anstoss

  sehpferdvs sehpferds magazin für anstöße und anstößiges
Vielleicht sollte ich dergleichen auch mal als Motto annehmen, und nur noch für meine Leserinnen und Leser schreiben – doch wo ist eigentlich meine Konkurrenz? Ich glaube, ich folge viel zu oft den unfrisierten Windungen meines Hirns, als an meine Kunden zu denken – vor allem die Weiblichen. Ich vernachlässige sie sträflich und frage mich ernstlich, wie ich das ändern kann.

Den Spruch hat sich im Übrigen gerade eine Escort-Dame zu Eigen gemacht, als sie über ihre Vermarktungschancen nachdachte.

Nein, ihnen fällt so etwas nicht auf, weil sie ja nur „anständige Sachen“ im Web begucken. Da ich aber meinen Feedreader immer auch ein bisschen auf erotische Unterhaltung stehen habe (unter anderem, um sie zu amüsieren) stutze ich in den letzten Wochen nicht schlecht, dass auf den Nackt- und Softpornofotos russischer Damen neben einer ansehnlichen Wodkaflasche auch immer ein Schälchen mit Früchtchen stand, und wenn man genauer hinsah, auch noch ein Saft: 100% Frucht versteht sich. Der Saft allerdings steht, mit dem Etikett nach vorne, so auffällig dort, dass man den Blick sogar von den Brüsten der Damen wendet und sich die Marke merkt.

Ich kann nicht umhin, Ihnen zu sagen, dass sich die Damen nicht durchgehend so bedeckt halten wie hier. Da andere Fotos des Betreibers möglicherweise gegen deutsche oder österreichische Gesetze verstoßen, kann ich zur Quelle nicht verlinken. Zu einer Beschreibung des Saftes schon eher.

drunkgal

Das © am Bild hat theydrunk.com

„Braucht der Mensch Sex? Über Fortpflanzung, Vergnügen oder Abstinenz“ heißt eine Kategorie des ZEIT-Preisbloggens 2005. Mich hat natürlich wieder niemand informiert, und nominieren muss man sich selbst – sehr praktisch. Jetzt stelle ich mich erst einmal in die Ecke und maule lauthals – das machen die Deutschen doch immer, wenn es ihnen schlecht ergeht.

Wenn ich dann so in der Ecke stehe, fällt mir bestimmt etwas dazu ein, ob der Mensch Sex braucht – oder vielleicht den Rohrstock, auch wenn er denn nicht der Fortpflanzung dient. Dieser Gedanke verbindet sich freilich unweigerlich mit dem anderen Blog-Thema der ZEIT, nämlich, woran die Deutschen morgen glauben werden. Nein, gemeint ist weder die CDU noch Angie, auch nicht die piekfeine Stadtwohnung oder der Daimler vor der Tür, sondern tatsächlich Religion oder Religionsverwandtes.

Ob schöne Brüste auch eine Chance haben? Natürlich. Es gibt doch eine Kategorie „Zum Anbeißen“ – aber das habe ich wohl wieder falsch verstanden.

Freier, die bei Anbahnungsgesprächen mit Huren (oder wen sie dafür hielten) erwischt wurden, müssen in Oakland (USA) damit rechnen, demnächst auch ungepixelt von den Plakatwänden herunterzugrinsen: Die Stadtverwaltung will nach einem Pressebericht bald nicht-anonymisierte Fotos plakatieren.

Wer sich gleich wieder über die Amerikaner aufregen will, sollte mal den Blick nach Schweden wenden: Dort gehen Freier in den Knast – im Wiederholungsfall, und falls man sie wirklich erwischt. Die Huren bleiben ungeschoren – die öffentliche Wohlfahrt des vom Feminismus durchsetzten Landes würde sie freilich gerne umerziehen.

Zitat:

"In unserem Metier herrschen nicht die sonst üblichen Regeln des Arbeitsmarktes.

Damen, die sich berufen oder veranlagt fühlen, in einem Studio zu arbeiten, können sich jederzeit ... vorstellen und tätig werden. Manchmal geht so etwas sehr schnell, und die Damen fangen gleich am nächsten Tag an.

Momentan gibt es eine positive Umbruchsituation, es sind einige aktive und passive Damen zu unserem Team hinzugestoßen ... zudem wird es eine neue Auszubildende in unserer Domina-Akademie geben."


Gefunden auf der Webseite von Avalon, Berlin:

Bis vor kurzem gab es noch relativ wenig Bilder der Miss Universum 2005, doch inzwischen haben Blogger alles durchsucht – und natürlich ganz viel gefunden. Falls sie zu viel erwarten: Die Dame wurde überwiegend in sehr dezenter Kleidung fotografiert.

Persönlich ist Gregor Gysi zu bedauern – so viel Kadavergehorsam als Parteisoldat gegenüber der PDS hätte ich ihm nicht zugetraut. Der PDS allerdings wird es leider nützen – denn nun werden diese Partei nicht nur ein paar eingefleischte Ost-Kommunisten und Ostalgiker wählen, sondern auch ein par Menschen aus der westdeutschen sozialistischen Schickeria, die sich selbst gerne Linksintellektuelle nennen.

Einer dürfte jetzt dumm aus der Wäsche gucken: Für Lafontaine gibt in Wahrheit in Deutschland niemand einen Pfifferling – nicht mal einen roten.

Dass die Rechtschreibreform zum 1. August und damit zum neuen Schuljahr kommen würde, wissen die Lehrer seit langem – doch schon wieder nörgeln sie öffentlich daran herum.

Wir sollten den Damen und Herren Nörglern (nicht alle Lehrerinnen und Lehrer sind von dieser Art) vielleicht mal dies sagen: Als Lehrer erwarten wir von Ihnen, meine Damen und Herren, dass sie Vorbilder in Toleranz, Flexibilität und Kompromissbereitschaft sind. Als ewige Nörglerinnen und Nörgler hingegen geben sie ein schlechtes Vorbild ab.

Schon mal darüber nachgedacht? Wahrscheinlich nicht.

Dieser Beitrag hat denjenigen Wahrheitsgehalt, den satirische Beiträge üblicherweise haben“.

Nein, ich bin heute nicht ich. Ich bin Humpenbacher. Karl Humpenbacher. Vor einigen Monaten habe ich eine Frau gesucht, wissen sie. Bei einer dieser Online-Agenturen, und die hatten auch was für mich: Eine rothaarige drogenabhängige deutsche Sozialarbeiterin, eine arbeitslose Geologin aus einer ehemaligen Sowjetrepublik und eine Chefsekretärin mit halbwegs brauchbarer Vergangenheit und ein bisschen Hoffnung auf Zukunft. Also – ich habe die Chefsekretärin genommen – und sie mich auch. Aber jetzt habe ich einen Fragebogen von der BuZeGeDi bekommen. Ach, die kennen sie nicht? Die Bundeszentrale gegen Diskriminierung. Die gibt es nicht? Sie haben recht – noch nicht.

