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Von fast allen von uns unbemerkt, hat Belle de Jour, das berühmte Londoner Callgirl, sein gleichnamiges Blog geschlossen. Belle schrieb zum Abschied: „Es ist nie die rechte Zeit, das Tagebuch zu schließen – und deshalb tue ich es jetzt“.

Vermutlich will sie ihr Buch einmal fertig schreiben – „Belle De Jour: Intimate Adventures of a London Call Girl“ es ist schon lange angekündigt.

Dennoch schwillt die Träne im Knopfloch: Belle war eine der Ersten, die sich im Web öffentlich zur Prostitution bekannt haben – und die der Welt auch gezeigt haben, dass dieser Beruf nicht so schmutzig ist, wie oft behauptet wird.

Wissen Sie manchmal gar nicht, was sie schreiben sollen? Dann sollten sie sich beim Feuilleton der „Berliner Zeitung“ bewerben, denn dort können sie einfach am Finger saugen und das, was herauskommt, zu Papier bringen – wohlgemerkt, im Feuilleton, nicht unter „Guckemalda“ oder so.

Ich also habe heute gelernt, dass es Berlinerinnen mit großem Busen und solche mit „eher kleinem“ gibt, vor allem aber wurde ich über diese wichtige Tatsache aufgeklärt: Für den Feuilletonisten ist „Berlin ohne die Berlinerin jedenfalls nicht mehr denkbar“.

Oh, Urs Theckel. Musste das sein?

Dachte ich es mir doch: Nachdem bei Twoday nun in kurzer Zeit zwei neue Sexblogs entstanden sind, wird heftigst darüber diskutiert, ob sie denn nun wirklich nötig seien. Ich, für meinen Teil, warte erst mal ab, was daraus wird, denn ich habe schon zu viele sehr kurzlebige Sexblogs auf Twoday und anderwärts gesehen.

Merkwürdig, dass niemand darüber diskutiert, ob die Blogs der ICH-AGs nötig sind. Aber darauf komme ich sicher noch mal zu sprechen.

Die "Neuen": swingand ... und dolcevita.

Nehmen wir an sie hießen "Latte" und machten eine Sendung für junge Menschen am Morgen – dann sollten sie nach Möglichkeit kein T-Shirt tragen, auf dem „Morgen Latte“ steht.

Dominic Wood, der englische Fernseh-Entertainer, hatte es getan: Er trug ein T-Shirt mit dem Namen „Morning Wood“. Doch die britische Aufsichtsbehörde reagierte verschnupft: Nun muss die BBC besser aufpassen, was ihr Moderator am Morgen am Leib trägt, denn Morgenlatten seien nun mal nicht für 12-jährige.

Weniger als 20 Prozent der holländischen Singles sollen mit ihrem Sexualleben zufrieden sein – und sie schielen neidvoll zu den Verheirateten, denen sie offenbar ein zufriedeneres Sexleben zutrauen.

Überraschend war, dass etwa die Hälfte der Frauen und ein Drittel der Männer behaupteten, überhaupt keinen Sex zu haben. Dabei sollen nur ungefähr fünf Prozent der ledigen Damen und Herren in festen Händen sein, während jeder zweite Mann und jede dritte Frau angab, sich regelmäßig Sexerlebnisse für eine Nacht zu suchen - so berichtete jedenfalls Reuters unter Berufung auf eine Quelle im World Wide Web.

Wer es glaubt, wird selig, wer nicht, kommt sicher auch in den Himmel: Die Umfrageergebnisse kamen mal wieder von einer wichtigtuerischen Webseite.

Wer in der Presse nach Nachrichten über Sex sucht, kommt an der "Brigitte" kaum noch vorbei. Grund ist das von geschwätzigen Damen reichlich bevölkerte Forum der Frauenzeitschrift. Zitat: „Ich nahm also den bh, der wenigstens sauber und nicht ausgeleiert war - und an den rest habe ich Ihn nicht rangelassen“.

Muss man einfach mal bildlich auf sich wirken lassen.

In Zeiten dürftiger Quellen muss ich manchmal mit den dürren Gräsern vorlieb nehmen, die auf meinen Weiden wachsen – so wie diesem Link. Er entspricht nicht ganz dem Stil, den ich in meinem Blog einzuhalten versuche, aber männliche Freunde saftiger Wiesen kommen bei der Betrachtung dieser Bilder möglicherweise auf ihre Kosten: Magermilchfreunden kann die Betrachtung nicht empfohlen werden.

