Die gesamte Denkweise der Deutschen ist nach wie vor von Ideologien durchtränkt – und das Bildungswesen ist die Ideologieschleuder Nummer eins, weil sie von einem veralteten und nicht mehr brauchbaren Bildungsideal ausgeht – von dem Unfug, den Bundesländern den Bildungsauftrag zu geben, einmal abgesehen – ein Geburtsfehler unserer Verfassung. Zwar geschichtlich nachvollziehbar, doch ebenso überholt.
Wie oft sollen wir es denn noch sagen? Deutschland braucht fähige Physiker, Chemiker, Ingenieure und andere Menschen, die pragmatisch denken. Leute, die Sprüche über die Gesellschaft, das Sozialwesen oder auch die Wirtschaft machen, haben wir hingegen überreichlich.
Die Morgenpost schreibt: „Gegenseitiges Haare schneiden und Massieren allein schafft keinen volkswirtschaftlichen Mehrwert“. Da hat sie einerseits Recht. Andererseits aber gibt es nicht einmal vernünftige Dienstleistungen in Deutschland. Bis zum Nachmittag wollen sie die Jacke gereinigt haben? Das geht nicht. Sie brauchen heute Nachmittag eine Arbeitskraft, um 50 Kartons aus dem Keller zu schaffen? Eine Person, die ihnen sofort bei einem Computerproblem weiterhilft? Geht nicht, geht nicht, geht nicht. Zu Vieles geht zu oft nicht – aber jammern, dass es keine Jobs gibt, das geht immer. Im Grunde genommen ist das Land derzeit ein Jammertal – vor allem wegen der vielen Jammerer.
Andererseits nämlich kann sich unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit durchaus sehen lassen – trotz unseres Bildungswesens, trotz aller Pessimisten und – nicht zuletzt - trotz der Rot-Grünen Regierung.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 18:40 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Diese Meldung ist wahrhaftig sensationell: Der neue Daimler-Jeep wird nicht, wie geplant, in Brasilien gebaut, sondern im Bremer Werk des Konzerns. Vorausgegangen waren nach Presseberichten intensive Gespräche mit dem Betriebsrat.
Es geht also doch, wenn man nur will. Freilich steht das Wollen von Unternehmern und Betriebsräten an erster Stelle. Erst dann kann man verhandeln. Und das bringt etwas, wie man sieht.
Es geht also doch, wenn man nur will. Freilich steht das Wollen von Unternehmern und Betriebsräten an erster Stelle. Erst dann kann man verhandeln. Und das bringt etwas, wie man sieht.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 18:37 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Leserbriefschreiber sind eine Art Vorgänger der Blogger – und was sie schreiben, ist durchaus gemischt. Zum Beispiel, dass der böse Kapitalismus Ostdeutschland erst ausgesaugt hätte und dann sich selbst überlassen hat. Der Grundtenor: Die fetten westlichen Säcke haben sich am armen Ostdeutschland bereichert und sind mit dem Geld über den Harz.
So etwas schreibt sich schön. Doch bitte schön, liebe Mitmenschen: Wo Blumentöpfe im Osten zu gewinnen waren, das stehen sie auch noch. Doch die vielen Menschen, die zur Sicherung ihrer Altersversorgung im Osten Häuser gekauft haben, gucken heute in die Röhre: Wertverluste von mehr als 30 Prozent sind die Regel, und Zwangsversteigerungen nicht selten die Folge.
Das waren keine „bösen Kapitalisten“, und einige von jenen waren auch Ostdeutsche. Sie alle haben geholfen, ganze Stadtbilder zu erhalten, haben darauf vertraut, dass alte wie auch neue Landsleute ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen würden.
Die wirklichen Gelackmeierten in Ostdeutschland sind die privaten Investoren, jene, die eigentlich den Dank der übrigen Ostdeutschen verdienten – vor allem den Dank der Städte und Gemeinden. Doch Dank scheint in Ostdeutschland mittlerweile nicht mehr populär zu sein: Schulterzucken. Forderungen und Kapitalismuskritik sind, wie es scheint, billiger zu haben.
So etwas schreibt sich schön. Doch bitte schön, liebe Mitmenschen: Wo Blumentöpfe im Osten zu gewinnen waren, das stehen sie auch noch. Doch die vielen Menschen, die zur Sicherung ihrer Altersversorgung im Osten Häuser gekauft haben, gucken heute in die Röhre: Wertverluste von mehr als 30 Prozent sind die Regel, und Zwangsversteigerungen nicht selten die Folge.