Doch was, wenn die drogenabhängige deutsche Sozialarbeiterin wegen Diskriminierung klagen würde? Müsste ich dann meine Gründe offenbaren, warum ich sie abgelehnt habe? Nein, werden sie sagen. Natürlich nicht – sie haben doch ein Recht, ihr Leben so zu gestalten, wie sie wünschen.

Wie schön. Derzeit darf ich also auch noch ein italienisches Restaurant gehen, ohne dass mich der türkische Currywurstbudenbesitzer wegen Diskriminierung verklagt. Oder zu meiner schönen türkischen Änderungsschneiderin, ohne dass der örtliche deutsche Schneidermeister mir an den Kragen kann.

Aber, Humpenbacher, das ändert sich doch nicht, wenn das Antidiskriminierungsgesetz kommt.

Nö. Aber jetzt bin ich Carla, die Inhaberin der Agentur, sie erinnern sich? Ich suche eine(n) Programmierer(in). Also da habe ich die Wahl zwischen einem älteren deutschen Alkoholiker, einer arbeitslosen Geologin mit einer IT-Zusatzausbildung und einem jungen, ideenreichen Programmierer. Sehen sie, und bevor ich mich von dem Alkoholiker oder der Geologin verklagen lasse, sie nicht eingestellt zu haben, vergebe ich meine Programmierarbeiten nach Estland. Schade um den jungen Mann, aber der hätte auch drei Mal so viel gekostet.

Sollte ich nun wirklich noch Giovanni werden, der italienische Gaststättenbesitzer, oder Aisha, die türkische Änderungsschneidereibesitzerin? Wen würden sie als Kellner/Kellnerin oder als Änderungsschneider/in einstellen? Jemand, der zu ihrem Haus passt. Jemand, mit der sie das gemeinsame Arbeitsleben so gestalten können, wie sie es wünschen.

Und nun werde ich wieder Sehpferd: Sorgen sie bitte mit allen demokratisch erlaubten Mitteln dafür, dass das Antidiskriminierungsgesetz in der jetzigen Form wieder verschwindet und unterstützen sie auch in ihren Blogs derartigen Blödsinn nicht mehr.

Zitat:

Frauen, die nicht sagen, dass sie nicht heiß und nicht feucht sind, sind mir suspekt. Und solche, die sagen, dass sie heiß sind, aber nicht feucht sind auch“.

Sollte ich etwas ergänzen? Also: Sowohl Frauen, die sagen, das sie heiß und feucht sind wie auch Frauen, die sagen, dass sie nicht heiß und feucht sind, sind mir gleichermaßen suspekt.

Mir sind überhaupt alle Frauen suspekt, die mir andeuten wollen, dass sie feucht sind/werden/gerne würden werden. Aber natürlich auch jene, die sich fragen, warum ein Mann sich jemals Gedanken darüber machen sollte, warum eine Frau feucht ist/wird/gerne werden würde wie auch der Rest, der sich niemals Gedanken über dergleichen machen würde.

Warum ich das Schreibe? Weil mir herzlich egal ist, welche Frau in meiner Nähe feucht ist/gerade feucht wird/gerne feucht sein würde. Ich lebe schließlich nicht im Sumpf.

Ich hörte schon lange nichts mehr von Gummibärchenerotik. Aber falls ihr Schatz ein Fußballfan ist - vielleicht stellen sie das Tor doch mal woanders auf? Meiner Meinung nach steht es freilich zu hoch.

Doch stünde es tiefer - oh, ich verstehe, dann wären wir wieder in der Mitte einer Diskussion über Erotikblogs.

Was ich mich so frage: Vertrügen sich, mal ganz generell gesprochen, Gummibärchen und Champagner auf Frauenhaut?

baerversionen

Bärversionen - Queening (c) 2005 by sehpferd

baeren in missionarsstellung bären

Bärmissionen - Bärenmissonarsstellung (c) 2005 by sehpferd

Man nehme: Ein Hotel, das schon weitaus bessere Zeiten gesehen hat, einen Fotografen, der wirklich etwas kann, nämlich Bob Coulter, und ein bisschen Verruchtheit, bei der man nie so genau weiß, ob man nun eigentlich ander Grenze der Pornografie entlang läuft, sie schon überschritten hat oder sie gerade überschreitet.

Immerhin – man hat Humor. Lesen Sie dennoch erst die Einführung, bevor sie sich für die Bilder entscheiden. Missverständnisse sind nämlich durchaus einkalkuliert beim Konzept des Künstlers.

bob_coulter

extract from a photo by bob coulter - (c) 2005 by bob coulter

Bevor ich vergesse, Ihnen dies zu erzählen: Trojan hat eine neue Werbung. Angeblich wird sie sogar im US-Fernsehen zur Hauptsendezeit ausgestrahlt. Das verwundert natürlich, denn ist es nicht der Wille des Präsidenten, dass alle Welt keusch lebe bis zu einer christlichen Eheschließung?

Trojan weiß eine Antwort: „Abgesehen von Keuschheit gibt es nur einen Weg, sich zu schützen“.

Und auf der Webseite auch noch dies:

"40% of people who know they are HIV+ do not tell their partners. Show you care about your partner and yourself. Use a condom every time."

Man macht mir oft zum Vorwurf, den die kleine Alice dem HonkyTonky gemacht hat: Ich spielte nur mi Wörtern herum, ließe sie bald dies, bald jenes bedeuten, und erfreute mich an den Sätzen, die ich gedeichselt hätte, ohne hinter den Aussagen zu stehen.

Nun, ein Autor muss nicht zwangsläufig hinter seinen Wörtern und Sätzen stehen. Wir sind nicht alle Dichter und Literaten. Manche von uns Autoren schreiben, um zu beschreiben, andere, um zu verwirren, und wieder andere versetzten sich schreibend in Gestalten hinein, die sie niemals sein mögen.

Wenn ich in den nächsten Monaten über die politischen Parteien schreibe, werde ich auch über die Schreiben, die darüber schreiben: Journalisten und Blogger. ich habe vor, sie alle mit ihren Aussagen zu konfrontieren – und insbesondere bei Bloggern werden dabei bestimmt ein paar Satiren abfallen. Ansonsten aber gilt für die nächsten Monate: Wenn es politisch wird, werde ich erst das Hirn und dann den Ventilator einschalten, und ich werde alles geschrieben haben, bevor ich einen roten Südafrikaner öffne.

Ich habe mich entschlossen, bei Wahl05 mitzuschreiben – und zwar ausgleichend, wo die Wogen zu hoch gehen und polarisierend, wo man nicht auf den Kern kommen will – und natürlich immer aus der Sicht des Europäers in Deutschland – kein einfacher Standpunkt.