Hatten Sie Bertram gemeint? Fragt Google und die Ticklefight-Redaktion ist sich ganz sicher: Nein, sie hatte nicht „Bertram“ im Auge sondern BertPam. Mehr zum Amüsieren und Begucken, wie immer, bei Ticklefight, die aus der Sommerpause wieder erwacht sind.

Was passiert, wenn ein Buch wie das Twoday-Buch „Readme.txt“ einem professionellen Kritiker unter die Augen kommt? Richtig, er behandelt es wie Literatur. Dass es diesem Anspruch nicht gerecht wird, ist nicht schwer zu erraten, und so konnte dann wohl nur eines herauskommen: ein kräftiger Verriss. Martin Falbe hat ihn für die „Berliner Literaturkritik“ geschrieben,. Das Fazit seiner Betrachtungen: Es wird nicht klar, wofür das Buch eigentlich gedacht ist.

Auch die Inhalte von Twoday kommen in der Kritik nicht gut weg: Sie seien „BBaB“, meint der Kritiker: „Beziehungskisten, Bürostress und andere Banalitäten“.

Inzwischen, so könnte man dem Kritiker entgegenhalten, hat Twoday freilich durch neue Autoren (und ich meine damit nicht mich) an Profil gewonnen. Das allerdings nützt dem Buch nun auch nichts mehr.

Wer dieser Tage die Gesichter der Prominenz der Politik im Fernsehen gesehen hat, der hat einen Teil von Deutschland Problem auch ohne Ton begriffen: Griesgrame saßen da, Frauen wie Männer, denen kein Mensch zutraut, die verängstigten Mäuserinnen und Mäuseriche in Deutschland wieder zu fröhlichen, zukunftsorientierten Bürgerinnen und Bürgern zu machen.

Wer meiner Leser hat in den letzten Monaten eine fröhliche, zuversichtliche, in die Zukunft weisende Rede eines deutschen Politikers gehört, die Menschen wirklich motivieren könnte? Niemand - es gab sie einfach nicht. Dabei ist Deutschland nach wie vor ein Paradies mit großen Möglichkeiten für nahezu alle Menschen – und wem es wirklich zu eng wird, dem steht den Deutschen noch der Rest von Europa offen.

Mit Missmut und Miesreden kann man freilich alles kaputtmachen – auch Paradiese. Sollte man an dieser Stelle einmal Kennedy zitieren? „Frage nicht, was der Staat für Dich tut, sondern frage, was Du für den Staat tun kannst“.

Was man für den Staat tun kann? In erster Linie – an der eigenen Zukunft arbeiten. Dann arbeitet man auch an der Zukunft des Staates. Des Staates? Vielleicht sollten wir besser gleich sagen: Europas.

Anfängerinnen, so war jüngst in der Chicago Sun Times zu lesen, sollten Hitachi Magic Wand oder AccuVibe verwenden. Wozu, dürfte klar sein, aber warum eines dieser beiden Produkte? Weil sie besonders groß sind – es sei schwierig, damit das Ziel zu verfehlen.

Das hatten wir uns schon irgendwie gedacht. Für besonders interessierte Damen sollte ich vielleicht noch darauf hinweisen, dass Hitachi Magic Wand nur in einer 110-Volt-Ausführung zu haben ist. Wie man sieht - der Weg zur optimalen Lust ist mit technischen Hürden verstellt.

Noch ein Aktfotokalender, wieder für einen guten Zweck, aber diesmal vom Feinsten. Gemacht wird das Ganze unter großem Publicity-Rummel (man lese allein die Ankündigung) vom Starfotografen Hubertus Küppers, ausrichten tut’s der Arbeitskreis Digitale Fotografie, stattfinden wird das spektakuläre Ereignis auf der Photokina 2004, und die begünstigte Organisation ist die AIDS-Hilfe Köln.

. War das noch was? Ach ja. Bis vor ein paar Tagen suchte man noch Modelle.

Zwei Schottinnen haben sich in Mailand ausgezogen. Warum ich nicht darüber schreibe? Weil der Name der Organisation in diesem Blog tabu ist. Zu viel ist zu viel.

Zwei Schottinnen haben sich in Mailand ausgezogen. Warum ich nicht darüber schreibe? Weil der Name der Organisation, in deren Namen die beiden sich entblößten, in diesem Blog tabu ist. Zu viel ist zu viel.

Wenn sie schon immer mal die Pussy einer nackten Dame sehen wollen, dann ist es jetzt an der Zeit, damit anzufangen, denn diesmal sind es weibliche Tierschützer, die einen Aktfotokalender erstellt haben. Dabei zeigen sie nicht das Tier in ihnen, sondern das Tier auf ihnen – es verdeckt nämlich weitgehend die Blößen der nackten Schönen.