Das waren keine „bösen Kapitalisten“, und einige von jenen waren auch Ostdeutsche. Sie alle haben geholfen, ganze Stadtbilder zu erhalten, haben darauf vertraut, dass alte wie auch neue Landsleute ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen würden.
Die wirklichen Gelackmeierten in Ostdeutschland sind die privaten Investoren, jene, die eigentlich den Dank der übrigen Ostdeutschen verdienten – vor allem den Dank der Städte und Gemeinden. Doch Dank scheint in Ostdeutschland mittlerweile nicht mehr populär zu sein: Schulterzucken. Forderungen und Kapitalismuskritik sind, wie es scheint, billiger zu haben.
sehpferd - am Donnerstag, 28. April 2005, 18:35 - Rubrik: wirtschaft im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mit der Deutschen Bahn gefahren ohne jegliche Probleme, hin wie zurück, alle Züge waren pünktlich, das gesamte Bahnpersonal freundlich und zuvorkommend, das Hotel war ordentlich, das Frühstück ausgesprochen vielfältig, reichhaltig, und genau deklariert, die Arbeit habe ich erfolgreich beendet - was will ich denn noch mehr?
Schlafen natürlich. Ab Morgen dann wieder ein paar Beiträge anderer Art.
Schlafen natürlich. Ab Morgen dann wieder ein paar Beiträge anderer Art.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Bevor ich vergesse, ihnen dies mitzuteilen: „Professioneller Sex ist auch nicht besser als Amateur-Sex." Sagte Joi Ito, Japanchef von Six Apart, laut Heise. Gemeint hat er den Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern. Immerhin wissen wir seit der Konferenz „Les Blogs“, dass Blogs mehr sein können als „nur Teenager-Seiten mit Katzen-Content“. Wie hätten wir das ohne Charlie Schick von Nokia nur herausgebracht?
sehpferd - am Dienstag, 26. April 2005, 11:58 - Rubrik: blog nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Amerikanische Blogger und Foren haben seit einiger Zeit ein neues Thema. Die Überschrift heißt, wie so oft, Zensur und betroffen sind zwei Schülerinnen, die eine Aufführung der „Vagina Monologues“ gesehen haben – und gleich mal so einen Anstecker mitgenommen, wie man ihn früher trug: „Bürger für Brandt“ oder „Atomkraft - nein Danke!“. Nur auf diesen stand etwas anderes: „I love my vagina, wobei das Wort „love“ durch ein Herz ersetzt war.
Nun sollte man eigentlich denken, dass jede Frau ihre Vagina lieben sollte, doch es geht nun darum, was das Tragen eines solchen Stickers wohl auszulösen vermag – vor allem unter Schülerinnen, denn um solche geht es: Sie haben die Sticker auch in der Schule getragen. Meine Vermutung geht dahin, dass sie gar nichts auslösen werden: Man sieht es und denkt sich seinen Teil. Die Kirchgänger werden scheel gucken, diejenigen, die ihre moralische Verantwortung vor sich hertragen, werden sich empören und die meisten anderen werden lächelnd sagen: Oh, du warst auch bei der Saufführung? Wie fandest du sie?
Doch die Schule streitet mit den beiden Damen, Carrie Rethlefsen und Emily Nixon. Zwar habe jeder freie Amerikaner das Recht, seine Meinung zu äußern aber ... ja, wenn das Recht anderer dadurch verletzt wird, weil sie sich davon belästig fühlen. Da frage ich mich freilich, warum sich jemand davon belästigt fühlt, wenn eine Frau ihre Vagina liebt, und vermute mal, die Kritik kommt von jenen, die weder ihre Vagina lieben noch irgendetwas anderes an sich selbst.
Die einschlägige Lustbranche hat die Zeichen der Zeit natürlich längst erkannt und produziert T-Shirts und andere Kleidungsstücke mit der gängigen Formel: „I love my vagina“.
Nun sollte man eigentlich denken, dass jede Frau ihre Vagina lieben sollte, doch es geht nun darum, was das Tragen eines solchen Stickers wohl auszulösen vermag – vor allem unter Schülerinnen, denn um solche geht es: Sie haben die Sticker auch in der Schule getragen. Meine Vermutung geht dahin, dass sie gar nichts auslösen werden: Man sieht es und denkt sich seinen Teil. Die Kirchgänger werden scheel gucken, diejenigen, die ihre moralische Verantwortung vor sich hertragen, werden sich empören und die meisten anderen werden lächelnd sagen: Oh, du warst auch bei der Saufführung? Wie fandest du sie?