Lesen Sie mit! Natürlich bleibt „für hier“ auch noch etwas übrig – und darunter sicher auch manche frivole Nachricht.

Eine neue, intelligente Variante im virtuellen Liebesspiel bringt ein erotisches Blog – selbst Jane, die schon einiges gesehen hat, war ganz begeistert von dieser Bloggerin.

Falls sie eigentlich nie richtig angezogen waren, wenn sie ihren Liebhaber oder Ehemann einmal lustvoll verführen wollten – damit klappt es bestimmt.

Zitat:

"Sexuelle Beziehungen finden am Abend vor Feiertragen statt, und beide Parteien werden zuvor baden. Eine brennende Nachttischlampe soll dem Partner aber jederzeit anzeigen, dass eine der Parteien sexuellen Beziehungen wünscht. Ist dies der Fall, so soll keine Rolle spielen, ob der nächste Tag ein Feiertag ist oder nicht".

Aus: Mainichi

Adrienn Varga hat bestritten, dass sie demnächst spärlich bekleidet in der deutschen Ausgabe des Playboy erscheinen würde, wie eine ungarische Zeitschrift kürzlich behauptet hatte. Freileich hatte die schöne Adrienn zuvor schon für das FHM–Magazin posiert und dabei auch nicht allzu viel Kleidung getragen – aber wenn sie denn sagt, dass sie künstlerische Fotos bevorzugt – nun ja. Mehr von ihr sportlich und zivil hier.

Weniger zimperlich soll Bea Győzike gewesen sein, und dabei noch etwas mutiger. Denn sie ist Roma, und für eine Roma-Frau galt es bisher nicht als schicklich, sich nackt für Herrenmagazine auszuziehen. Doch für das ungarische Magazin CKM machte sie offenbar eine Ausnahme, die sie inzwischen publicityträchtig bereut hat. Bei ihrer Entscheidung sollen allerdings etwa 20.000 Euro erheblich geholfen haben – nicht wenig Taschengeld für eine Ungarin.

Er ist wütend, das merkt man seinem Briefstil an, und angeblich verzweifelt, was vermutlich der Medienwirksamkeit dient, und die Linie der heutigen Sozialdemokratie passt ihm nicht. Man kann es nachlesen: Es ist eine einzige Polemik, die auch nicht den geringsten Baustoff für die Zukunft enthält.

Der Stil des Herrn Maurer ist genau das, was Deutschland nicht braucht: Ideologien, Wunschvorstellungen und Gottesfurcht. Dieses Land braucht vielmehr Pragmatismus, Realitätssinn und Gottvertrauen in die Zukunft. Und bitte: Immer mit Vorschlägen, ohne das Geblubber vom Neoliberalismus und den Gefahren der Globalisierung.

Nehmen sie doch mal an, sie Sozialdemokraten da draußen, wir, das Volk, wüssten um diese Bedrohungen – so, und nun hätten wie gerne die Zukunftsvorstellung der Sozialdemokratie. Aber bitte ohne Pipifax, sondern mit konkreten Zahlen und Fakten.

Alle, die täglich in der EU unterwegs sind, wissen dies: Wenn jedes EU-Land als zweite (oder dritte oder vierte) Amtssprache englisch einführen würde, wären die jetzigen Hürden wesentlich niedriger. Aber bitte: machen sie das einmal einem dieser EU-Bürger klar, der außer seinem Heimatort von Europa bestenfalls noch die Kanaren kennt, vom Aufschrei der Deutschen und der Franzosen mal ganz abgesehen, die sich dergleichen niemals gefallen lassen würden.

So, und nun stellen sie sich mal vor, dass man das Volk über so etwas abstimmen lassen würde – nicht auszudenken.

Wer meint, das Volk sei der Gewinner aus dem „Nein“ der Franzosen und Niederländer, der täuscht sich. Gewinner sind die Funktionäre Bürokraten, die nun in Brüssel weiter werkeln können wie sie wollen, während das Volk mangels einer gültigen Verfassung in die Röhre guckt.

Gewinner sind aber auch die Amerikaner: Sie können sich ins Fäustchen lachen über die lächerlichen Querelen im alten Europa, denn die Wirtschaftsmacht USA wird gestärkt, während Europa unter unsern Händen zerbröselt.

Demokratie ist ein sich selbst regulierendes System. Man kann es an den Wahlen deutlich sehen: Vergreift sich der Souverän, weil er einmal von Emotionen getrieben war, so sieht beim nächsten Mal wieder die Vernunft: Der Rechtsschwenk der französischen Wähler ist uns noch gut in Erinnerung, und ebenso die spätere Korrektur.

Volksabstimmungen hingegen, insbesondere so wichtige wie die über die Verfassung, lassen sich hingegen kaum revidieren. Prozesse setzen Erfahrung voraus, und außer dem Schweizervolk hat niemand in Europa Erfahrungen mit ständigen Volksbefragungen.

Volksabstimmungen können schief gehen. Wir sollten uns dies eine Lehre sein lassen und sie in Deutschland gar nicht erst einführen.

Das „Nee“ der Niederländer wird noch zu kommentieren sein – in mehrfacher Hinsicht. Klar ist zweierlei: Erstens bietet die Ablehnung der Verfassung durch die Bürger der Niederlande ein Bild der politischen Lage dort – und die ist alles andere als stabil, seit die Rechtspopulisten dort an den Schrauben der Wählergunst drehen.

Zweitens, und dies ist weitaus gefährlicher, ist das „Nein“ kein „Nein“ zur Verfassung, sondern drückt aus, wie wenig das Volk der Niederländer die EU liebt. Aus dieser Sicht fällt viel Licht auf den Sinn von Volksabstimmungen, in einem Satz: man will von der EU profitieren, aber man steht nicht dazu – und das ist ganz schlecht.

Weitere Kommentare sind in Vorbereitung

Zitat:

I am taking a break from the blog. To much is going on in my world for me to worry about being here. I will be back I promise. Hopefully with a new outlook.

Dazu nur ein Satz: Es macht mich nachdenklich, wie viele Erotikblogs stillgelegt werden. sobald sie Popularität erlangen.

Weil „sie“ eventuell (aber nur eventuell) den Mauszeiger des aus der Ferne den PC reparierenden Fremden als geilen Übergriff auf ihr Privatleben sieht und darob feucht wird.

(Nein, nicht von mir erfunden, sondern von spurlos – und gefunden bei Sophie).

Schrieb ich nicht über Zürich? Über Bären? Erst jetzt erfuhr ich, dass manche Bären zu bärig für empfindliche Züricher Kinderseelen sind. Das wusste Doloresse. Nun, ich lege noch mal eine brave Bikini-Bärin nach.

fembear

Die Aktionäre haben grünes Licht gegeben bei der Leica Camera AG – doch ein glaubwürdiges Geschäftskonzept wurde den Aktionären im Grunde nicht geboten.