Die Damen sagten der lokalen Zeitung in Gastonia, N.C., USA, dass sie sich bei den Aufnahmen ganz wohl gefühlt hätten. Lediglich die Tiere seien wegen der ungewohnten Situation und vor allem wegen der Blitzlichter ziemlich nervös gewesen.

Natürlich tun sie alles für einen guten Zweck: Schon bei der Vorstellung des Kalenders nimmt man ein Eintrittsgeld von 25 USD, und genau so viel muss man auch noch einmal dafür hinlegen, wenn man sich die nackten Damen an die Wand hängen will.

pussy sehen

© 2005 by ALGC and the ladies

Das Wahlergebnis in Brandenburg und Sachsen ist schlecht genug für die Demokratie – dafür steht schon allein der Erfolg der PDS, der nichts Gutes ahnen lässt: Etwas 28 Prozent der Wähler ließen sich nach Hochrechnungen von der linken Protestpartei in Brandenburg ködern, während es in Sachsen immerhin noch fast 23 Prozent waren. Dennoch scheidet die Partei damit wenigstens als Regierungspartner aus – das wollen wir jedenfalls hoffen.

Der Erfolg der NPD ist natürlich eine Schande für Sachsen: Auch daran gibt es keinen Zweifel. Doch sind die 9 Prozent, die man den etablierteren Parteien mit der Anti-Hartz-Hetze abgetrickst hat, nicht ganz so erschreckend, wie man auf den ersten Anhieb denken könnte: Das reiche Baden-Württemberg, das immer als „Stammland der Liberalen“ in den Himmel gehoben wird, hatte in politisch turbulenten Zeiten auch schon einen fast zehnprozentigen Stimmenanteil für die NPD – und wer da sagt, nun ja, das war ja auch 1968, als die Jugend im Westen revoltierte, der muss gleich eines anderen belehrt werden: Die Schwaben und Badener, deren Fremdenfeindlichkeit mindesten so groß ist wie die der Ostdeutschen, wählten auch 1992 und 1996 zu etwa 10 Prozent stramm rechts, nur galt ihre Liebe damals den so genannten „Republikanern“.

Wir sind, alles in allem, noch einmal davongekommen. Es hätte alles schlimmer kommen können, doch der Wähler hat es in letzter Minute verhindert: Dafür sei der Bevölkerung von Brandenburg und Sachsen dank.

Rätselhaft, warum heise.de ausgerechnet dem eigenbrötlerischen Weltverbesserer Norbert Rost das Wort gibt. Nicht dass er nicht seine Meinung verbreiten dürfte, aber das tut er schon seit einiger Zeit mit immer dem gleichen Tenor: Schafft regionales Geld. Nur, dass er diesmal Hartz IV als Basis für seine immer wiederkehrende Grundaussage nimmt.

Ach, Herr Rost: Gab es alles schon mal. Nicht nur in dem Beispiel, das sie erwähnen - es ist von 1932/1933 und damit nicht gerade sehr aktuell. Inzwischen gab es zahllose Experimente mit alternativen Tauschmitteln: Sie sind alle wieder sang- und klanglos von der Bildfläche verschwunden. Zwar kommen auch Neue hinzu, wie der "Justus", aber dessen Scheitern ist auch schon programmiert. Der Grund ist einfach: Die Tauschmittel sind nicht frei verwendbar. Die Bäurin auf dem Markt will halt Bargeld.

Ich mag noch hinzufügen, dass ich dies nicht verstehe: Der auf innovative Technologien ausgerichtete „Schockwellenreiter“, von dem ich den Rost-Link habe, bejubelt wirtschaftlich die neue Linke – wenn das man gut geht, Herr Schockwellenreiter.

Bilder von „ Mädchen in knappen Dessous“ sind keine Aktfotos und ihr Besitz hat nicht ursächlich etwas mit dem abscheulichen Frauenmord zu tun, der in der Region Lörrach geschah – und über den ein ganzer Stadtteil in Trauer verfallen ist.

BILD bleibt eben BILD – da wird noch mit Dessousfotos herumgeferkelt, wo es eigentlich nur noch das Angedenken an die Tote geben sollte.

Heftige Polemik auf witzige Art dargelegt – das darf man im neuen Weblog von Thomas Fügner erwarten. Er schreibt hier unter „Grischka“ – doch das ist eigentlich der Name seines Hundes.

Der gelernte Diplom-Kaufmann schreibt über Themen, an die nicht einmal ich mich herantraue – die Anspruchshaltung allein erziehender Mütter zum Beispiel. Alles in der Polemik ein wenig zu cholesterinreich aufgetragen, in der Aussage aber durchaus kämpferisch – und trotz des bisweilen offen zutage tretenden Zornes noch humorvoll.