Doch die Schule streitet mit den beiden Damen, Carrie Rethlefsen und Emily Nixon. Zwar habe jeder freie Amerikaner das Recht, seine Meinung zu äußern aber ... ja, wenn das Recht anderer dadurch verletzt wird, weil sie sich davon belästig fühlen. Da frage ich mich freilich, warum sich jemand davon belästigt fühlt, wenn eine Frau ihre Vagina liebt, und vermute mal, die Kritik kommt von jenen, die weder ihre Vagina lieben noch irgendetwas anderes an sich selbst.
Die einschlägige Lustbranche hat die Zeichen der Zeit natürlich längst erkannt und produziert T-Shirts und andere Kleidungsstücke mit der gängigen Formel: „I love my vagina“.
sehpferd - am Montag, 25. April 2005, 23:24 - Rubrik: wundersames
Die guten Nachrichten zuerst: Meine E-Mail-Adresse geht wieder. Die Schlechte: Brutus, seiner Bestimmung nach Server, blieb überwiegend schweigsam, und so musste nun die Heftklammer von Europas Stadt Blogs, die gute alte Sehpferdseite, auf sehpferd.de umgelegt werden.
Das dauerte – man staune – nicht mal einen ganzen Werktag, und ohne die Hotline des neuen Providers zu bemühen.
Noch mehr gute Nachrichten? Ich werde mich von einigen Domänen trennen. Wer will, kann sehpferdchen.de und lechzen.de kaufen. Nicht nur wegen des Nase-Voll-Koeffizienten. Die Seiten lassen sich bestimmt effektiver nutzen.
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noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Wortschatz, den die Universität Leipzig uns im Web zur Verfügung stellt, in Ehren, aber die „Wörter des Tages“ geben mir doch zu denken – wie ich bereits einmal schrieb, habe ich aufgegeben, sie in aktuelle Nachrichten zu verarbeiten – man könnte höchstens noch Glossen darüber schreiben.
Laut der Universität werden „verschiedene Tageszeitungen und Newsdienste täglich ausgewertet“ um die wertvollen Informationen zu gewinnen – lassen sie uns also mal sehen, was am 25. April relevant war:
B-Klasse · Bidet · Gastgeber · Handy · Kapitalismus · Kapitalismuskritik · Logo · Steuerklasse · iPod
Nach der Quelle der ungeheuren Erkenntnis forschend, warum ausgerechnet das Bidet ein so wichtiges Wort war, werden wir im „Tagesspiegel“ fündig – und kaum anderwärts. Das ist nun aber wirklich nicht der Sinn der Schlagwörtersammlung, und deshalb, liebe Uni Leipzig: Entweder ihr modifiziert eure Schlagwörtersammlungssoftware oder ihr stampft die „Wörter des Tages“ ein.
Immerhin: Wer kein Bidet hat, kann sich ja mal informieren, wozu man es (nicht) braucht, weil man sich ja heute duscht – und ich hatte immer gedacht, man duscht, wenn überhaupt, vorher.
Laut der Universität werden „verschiedene Tageszeitungen und Newsdienste täglich ausgewertet“ um die wertvollen Informationen zu gewinnen – lassen sie uns also mal sehen, was am 25. April relevant war:
B-Klasse · Bidet · Gastgeber · Handy · Kapitalismus · Kapitalismuskritik · Logo · Steuerklasse · iPod
Nach der Quelle der ungeheuren Erkenntnis forschend, warum ausgerechnet das Bidet ein so wichtiges Wort war, werden wir im „Tagesspiegel“ fündig – und kaum anderwärts. Das ist nun aber wirklich nicht der Sinn der Schlagwörtersammlung, und deshalb, liebe Uni Leipzig: Entweder ihr modifiziert eure Schlagwörtersammlungssoftware oder ihr stampft die „Wörter des Tages“ ein.
Immerhin: Wer kein Bidet hat, kann sich ja mal informieren, wozu man es (nicht) braucht, weil man sich ja heute duscht – und ich hatte immer gedacht, man duscht, wenn überhaupt, vorher.
sehpferd - am Montag, 25. April 2005, 21:53 - Rubrik: zeit geschehen
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