Denn nach wie vor glauben die Macher bei Leica, dass es „in der Spitze zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen (der digitalen Fotografie) mit analogen Verfahren“ gäbe. Leica baut dabei vor allem auf seine optische Qualität, doch sagte das Unternehmen natürlich nicht, welchen Mehrpreis man für ein Leica-Objektiv in einer Digitalkamera eines anderen Anbieters erzielen kann: Er ist minimal.

Was das Kopf-an-Kopf-Rennen betrifft, so ist Vorsicht geboten: Analoge Fotografie wird immer mehr zur Liebhaberfotografie, und Liebhaberfotografie heißt mit einem anderen Namen Amateurfotografie. Da erscheint doch sehr fraglich, ob die in vielen Arbeitsstunden mit der Hand zusammengeschraubte Leica noch das Rennen machen wird – zumal andere Mütter auch sehr schöne analoge Töchter haben. Die Zeiten, in denen Amateure die gesalzenen Preise des Hauses Leica akzeptierten, gehören aber der Vergangenheit an.

Wenn Leica nicht bald einen Riesenschritt in die professionelle digitale Fotografie mit einer gleichzeitigen deutlichen Reduzierung der Preise macht, wird es aus den negativen Schlagzeilen der Wirtschaftspresse nicht herauskommen.

Dazu kann man Digitalkamera.de lesen.

So geht es also Bräuten ohne Mitgift: Sie werden einfach nicht abgeholt, selbst wenn sie schön sind. Gemeint ist das unsägliche „Bündnis“ mit dem schrecklichen Namen WASG, und gesagt hat es Robert Misik der Tagessschau, und zwar so:

Weil die PDS ahnt, dass sie mit den westdeutschen Extremlinken nur ein reines Zweckbündnis eingehen kann, ziert sie sich und versucht alles, um bloß nicht Ja sagen zu müssen. Die PDS stellt Minister, Bürgermeister, sie hat Geld. Und die Braut, mit der sie sich vermählen soll, hat eigentlich nichts außer Wählern. Der Anreiz ist also gering, formal schon zusammenzugehen.

Ein Drittel der Österreicher und Österreicherinnen, so eine Studie, würde die Liebe gerne auch Untertags oder gleich in der Früh genießen. Offenbar steht diesem Wunsch aber irgendetwas entgegen, denn die meisten Bewohner der Alpenrepublik verlegen ihre feuchten Genüsse auf den Abend oder auf das Wochenende.

Die ungarische extreme Rechte, Jobbik Magyarországért Mozgalom, hat den Franzosen zu ihrem „Nein“ zur europäischen Verfassung gratuliert.

Mittlerweile fällt doch etwas auf, wie nahe sich die extreme Linke und die extreme Rechte in Europa bei der Bekämpfung der EU-Verfassung sind – und manchmal denke ich, bei der Bekämpfung des europäischen Gedankens schlechthin.

Bevor ich vergesse, dass ich mich jeden Tag über die DUDEN-Software ärgere, hier mal ein Bild meiner Arbeit - mein Fehler: Ich hatte englische Textbestandteile nicht vor der DUDEN-Prüfung extrahiert.

duden3

Mehr zu DUDEN Software

Wenigstens einmal ist jemand meiner Meinung: Robert Basic schreibt im MEX-Blog über den Fehlstart des Sozi-Blogs. man schreibt:

„Propaganda funktioniert leider auch heute noch im politischen Business. Im politischen Blogbusiness allerdings nicht mehr, da Blogger und Blogleser dummerweise ihr Hirn einschalten müssen, bevor sie etwas lesen, um es dann aufzunehmen und zwischen den Ohren zu speichern“.

Dazu würde Radio Eriwan sagen: im Prinzip ja. Nur sollte mir niemand erzählen wollen, dass Bloggerinnen und Blogger generell ihr Gehirn einschalten, bevor sie Blogs lesen – ich bin vielmehr versucht zu sagen, dass es nicht einmal zehn Prozent derjenigen tun, die in Blogs schreiben.

Für manche Männer sind körperlich starke Frauen natürlich immer interessant, weil sie den Duft der Domination ausstrahlen, aber ob sie nun gleich wieder so stark sein müssen, wie diese gezeichneten japanischen Bodybuilderinnen?

Via Fleshbot

Heute ist der Tag der neuen alten Nachrichten, wie es scheint: Britische Eltern sind angeblich empört, weil Drogerieketten jetzt auch Vibratoren verkaufen. Nun, vor einigen Jahrzehnten wären sie noch empört gewesen, wenn dort Kondome verkauft worden wären und noch ein paar Jahrzehnte zuvor wurden so genannte Damenbinden überhaupt nur flüsternd beim Drogisten verlangt.

Also, Ladies, wenn diese süßen Vibratoren schon beim Drogisten herumliegen, dann nehmt einfach einen mit. Mit der Anwendung könnt ihr ja noch warten, bis die Kinder zur Schule sind.

Diese Meldung wurde heute als Neuigkeit verkauft, aber das Phänomen ist seit Längerem bekannt – vor allem aus dem Vereinigten Königreich: Um nämlich ihr Studium finanzieren zu können, verdingen sich immer mehr Studentinnen in Australien in der Sexbranche: Stripperinnen, so genannte „Escorts“ und andere Sexarbeiten sind die bevorzugten Tätigkeiten. Nicht, dass es keine anderen gäbe – aber im Gewerbe verdiene man einfach mehr.

Offenbar ist das Einkommen dort aber nicht nur höher als das einer Bedienung bei einer bekannten Hamburger-Kette, sondern auch noch bei weitem höher als das einer angehenden Akademikerin: Von den Teilnehmerinnen einer Studie an Frauen, die gerade ihr Studium beendet hatten und die vorher in der Sexbranche gearbeitet hatten, blieben alle bei diesem Beruf.

Mein lieber Herr Stoiber, wenn wir im September ihre Schwesterpartei samt Schwester Angie wählen sollen, dann erwarten wir etwas mehr, als dass sie die zähen Steuerkaninchen aus ihrem angejahrten Zylinderhut ziehen.

Mit Flickwerk dieser Art ist schon die gegenwärtige Regierung baden gegangen. Vielleicht sollten sie mal Herrn Friedrich Merz ins Boot zurückholen? Der hat ihnen doch schon damals gesagt, wie man es richtig macht. Aber da haben sie ja auch schon nicht zugehört.

Ich weiß mittlerweile, was Blogger alles bekämpfen. Zum Beispiel wollen sie keine Studiengebühren. Natürlich weiß ich auch, was sie wollen: Zum Beispiel ein scharfes Antidiskriminierungsgesetz.

So, und wie ist es bitte mit den Kindergartengebühren? Die sind in Ordnung, meine Damen und Herren? Und die Großmutter, die noch eine attraktive kleine Dachgeschosswohnung zu vermieten hat, muss jetzt mit der Klage von zahlreichen Personen rechnen, die sie abgewiesen hat, weil Störungen des Hausfriedens absehbar sind? Das kann ihre wirtschaftliche Existenz vernichten – für die großen Wohnungsbaugesellschaften hingegen sind das Peanuts.