Mutig, der Mann.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags

Diese Woche galt als politisch heiß – sehr merkwürdig, denn Bundespräsident und Bundeskanzler haben dem Volk nur ein ganz klein wenig von der Wahrheit gesagt – einmal etwas ungeschminkter als sonst. Es kann nicht angehen, dass sich die ganze Welt bewegt, aber Deutschland (und im übrigen auch Frankreich) in Erstarrung verfallen.

Erregt hat die Gemüter kurzfristig auch eine neue Studie über die deutsche Bildung. Vielleicht stimmen nicht alle Menschen mit mir überein, dass wir in Deutschland besonders gut ausgebildete Mathematiker, Physiker und Ingenieure brauchen, um den Stand unserer Technologie zu halten, aber wahrscheinlich werden alle darin einstimmen, dass die beste Ausbildung gerade gut genug ist, um die Zukunft zu gestalten. Wie schade, dass Deutschlands Eliten da auf den so genannten „Gymnasien“ bestehen. Es sind, mit Verlaub, überflüssige Schulen, deren Existenzrecht sich aus einer anderen Gesellschaftsordnung herleitet. In der Demokratie haben sie nichts mehr zu suchen.

Mehr als Randnotiz fiel mir auf, dass der Deutschlandfunk intensiv von einer „dritten Stufe des Feminismus“ berichtete. Er soll vor allem in Schweden stattfinden, und hier unter Schülerinnen weit verbreitet sein. Denke ich an Deutschland, so meine ich, dass wir noch weitaus mehr Frauen in verantwortlichen Positionen haben sollten – und sie kämen dort auch hin, wenn sie bereit dazu wären.

Womit ich bei einem ständigen deutschen Thema wäre: Die Gläser sind halb leer, der Innovationsgeist aufgebraucht, die Zukunft wird hellgrau in dunkelgrau gemalt. Das mag ein Ausdruck des „Zeitgeistes“ sein - doch wer schafft diesen Zeitgeist? Politiker scheinen ihn weder zu schaffen noch an ihm etwas ändern zu können: Schon Roman Herzog hatte es vergeblich versucht. Die deutsche Wirtschaft ist im Grunde optimistisch und erlebt gerade einen ungeheuren Exporterfolg – und sie kann dies nicht ohne die Menschen tun, die diesen Erfolg tragen – auch diese dürfen deshalb als vom Zeitgeist unbeleckt gelten. Wer aber ist es dann? Ich weiß es nicht – aber jedenfalls bin ich es nicht, der den Zeitgeist verbreitet.

Ist es nun der gleiche Zeitgeist, der die Erotik verdrängt? Wer die üblichen publikumswirksamen Medien betrachtet, kommt ja tatsächlich an prallen Brüsten kaum noch vorbei, die angeblich „sexy“ sein sollen, aber dann doch wohl eher als Synthese von Chirurgie und Marzipanschweinchen-Look gelten müssen. Erotische Nachrichten hingegen gibt es zurzeit kaum noch – da hoffe ich auf den Herbst. Wenn wieder mehr verhüllt wird, gibt es auch mehr Erotik.

Heute Abend wird in der Bundesrepublik nichts mehr so sein, wie es zuvor war. Denn egal, wie viele Prozent an Wählerstimmen NPD, DVU und PDS in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen bekommen werden, es sind Stimmen gegen die Demokratie.

Die PDS gibt sich zwar nicht betont kommunistisch, schürt aber gleichwohl gegenwärtig eine deutsche Grundhaltung, dass alles Wohl von einem allmächtigen Staat ausgehen müsse. Nun, dies wurde ja in einem der beiden ehemaligen deutschen Staaten, der DDR, jahrzehntelang praktiziert, und ich hoffe, dass sich mindestens die EX-DDR-Bürger noch daran erinnern werden, wie der SED-Staat sie geknechtet, bespitzelt und belogen hat. Freilich, es sind nur Landtagswahlen. Etwa 5,7 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger gehen in zwei Bundesländern an die Urnen – ein verschwindend geringer Anteil der Bevölkerung. Aber sie werden Zeichen setzen.

Mir ist dabei bewusst, dass auch in manchem osteuropäischen Land heute wieder die alten kommunistischen Parteien regieren – diese allerdings bekennen sich eindeutig zum Unternehmertum und damit zum wirtschaftlichen Fortschritt - und sie tun alles, um dies zu gewährleisten. Von der PDS hört man nichts dergleichen.