Aber es geht nicht nur um solche „Kleinigkeiten“. Es geht um die Zukunft dieses Landes. Da wäre es doch schön, wenn man wenigstens erfahren würde, wohin die Reise gehen soll. Gewiss, es herrscht Meinungsfreiheit, und jeder kann bloggen, was er will. Aber es ist doch erheblich die Frage, wie die Damen und Herren in Zukunft leben wollen, die jetzt immer noch mit den linken Rucksäcken durch das deutsche Internet wandern und dabei soziale Schlager absingen statt ihre Gehirne zu strapazieren, um Lösungen für unser Land hervorzubringen.

Nein, ich erwarte darauf keine konkreten Antworten.

Der deutsche Bundeskanzler plappert gegenüber den Medien über die Neuwahlen gerade so, als sei er Deutschlands Staatsoberhaupt. Das aber ist er eben nicht, und Bundespräsident Hort Köhler macht ihm dies dieser Tage endlich klar. Die Kernsätze des Präsidenten: „Ich werde meine Prüfung unabhängig vornehmen, wie es die Verfassung vorschreibt … am Ende werde ich entscheiden.“

„Irgendwie muss noch regiert werden“, schreibt der stellvertretende Chefredakteur der „Badischen Zeitung“, Thomas Fricker, heute. Das klingt positiv? Nun, dann zitiere ich auch noch den Nebensatz: „ … schon damit die Minister zum Ende ihrer Amtszeit oft ins Fernsehen gelangen“.

Fernsehtheater fürs Volk. Für Gesetze werben, die schon im Herbst Makulatur sind. Vielleicht sollte man den Koalitionären mal dies sagen: Es gibt keinen Regierungsbonus mehr, denn mittlerweile weiß auch der Metallarbeiter und der Lehrer, dass die gegenwärtige Regierung ihre Kredite verspielt hat. Will der eine sein Ziel eines sicheren Arbeitsplatzes, der andere seine Vorstellung des Edlen und Guten im Menschen noch verwirklichen, so muss er es mit anderen Parteien als der SPD und den Grünen versuchen.

Zum Thema auch ein Beitrag in der ZEIT von Bernd Ulrich.

Herr Chirac sprach im französischen Fernsehen von „für Frankreich und für Europa schwierigen Zeit der Unsicherheit“. Nur, dass er diese „schwierigen Zeiten" selbst verantwortet – ähnlich wie Herr Schröder in Deutschland.

Und ähnlich wie Herr Schröder in Deutschland glaubt auch Herr Chirac, selbst am Elend der Nation nicht Schuld zu sein: Er werde „die nationalen Interessen“ der Franzosen auf europäischer Ebene verteidigen, sagte er in derselben Ansprache.

So oder ähnlich könnte es auch der Herr Schröder für Deutschland gesagt haben – nur sind beide auf der völlig falschen, nationalistischen Europafährte.

Nein, mein Europa verträgt sie nicht mehr, diese alten Starrköpfe. Mein Europa wünscht sich, dass die Arroganz der „großen alten Nationen“ stirbt, mitsamt ihren Ideologien, die sie als „ewige Werte“ wie ein Schild vor sich hertragen. Mein Europa liegt dort, wo Irland oder Finnland, ja selbst Estland und Tschechien schon sind: Wandel durch Anpassung heißt das Leitwort, das zu Europa führt.

Doch das verstehen weder die Nationaldenker auf der linken noch jene auf der rechten Seite des Parlaments. Im Grunde begreifen es alle diese verknöcherten Ideologen diesseits und jenseits des Rheins nicht: Europa ist mehr als ein bisschen verbohrte Ideologie. Europa ist ein Aufbruch, der weit über die Traditionen der alten Nationen hinausgeht.

Erotische Literatur kann sehr unterschiedlich sein, selbst dort, wo sie ernsthaften literarischen Anspruch erhebt, wie hier, im Berliner Zimmer. Mal ein bisschen zu süß, mal ein bisschen zu spritzig, mal etwas zu witzig formuliert, mal wie schon hundertmal gelesen: erotische Geschichten, eben.

Leseprobe: „Er griff nach ihren Brüsten, die sich ihm von einem milchweißen Mondstrahl übergossen darboten“. Hätte meinem Deutschlehrer gefallen, ist aber Kitsch.

Ich darf sie nur vor das Portal begleiten. Man muss 18 sein, um eintreten zu dürfen. Wegen der milchweißen Mondstrahlen, vermutlich.

Bärig gibt sich derzeit der Flughafen in Zürich. Man wirbt für Urlaubsreisen aller Art. Dieses Bild entstand auf der Ebene der SBB, mit der man nach 22 Uhr nur noch äußerst beschwerlich nach Basel kommt. Leider hatte meine Maschine aus Budapest am Sonntag allerdings Verspätung, sodass mir nichts anderes übrig blieb. Ankunft Zürich ca. 21:30, zu Hause ca. 00:25.

bears at zurich airport

Das Erotischste für heute habe ich von einem Spaziergang heute Mittag mitgebracht.

roses near basel

Die Seite, auf der sie sich befinden, ist kein Blog.
Sehpferds Seiten sind niemals Blogs.
Es gibt hier nichts, was einem Blog ähnelt.
Nichts hier deutet auf ein Blog hin.

Ich bin kein Blogger.

Die Blog-Manie wird vergehen .
Ich bleibe vorläufig noch.

(In Anlehnung an eine französische Webseite)

Miss Canada, bürgerlich Natalie Glebova, 23 und russischer Herkunft, ist die Schönste unter den Frauen – wenn man der Jury von Miss-Wahlen glauben kann. Jedenfalls wurde sie die diesjährige Miss Universe.

Miss Ungarn wird nicht Miss Universum – vor allem, weil sie selbst einfachste Fragen in englischer Sprache nicht beantworten konnte, so wie diese:

"What do you want the rest of the world to know about your country?".

Und dies sagte Frau Proksa darauf:

"My country err is in central europe...err, I like err... my country very much (giggle). Err... err... (short pause) this err country isn't too big. My country is in Balaton. Balaton (giggle) is the biggest err... (short pause) lake err... in central europe."

Falls sie da draußen sich für Budapest interessieren, aber nicht von langatmigen Artikeln gelangweilt werden wollen, dann lesen sie mal hinein in das blogähnlich aufgebaute Journal „Pestiside.hu“ – Englischkenntnisse sind leider nötig.

Die Netzzeitung schreibt, wer jetzt für die Parteien die Werbung machen wird. Bei den meisten Parteien dürfte die Sache klar sein, aber bei der SPD fragt sich die Zeitung denn schon, wer denn die Werbung für die Partei gestalten „muss“. Offenbar reißt sich niemand darum – wer will schon für Verlierer werben? Und so sagt denn auch die Netzzeitung:

Man ist versucht zu sagen, spart Euch das Geld!

Kein Geld sparen will offenbar ein Guppyliebhaber: Er redet ständig von Schwärmen – doch er meint wohl gar keine Fische, sondern Schwärme von Bienen oder Ameisen (wann immer die schwärmen, aber das steht auf einem anderen Blatt).

Jedenfalls spuckt der Herr Medienforscher Peter Wippermann große Töne über Schwärme:

„Ihr Geheimnis heißt kollektive Selbstorganisation. Das Besondere an solchen Schwärmen liegt in ihrer Fähigkeit, sich sehr schnell zu bilden und ohne vorherige Planung flexibel und koordiniert zu handeln“.

Das können angeblich bereits die 14- bis 19-Jährigen beweisen – nur darf der größte Teil von ihnen noch nicht wählen, was aber den Herrn Forscher nicht abhält, auch noch dies zu sagen:

Die publizistische Macht wandert zu den Internetnutzern. Web-logs und Online-Tagebücher sind der Anfang. Eine Gegenöffentlichkeit der Vielen entsteht. Die Aufmerksamkeit der Mediennutzer fürs Blogging geht zu Lasten der Massen- und Special-Interest-Medien. Personal-Interest-Medien wie Internet und Handy gewinnen im Markt der Aufmerksamkeit.“

Das alles habe ich doch schon einmal irgendwo gelesen? Fragt sich nur, wo der Schwarmliebhaber dergleichen in Deutschland beobachtet haben will, aber das sagt er uns natürlich nicht. In Deutschland glänzt man durch Theorie und Spruchweisheiten. Noch eine gefällig: „Alles im Leben ist abhängig davon, wie man sich entscheidet.“

Danke, Herr Mediamann, das genügt uns fürs Erste.

(Aber mir reichte es nicht, deswegen hier eine Beurteilung der so genannten Schwärme).

Die Sozis geben sich modern und kämpferisch: Sie haben jetzt ein offenes Blog eingerichtet, in dem sozusagen alle Blogerfahrungen der Sozialdemokratie zusammengefasst werden.

Wenn wir freilich auch in Zukunft solche platten Artikel erwarten müssen, wie dieser hier, dann wird es wohl nicht viel werden mit der Unterstützung für die Partei, denn so blöd, solche Sätze zu goutieren, sind SPD-Wähler (und insbesondere Blog-Leser) eigentlich nicht:

Die SPD weiß, was für Deutschland gut ist. Die anderen meckern nur. Allen voran Merkel. Wollen wir diese Schwarzmaler wirklich ans Ruder lassen? Nein! Denn: Schwarz ist schwach! Nur Rot ist stark

Oder will man bei der SPD Wähler im Kindergarten gewinnen?

Na also, nun bloggt auch ein König, jedenfalls ein ehemaliger König: Norodom Sihanouk, ehemals König von Kambodscha, führt neuerdings im Internet ein Blog. wie verschiedene Zeitungen berichteten, soll er mit seinen 82 Jahren noch allerlei zu sagen haben. Zum Beispiel dies: „Auch der König ... hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern“.

Die Gesichter sind düster: Ach, die Frau Merkel wird den Durchbruch auch nicht schaffen, und ach, uns geht es ja so schlecht, und ach, sehen sie doch, Familien mit Kindern können sich doch jetzt gar nichts mehr leisten.

Ich weiß nicht, was noch hilft, um diesem Geheule endlich ein Ende zu machen: Tatsachen offenbar nicht, denn deutschen Familien geht es glänzend. Sie sacken ein, wo es nur geht: Vor allem beim Ehegattensplitting und beim Kindergeld. Das Nettoeinkommen der angeblich so „armen“ Familien liegt bei über 3700 Euro, da kann man manchen Euro auf die hohe Kante legen, und zwar auch noch dann, wenn die Hypothekenzinsen bezahlt sind: Natürlich hat eine satte Mehrheit der deutschen Familien mit zwei Kindern ein Eigenheim.

Ja, aber. Die Gebühren, die Energiekosten, die Kommunikationskosten – nichts als Steigerungen. Und dann die Rente, für die man „ja nun selbst sorgen“ müsste, so, als ob 628 Euro, der durchschnittliche Sparbetrag einer solchen Familie, nicht bereits eine gute Grundlage für das dritte Bein der Altersversorgung wäre.

Wenn den Familien dann gar nichts mehr einfällt, worüber sie noch herumjammern könnten, sind es die gestiegenen Kosten für Pauschalreisen oder die erhöhten Kosten für „das Essen gehen wegen des Euros – das sei mit Kindern ja nun schon gar nicht mehr möglich“. Mir kommen angesichts dieser Argumente die Tränen.

Arme Familien, ich sehe ein, dass man soziale Suppenküchen für euch einrichten muss.


Quelle der Zahlen

Deutschland ist ein einziges Jammertal – zu diesem Schluss muss kommen, wer die Diskussionen an den Mittagstischen deutscher Kantinen verfolgt oder sonst wie das Ohr an Volkes Stimme legt. Insbesondere die Familien klagen in einem Maße, dass einem Hören und Sehen vergeht: Man könne sich nichts mehr leisten heißt das allgemeine Credo.

Doch die Kluft zwischen Meinungen und Tatsachen ist ungeheuer groß: Etwa 3.700 Euro netto hatten die Familien zur Verfügung, wobei Paare mit zwei Kindern auf das stolze Einkommen von 4.000 Euro kamen – Paare mit drei Kindern hatten sogar annähernd 4400 Euro zur Verfügung.

Natürlich setzte in den Leserbriefspalten sogleich die Neiddiskussion ein: wie, bitte schön, könne eine Familie ein Einkommen von 3700 Euro haben, wenn doch das verfügbare Einkommen eines Arbeitnehmerhaushalts bei etwa 1500 – 2000 Euro läge?

Ganz einfach: Indem beide Partner arbeiten. So ist es in der zivilisierten Welt allgemein geregelt. Nur in Deutschland hält man offenbar daran fest, dass der Vater der Ernährer der gesamten Familie ist.

Ein persönlicher Meinungsbeitrag zu diesem Thema folgt noch

Weder Frau Merkel noch Herr Schröder sind in irgendeiner Weise erotisch interessant – und wo, bitte schön, nehme ich dann meine Themen her? Die Presse weiß heute, dass der „König nackt ist“, weil irgendeine Agentur mal wieder geglaubt hat, so etwas sei witzig – gemeint ist Jacques Chirac, ein Mann, dessen beste Zeiten der Vergangenheit angehören – genau wie die des deutschen Kanzlers Gerhard Schröder.