In dieser Situation wundert mich, dass die alten, bewährten demokratischen Parteien in Deutschland nicht endlich den Schulterschluss wagen: Es gilt, die Demokratie tapfer zu verteidigen. Das Wort „tapfer“ aus der Militärsprache habe ich bewusst gewählt, denn es reicht nicht mehr, Sonntagsreden gegen die Antidemokraten der extremen Linken zu halten. Vielmehr muss man, wie es jüngst der Bundeskanzler und sogar der Bundespräsident tat, öffentlich hinstellen und sagen: Demokratie bedeutet nicht Gleichmacherei, sondern die Möglichkeit aller, in Frieden und Freiheit zu Glück, Ansehen und Wohlstand zu kommen. Die Politik muss klar, deutlich und unmissverständlich sagen, dass die ständigen Angriffe auf die deutsche Wirtschaft auch einen Angriff auf den deutschen Wohlstand darstellen, und dass die Kräfte, die diese Wirtschaftsordnung zerstören wollen, vielen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger die Existenzgrundlage entziehen werden.

Heute Abend werden wir mehr wissen. Wir werden sehen, ob SPD, CDU/CSU, Grüne und Liberale in erster Linie Staatsbürger oder Parteigänger sind. Sollten sie Staatsbürger sein, erwarten wir klare Worte, aber keine Wählerschelte: Falls sich die Bürger in zwei relativ kleinen Bundesländern im Osten tatsächlich für die Extremisten in der Politik entscheiden haben, werden sie dies bei der nächsten Wahl schnell revidieren: dann nämlich, wenn sie die rhetorischen Fähigkeiten mit den praktischen vergleichen konnten.

Datenn und Fakten über Jimmiz.

Soll man nun einer Frau auf die Titten gucken oder nicht? Auf diese Frage lässt sich Harald Hordych von der Süddeutschen Zeitung im Kulturteil ein. Klar im Kulturteil, denn es geht um das Lesen, genau genommen um das Lesen von Botschaften auf T-Shirts. Wer sie lesen will, muss nun mal den Frauen auf die Titten gucken – die Texte stehen immer dort, wo die Brüste ihre größte Ausdehnung haben. So einfach ist das.

Er habe, so der Autor, unter anderem auch ein T-Shirt gesehen, auf dem der Kernsatz stand: „Ich habe auch einen Kopf über den Brüsten“. Mag ja sein. Die meisten Frauen, die ein T-Shirt mit Botschaft tragen, haben allerdings genau die Botschaft im Kopf, die auf dem T-Shirt draufsteht – eine klare Warenkennzeichnungs-Verpflichtung, wie man annehmen könnte: Was drin ist, muss auch draufstehen.

Vielleicht dies: „Wenn du mich für eine Nutte hältst, solltest du erst meine Mutter kennen lernen“. Erhältlich in London. No further comment.

Die Supermarkt-Kette Tesco wird englischen Frauen ein ganz besonderes Vergnügen bescheren: Beim täglichen Shopping können sie demnächst auch gleich Klitoris-Stimulatoren mitnehmen, die Dreierpackung zu etwa 10 GBP. Der „Mirror“ machte dazu einige humorvolle, aber leider unübersetzbare Bemerkungen: ob es wohl „between the sauces and the spices“ liegen wird? Natürlich nicht - und auch nicht bei den Wiener Würstchen. Es wird diskret bei den Drogerieartikeln liegen: Nur eine Orchidee weist auf die Verwendungsmöglichkeiten hin.

Suzanne Schlosberg beschreibt das Leben eines weiblichen Singles auf der Suche nach dem Lebensglück – und natürlich sucht sie über Online-Dienste, wie jeder andere Single auch, den sie kennt. Was herauskam, ist ein Buch über mindestens 1001 Tage und Nächte ohne Sex – ganz genau waren es 1358.

Das Buch ist in englischer Sprache bei Warner Books erschienen. Erhältlich bei Amazon.com.

Dem alten Feministinnen-Märchen, dass Pornografie zu Vergewaltigungen führt, ist Eric Schomburg nachgegangen - und versucht, dagegen zu halten. Vor allem ein Argument ist ihm wichtig: In Amerika, wo es wenig Gewaltpornografie gibt, ist die Anzahl der Vergewaltigungen extrem hoch. Im Vergleich zu Japan, wo Gewaltpornografie in Massen produziert wird, ist die Vergewaltigungsrate hingegen extrem niedrig.

Ein Beweis ist dies nicht. Aber mindestens ein Ansatz.