Auch, dass sich ein „35-jähriger Pole am Schultheisweiher“ einigen jungen Mädchen nackt gezeigt habe, halte ich nicht für erwähnenswert, und sonst?

Waren wir nicht alle mehr oder weniger nackt in diesen Tropennächten? Vielleicht war die eine oder andere Dame ein wenig leichtsinnig? Warten wir mal ab bis Ende Februar nächsten Jahres. Bis dahin dürften die Tropennacht-Kinder geboren sein und die neue Regierung ihre ersten Bewährungsproben bestanden haben – oder eben nicht.

Die Stimmungsmache in Deutschland gegen vermeintliche illegale Arbeitsvermittler aus Ungarn hat in der ungarischen Presse ganz erhebliche Kritik hervorgerufen. Nachdem eine ungarische Zeitung das Verhalten der deutschen Behörden als „Treibjagd“ bezeichnet hatte und eine andere Zeitung an gewisse historische Parallelen erinnerte, sah sich sogar die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland veranlasst, in die Diskussion einzugreifen und die Wogen etwas zu glätten.

Doch nach wie vor werden die Ungarn den Verdacht nicht los, dass die deutschen Behörden relativ willkürlich bei ihren Aktionen gegen die ungarischen Arbeiter gehandelt haben. Klare Worte aus Deutschland fehlen – statt dessen köchelt die CDU schon wieder ein neues Süppchen gegen Osteuropa: Diesmal geht es gegen Rumänen und Bulgaren.

Die erste Frau, die je für das Amt des Bundeskanzlers in der Bundesrepublik Deutschland nominiert wurde – das immerhin, ist ein Fortschritt. Ob es allerdings klug ist, eine Person aus Ostdeutschland zu nominieren, steht auf einem anderen Blatt.

Immerhin – Frau Merkel ist die Kandidatin der Union. Nun braucht sie nur noch ein Konzept und gute Leute – warten wir einmal ab, ob sie in angemessener Zeit ein Programm vorlegen kann und ob die nötigen Ministerinnen und Minister gefunden werden.

Was vor allem klar wird dieser Tage: Das Konzept muss weithin leuchten, damit die Tränentüten in Deutschland endlich aus ihren Mauselöchern hervorkommen: Die Stimmung im Land ist nämlich mies – und genau diese miese Stimmung verhindert den Aufbrauch, denn dieses Land so dringend braucht.

Cassandra Joyce Park zieht sich für Geld aus – schon für lächerliche 150 US Dollar. Neulich tat sie es auf einer Geburtstagsparty für eine Gruppe von 16-jährigen jungen Männern., und alles wäre wunderbar gewesen, wenn sich nicht der örtliche Drogist als Denunziant erwiesen hätte: Er hatte nichts Besseres zu tun, als die Bilder zu filzen und anschließend die Polizei zu rufen. Die nahm dann die Person einfach mal fest, die eben jene Bilder abholen wollte- nämlich die Mutter des Geburtstagskindes.

Was denn so schlimm daran war? Nun, die Brüste der Dame, so empörte sich später ein Sittenpolizist, wären dabei mit den Gesichtern der „Kinder“ in Berührung gekommen – das jedenfalls soll auf den Bildern zu sehen gewesen sein. Die Mutter, die gleichzeitig Auftraggeberin der Stripperin war, soll nun für ihre Schreckenstat in den Knast gehen – und damit der öffentlichen Moral genüge getan wird, bekommen die Stripperin, ihr Begleiter und der Manager der Agentur gleich auch noch eine Strafe.

Was lernen wir daraus? Erstens, wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika unermüdlich die christliche Werteordnung verteidigen. Zweiten, dass Digitalkameras auch ohne Drogisten auskommen

Mal sehen, ob es durchhält: Ein Wahlblog für die Septemberwahl – hoffentlich eines von vielen Weblogs zur Wahl.

Man muss lange suchen, um ein noch dümmeres Wort in der Männerwelt zu finden. Ein Frauenversteher ist ein Mann, der glaubt, Verständnis für die Gefühlswelt der Frauen zu haben, ja, sie im Extremfall sogar wirklich zu verstehen.

Mit den Jahren entdeckt man zunächst, dass man gewisse Dinge so hinnehmen muss, wie sie denn sind – und man muss wirklich nicht alles verstehen. Frauen sind, wie alle Systeme dieser Welt, zunächst einmal „Black Boxes“. Wir sehen ihre Reaktionen unter vielfältigen Bedingungen. Wie können daraus Schlüsse ziehen. Auf Dauer können wir manches Voraussagen. Bei anderen Dingen erwarten wir Überraschungen. So ist es eben.

Sodann haben wir gelernt, dass manche Dinge bei Anderen anders sind als bei uns selbst: Auch bei Männern ist nicht alles gleich, nicht einmal nach fünf Bieren. Wir können es akzeptieren oder unseren Horizont erweitern und mehr über den Anderen lernen. Das geht mit anderen Männern und sogar mit anderen Völkern – und es geht eben auch mit Frauen. Es schadet nie, über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen.

Schließlich: Hat man unter Frauen jemals etwas von Männerverstehern gehört? Wir erwarten, dass Frauen uns verstehen – und zwar immer: Wir wollen, dass sie uns verstehen, wenn wir uns eine elektrische Eisenbahn kaufen, wenn wir den Reizen schöner Sekretärinnen verfallen oder wenn der erste FC wichtiger ist als das Violinenkonzert.

Frauenversteher? Welcher Mann ist eigentlich so blöd, ein solches Wort im Munde zu führen?

Die deutsche Schule Budapest wird mit dem neuen Schuljahr einen anderen Namen tragen: Thomas-Mann-Gymnasium Deutsche Schule Budapest. Dies zu verkünden, war allerdings war nur ein kleiner Teil der Zeremonie, die am vergangenen Samstag auf dem Gelände der Schule und anlässlich ihres Sommerfestes stattfand.

Wesentlich eindrucksvoller war die Ehrung eines der ehemaligen Rektoren der deutschen Schule – damals noch die „Reichsdeutsche Schule“. Sein Name: Friedrich Lange. Er war nicht nur das, was man „einen wirklich guten Lehrer“ nennt, sondern er nahm den liberalen Geist der Schule auch in den schwierigen Zeiten des „Dritten Reiches“ ernst: Ein Hakenkreuz, von irgendjemandem an die Wand geschmiert, wurde einfach übermalt mit der Begründung, dass es an der Schule keine Politik gebe. Als klar wurde, dass die Judengesetze das anstehende Abitur der jüdischen Schülerinnen und Schüler verhindern würden, verlegte er kurzerhand das Abitur für alle, die „luftschutzgefährdet“ waren, auf einen früheren Termin - und merkwürdigerweise verstanden alle, was mit dem Wort „Luftschutzgefährdet“ gemeint war.