Inzwischen sollten die Argumente der Art „Pornografie ist schädlich für Frauen“ ohnehin auf den Müll der Geschichte gebracht werden: Frauen sind nämlich heute nicht nur Pornodarstellerinnen, sondern auch Regisseurinnen und Produzentinnen. Das allein wäre noch kein Argument, aber: Inzwischen sehen sich auch viele Paare pornografische Filme an. Die meisten sehen sie nicht zu Ende, aber nicht, weil sie so entsetzt von den Inhalten sind, sondern weil die Lust sie längst ins Schlafzimmer getrieben hat.

Jeden Tag, an dem ich mit dem Computer ans Netz gehe, bietet mir T-online irgendwelche nackten Miezen an – ein anderes Wort finde ich nicht mehr für diese Art von Damen. Heute wurde eine dümmlich aussehende Blondine angeboten, die sich dort Sarah nennt, und sie gehört Erozuna – was immer das ist, jedenfalls wirbt man mit „Erozuna’s heiße Girls“.

Die Dame heute zeichnete sich vor allem durch irgendeine dicke Ölschicht auf der Haut aus, die blauglibberig im Scheinwerferlicht strahlt. Irgendetwas musste mal wohl tun, um den Fotos noch irgendeinen Ausdruck zu verleihen: Die Dame sähe ansonsten aus wie eine Plastikpuppe. Ansonsten? Nein, sie sieht genau so aus. Das fiel sogar dem T-Online-Redakteur auf, der nur noch dies zu dichten wusste: „Sarah ist einfach ein süßes Püppchen. Ihre Goldlöckchen und der kleine Schmollmund erzählen von honigsüßer Sünde“. Kein weiterer Kommentar.

Da sagt der Kanzler einmal, was längst zu sagen gewesen wäre, und schon dröhnen ihm wieder die Ohren. Indessen besteht kein Zweifel daran, dass die Deutschen mit ihrer überzogenen Anspruchshaltung an den Staat tatsächlich eine „Mitnahmementalität“ entwickelt haben: Jeder nimmt mit, was aus dem staatlichen Füllhorn gerade herausquillt. Das ginge vielleicht noch an, wenn nicht inzwischen ganze Lebensentwürfe so ausgestaltet würden: Bevor auch nur die geringste wirtschaftliche Basis geschaffen wurde, werden Wohnungen bezogen, Fahrzeuge angeschafft und Kinder gezeugt.

Wer das alles zahlt? Der Nachbar, der Steuern bezahlt. Den meisten Menschen, die in diesem Lande Staatsleistungen in Anspruch nehmen, dürfte nicht klar sein, dass sie das Geld dafür eigentlich dem Nachbarn aus der Tasche ziehen - und häufig sind es Nachbarn, deren eigene Finanzen auch nicht rosig aussehen.

Die Deutschen werden sich, wenn sie noch einmal wieder auf die Füße kommen wollen, an das erinnern müssen, was sie nach 1945 stark gemacht hat: die Kraft des Geistes, die Findigkeit der Unternehmer, die Fähigkeiten und der Fleiß der Arbeiter. Das mag erzkonservativ klingen, ist aber ebenso die Wahrheit wie das, was der Kanzler gesagt hat: Der Bürger kann nur dann Staat machen, wenn er zunächst bereits ist, zu geben. Das Nehmen muss jenen vorbehalten sein, die nichts mehr geben können.

Die deutsche Presse und ihre Kommentatoren freilich lehnen sich selbstgefällig in ihre Stühle zurück: Der Kanzler habe das Volk beschimpft, und das dürfe er nicht tun. Nun, wenn er es nicht tun darf, wer dann? Etwa die deutschen Kommentatoren, die sich so durchlavieren, weil sie die Leser nicht vergrätzen wollen? Es scheint, als würde die Presse die deutsche Misere eher stützen als zu ihrer Beseitigung beitragen.

Das Zitat des Kanzlers:

„In Ost wie West gibt es eine Mentalität bis weit in die Mittelschicht hinein, dass man staatliche Leistungen mitnimmt, wo man sie kriegen kann, auch wenn es eigentlich ein ausreichendes Arbeitseinkommen in der Familie gibt“

Ich betreibe dieses Blog jetzt seit 365 Tagen. Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

Für mich ist das Wichtigste an einem Blog, wahrgenommen zu werden. Das ist der Fall. Vor allem die Suchmaschinen und vereinzelte Referenzen in Onlinezeitschriften und anderen Blogs bescheren mir eine sichere Leserschaft. Die Zugriffe entwickeln sich gut, wenngleich die belanglosen Artikel über so genannte Stars, die ihre Hüllen fallen lassen, die besten Aussichten auf Zugriffserfolge haben. Verbucht werden die Zugriffe mit einer dicken schwarzen Zahl auf der Habenseite.

An zweiter Stelle steht die Freude am Schreiben. Ich beginne den Tag mit dem Wunsch, einen Artikel zur Europa- oder Gesellschaftspolitik zu schreiben und ich beende ihn mit den kleinen belanglosen Artikeln über Liebeslust und Liebesleid, Erotik, Fotografie oder Nacktheit. Freude macht mir das eine wie das andere. Die Freude verbuche ich liebevoll auf der Habenseite.

Drittens möchte ich mit meinen Gedanken etwas bewirken. Hier kommen erste Zweifel auf. Die synergetischen Effekte, die man etwa in Wikipedia beobachten kann, wollen in Blogs einfach nicht vorankommen. Der Grund ist einfach zu finden: Blogger neigen dazu, drei Menschen am meisten zu Lieben: sich, Ihr Selbst und ihre Person. Die ungeheuren Kräfte, die durch gemeinsames Denken und Handeln („niemand weiß so viel, wie wir alle zusammen“) entstehen könnten, werden schmerzlich vermisst. Ein schwerer Brocken im Soll der Bilanz – weil dies geändert werden könnte und niemand etwas daran tut.

Man könnte viertens manche schlechte Erfahrung verschmerzen, wenn Blogs irgendwie profitabel wären. Vorläufig sind sie es nicht. Wenn aber langfristig die Gewinnaussicht fehlt, werden immer neue ICH-AGs für immer wieder ähnliche Artikel sorgen, die von immer wieder ähnlich gelagerten Bloggerinnen und Bloggern gegenseitig gelesen werden. Blog-Innovationen werden auf der Strecke bleiben, wenn kein Gewinnen zu erwarten sind, wobei der „Gewinn“ auch in Wählern, Lesern für Printmedien oder einem Zuwachs an Kulturkonsumenten sein kann. Manchmal denke ich: Eigentlich sind wir schon so weit. Wir haben verpennt, Blogs profitabel zu machen. Eine gewaltige rote Zahl in der Bilanz – auf Dauer vielleicht das Ende der Blogs.

Fünftens frage ich mich: Was habe ich dabei gelernt? Vor allem, meinen eigenen Weg konsequent zu verfolgen. Dazu gehört leider auch, sich sowohl von falschen Feinden wie von falschen Freunden abzugrenzen. Die ursprüngliche Idee, die unsäglichen Äußerungen von herumhüpfenden Beschimpfern zu sammeln und irgendwann einmal zu veröffentlichen, habe ich längst aufgegeben. Sie liegen jetzt alle im Papierkorb, und da bleiben sie auch. Das Erlernte buche ich auf die positive Seite: Es zeigt den Weg in die Zukunft.

Ich habe es schon einmal gesagt: Es ist nicht lohnend, mir in den Finger zu beißen. Besser ist, sich die Richtung zu merken, in der er zeigt. Soweit meine Arroganz. Ein bisschen davon brauche ich, um hier täglich zu schreiben.

Sie vermissen einen Strich unter der Bilanz? Ich auch. Es ist noch zu früh. Ich plane weiter, gebe dem Blog noch bis Ende 2005. Dann wird sich zeigen, wohin ich mich wende.

Brüste und Bier und natürlich auch noch ein paar andere Tatsachen über das Münchner Oktoberfest können im deutschen Playboy nachgelesen werden. Zum Beispiel, dass die Röcke der Dirndl wieder kürzer werden oder dass die Damen, die auf der Wiesn beschaut werden wollen, mit Vorliebe wieder die Dirndl der 50-er Jahre tragen. Freilich sieht man in Bierzelten nicht viel von der Rocklänge – aber Dirndl haben ja ein Riesenschaufenster, dessen Inhalt bei Bedarf noch von den berühmten Dirndl-BHs gestützt werden kann.

wiesn

Bild: © 2004 by Playboy Deutschland

Neuen oralen Freuden können Moskauer entgegensehen, falls ihre Damen ein neues Liebespielzeug namens „lazy thing“ verwendet – und die Damen selbst müssen dazu gar nichts tun: Sie klemmen den neuartigen Vibrator einfach zwischen die Lippen und denken an etwas anderes. Die „Prawda“ denkt da zum Beispiel, dass die Dame an ein neues Paar Schuhe denken könnte, während das „Faultierding“ sein Werk tut.

Nehmen wir einmal an, beste Freundin, sie wollten ihrem Mann, Liebhaber oder Freund einen erotischen Kalender schenken, aber sie hätten entweder nicht das nötige Kleingeld oder sie wohnen irgendwo in einem Bergdorf, das mehr als 60 Autominuten von der nächsten erreichbaren Stadt liegt. Was machen Sie?