Eine ehemalige Schülerin jener Tage erläuterte jetzt in stillen, aber bewegten Worten, was damals an der Schule geschah. Das Abiturzeugnis habe sie mit der Post bekommen – und so habe sie dem Mann, der ihr damals das Abitur ermöglicht habe, nie mehr danken können.

Das wöchentliche Geblubber aus den Algen – fast immer sonntags – diesmal nicht

In Deutschland hat der Wahlkampf begonnen, und leider müssen wir vorerst annehmen, dass eine vernünftige politische Diskussion damit auf der Strecke bleibt. Die FDP hat sich gerade in die Niemalsfalle gesetzt, in dem sie unmissverständlich gesagt hat, dass mit ihr die Mehrwertsteuer nicht zu erhöhen wäre. Mal sehen, wie sie da wieder herauskommt.

Wer zu schnell aus den Startlöchern will, blamiert sich am Ende: Da wollte doch tatsächlich der Herr Lafontaine der Spitzenkandidat einer neuen linken Superpartei werden – nur gibt es diese Partei gar nicht, uns es wird sie auch nicht geben – das hätte sich der Herr Lafontaine eigentlich denken können – PDS bleibt PDS, sonst müsste sie ihren Parteinamen ja wieder rückwärts ändern.

Macht nichts – es ist allenthalben Brautschauzeit. Die SPD weiß, dass sie allerhöchstens Juniorpartner in einer Koalition mit der CDU werden kann – also werden die Scheunentore mal in diese Richtung geöffnet, während der Grünen ahnen, dass sie in der Opposition laden. Ihre Wunschbraut SPD sehen sie vermutlich in der Opposition wieder – falls sich, wie bereits erwähnt, die Freidemokraten wieder aus der Niemalsfalle herausbeißen können.

Doch es ist, wie es halt bei der Brautschau ist – das vehemente „niemals“ bedeutet oft „eigentlich sehr gerne“, und bis zur Wahl haben die freien Demokraten ja noch Gelegenheit, das eine oder andere Mal die Meinung um 180 Grad zu wechseln. Neu wäre das auch nicht.

Da ich Montag statt Sonntag schreibe, sollte ich die Franzosen noch einmal erwähnen. Die haben ihre Regierung abgewatscht und dabei auch mit „Nein“ für unsere europäische Verfassung gestimmt. Dabei kommt der Kardinalfehler der französischen wie auch der deutschen Europapolitik heraus: Vom Montag bis Samstag kann die Nation immer alles besser und die EU hindert eher daran, und sonntags (aber bestenfalls jeden vierten Sonntag) wird dann mal der EU-Schalmaienklang angestimmt. Davon ist auch Herr Schröder nicht frei und die Unionspolitiker auch nicht: Sie schüren sogar noch die Angst vor dem Beitritt weiterer osteuropäischer Länder zur EU. Damit kann man sicherlich Wähler am rechten Rand abfischen, doch der Wirtschaft wird es nicht gefallen: Sie ist schon in Rumänien und wartet nur noch auf den EU-Startschuss.

Oh, ich vergaß zu erwähnen, dass die potenzielle erste deutsche Kanzlerin gekürt wurde: Angela Merkel. Vielleicht könnte sie uns ja jetzt erklären, wie es eine Pfarrerstochter in Zukunft mit der Religion halten wird und vor allem, wie es denn nun wirklich war damals in der Freien Deutschen Jugend. Nichts für ungut, Frau Merkel: Aber wir wüssten doch eigentlich gerne etwas mehr über ihre DDR-Vergangenheit.

Was ich zu den Blogs sage in dieser Woche? Weil sie inzwischen nicht mehr erwähnenswert sind – das könnte sich ändern. Hoffen wir es einfach mal.

Die Freie Demokratische Partei leidet seit Jahren an der Überheblichkeit, die am besten durch ihren Vorsitzenden repräsentiert wird. Zwar war es nicht nur Guido Westerwelle, der lautstark in die Welt hinaustrompetete, dass es mit der FDP keine Mehrwertsteuererhöhung geben werde, doch sitzt die Arroganz offenbar so tief im Fleisch dieser Partei, dass die Vernunft mindestens zeitweilig ausgeschaltet wird.

Die Mehrwertsteuererhöhung kommt – entweder in der Wunschkoalition der FDP oder eben ohne sie. Kaum ist der Wahlkampf eröffnet, schon sitzt die FDP in einer völlig unnötigen, selbst gebauten Falle: Warum, bitte, soll man eine Partei wählen, wenn sie am Ende nicht kompromissfähig ist? Wobei sich die Frage ergibt, wofür Herrn Westerwelles FDP überhaupt noch steht und welche Wähler sie mit ihrer konfusen Politik in Zukunft ansprechen will. Darauf wollen wir antworten – nicht darauf, ob man einer Mehrwertsteuererhöhung zustimmen wird oder nicht.

Das „Nein“ der Franzosen mag Europa wehtun oder nicht – es ist aber vor allem eine Ohrfeige für eine verfehlte französische Europapolitik – und, last not least, für eine falsche, weil doppelzüngige Europapolitik vieler Länder: auch Deutschland gehört zu ihnen.

Das Problem ist einfach: Wann immer ein hausgemachtes Problem auftaucht, schieben unsere Politiker Brüssel vor: man selbst würde der Probleme ja schon Herr werden, aber leider verhindere Brüssel, dass diese oder jene Entscheidung getroffen werde. Nächste Version: Brüssel verlange Gesetze, die zwar unsinnig wären, aber dennoch national durchgesetzt werden müssten. Schließlich die gängige, über alle Maßen populistische Version: Der nationale Arbeitsmarkt würde durch die Osterweiterung so geschädigt, dass man neue nationale Barrieren errichten müsse. Letzteres ist ein gemeinsamer französisch-deutscher Standpunkt, der vor allem eines vertuscht, nämlich dass beide Regierungen ihre nationalen Arbeitsmarktprobleme nicht in den Griff bekommen.

Man sollte sich in Deutschland vielleicht einmal überlegen, welchen Eindruck es auf unsere polnischen oder ungarischen Europabürger wirkt, wenn den Unternehmen, die von dort nach Europa drängen, ständig unterstellt wird, sie würden hier den Arbeitsmarkt unterwandern. In Ungarn jedenfalls sind nicht nur die Unternehmer, sondern auch bereits Regierungsstellen deutlich verstimmt über die Haltung der Deutschen.

Zumindest einige Unionspolitiker gießen reichlich Öl ins Feuer: Sie machen nun Front gegen den Beitritt Rumäniens und Bulgariens, jedenfalls so, wie er ursprünglich geplant war. Das mag Wahlkampf sein, aber es schadet einmal wieder uns allen. Genauso, wie das „NEIN“ der Franzosen Europa geschadet hat. Doch bevor wir die Franzosen schelten: Kehren wir vor unserer eigenen Tür – und sorgen wir dafür, dass die Christlich Demokratische Union endlich wieder europafähig wird.

 

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