Mein Tipp: Laden sie den erotischen Kalender von Aubade herunter. Die Sache könnte einen schönen Nebeneffekt haben, nämlich den, dass er feststellt wie schön diese Dessous an ihnen aussehen würden – und er sie ihnen kauft.

Trotz des weiten Weges vom Bergdorf nach Wien oder München.

Sandrinha ist Brasilianerin und macht dort irgendetwas im Fernsehen, doch für den Playboy hat sie sich erst einmal ausgezogen. Oh, ich vergaß ihre Tätowierung oberhalb des Gesäßes zu erwähnen: „Love Me“ – nun wer wollte das nicht?

Die Seite mit den Bildern befindet sich hier. Gefunden über Fleshbot.

Was für eine Frau suchen die Männer wirklich? Nun, eine Liebesdienerin sieht es so. „Die Männer sind grundsätzlich absolut sehnsüchtig nach Frauen. Eine Frau, die nicht als Besitz zu haben ist, die unabhängig und unbestechlich ist, die ihnen keine Vorwürfe macht und keinen Supermann von ihnen fordert ... das ist wohl für den Mann das begehrenswerteste Gut überhaupt“.

Sie muss es wissen. Es handelt sich um eine Dame in Berlin, die sich selbst als eine Tempelprostituierte, von denen sie, auf vergangene Zeiten zurückgreifend, behauptet „die Priesterinnen zeigten den pilgernden Männern die Göttin, indem sie sich ihnen sexuell offenbarten“.

Eigentlich eine wunderschöne Idee – aber sicher ziemlich unpassend für eine Gesellschaftsordnung, die ihre Moral von Mose und Paulus geerbt hat. Sagte mir nicht jüngst jemand, es gebe noch andere Lebensweisen als diejenigen, die unsere Wirtschaftsordnung uns aufzwingt? Und ahnen meine Leser nun, was ich ihnen gerne sagen würde? Es gibt auch noch andere Lebensweisen, als sie uns Moses und Paulus aufzwingen.

Den Hinweis auf die Story fand ich bei Jimmiz.

Recht heftig geht es auf der Seite einer Bloggerin zur Sache. Wie es scheint, will sie „Belle de Jour“ nacheifern, nur tut sie es deftiger. Die Geschichten handeln von einer Frau, die rückhaltlos ihren Trieben folgt, wogegen nichts zu sagen ist.

Ob allerdings Geschichten von Schweiß und Schwanz und Männerverschleiß dazu geeignet sind, Frauen zu motivieren, „die eine oder andere Anregung (zu) bekommen, ihre Sexualität freier und selbst bestimmter zu leben und zu genießen“ darf bezweifelt werden: Die Geschichten, obwohl alle neu erzählt, wirken eigenartig klischeehaft. Aber vielleicht ist das Leben ja inzwischen ein Klischee, und ich habe es nicht bemerkt.

Jeder Mensch hat eine soziale Verantwortung, und wer Menschen beschäftigt, hat sie in besonderer Weise. Das weiß zwar auch Michael Rogowski, der gegenwärtige BDI-Präsident, aber er will diese Fürsorgepflicht dennoch einschränken: In der „Zeit“ äußerte er sich so. "Unternehmen sollen Arbeit schaffen, während die Beschäftigten die soziale Sicherung und das Gesundheitssystem selbst finanzieren (sollen)". Auch die soziale Verantwortung will er nicht mehr tragen: Aus der Verantwortung dessen, was er im interview als "Sozialfürsorge" bezeichnete, will er die von ihm vertretene Industrie offenbar heraushalten.

Herr Rogowski wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass er sich damit aus der Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland ausgrenzt: seine Denkweise ist nicht nur peinlich sonder ungehörig und zudem höchst gefährlich: es ist Öl für das Feuer der linken Eiferer, die sich gegenwärtig den Vorwurf gefallen lassen müssen, das Volk zu verhetzen.

Thomas Hauser, Redakteur der „Badischen Zeitung“ traf den Nagel auf den Kopf, als er schrieb: „Der BDI-Präsident hat getroffen. Vor allem sich selbst“. Ich würde es noch etwas anders sagen: Der BDI würde sich einen großen Gefallen tun, sich von Herrn Rogowski zu trennen – falls dieser nicht vorzieht, selber seinen Hut zu nehmen.

Gelesen in mehreren deutschen Zeitungen, unter anderem im Spiegel und in der "Badischen Zeitung".

 

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