Seit Eduard Berliner einst die sich drehende Scheibe erfand, in deren Tiefe die Wellen der Musik eingraviert waren, verband sich der Begriff „Musik“ Musik fast automatisch mit dem der „Scheibe“. „Tonscheiben“ nannten Spötter sie in den 50er Jahren. Recht lange Zeit sah es so aus, als ob das Tonband den Scheiben Konkurrenz machen sollte – erst 19 cm pro Sekunde, dann handlichere 9,5, schließlich technisch dank Dolby und Ferroband verbesserte 4,75. Inzwischen scheint die Tonbandtechnik den Studios vorbehalten zu sein – und selbst die liebäugeln heute bereits mit der Digitaltechnologie.
Doch die Scheibe hat überlebt – sie dreht sich als Magnetscheibe im Computer und seinen Abkömmlingen, und als CD oder DVD auf einer Fülle unterschiedlicher Geräte.
Weil sich aber eine CD dreht wie eine Schallplatte, diskutiert ein kleines Häufchen von unermüdlichen weiterhin darüber, welche Antriebsart und Aufhängung für einen CD-Spieler wohl die beste sei, und wehe, jemand würde dann „Voodoo“ sagen. Freilich muss man sehr lange sehr viele Leute einladen, bis „bewiesen“ wurde, dass „Hörproben unabhängiger Experten“ das eine (manchmal auch das andere, meist das teurere) Antriebssystem für hörbar halten: „ein erheblich transparenteres Klangbild mit fein abgestuften Höhen“ heißt es dann – oder so ähnlich. Zwar sind der dichterischen Freiheit kaum Grenzen gesetzt, doch scheitert die Erfindung neuer Superlative oft an sprachlichen und geschmacklichen Grenzen. Bei Redakteuren, die darüber hinausgehen, „musizieren“ dann bereits die Kabel.
Das alles hat ungefähr den Wert der Hohlwelttheorie: Die Erde ist innen hohl, und wir leben auf der Innenseite. Der Beweis ist bereits erbracht: Die Schuhsohlen laufen sich immer nach der Erdform ab: Spitzen und Abätze müssen zuerst erneuert werden.
Ein schönes Wochenende.
Doch die Scheibe hat überlebt – sie dreht sich als Magnetscheibe im Computer und seinen Abkömmlingen, und als CD oder DVD auf einer Fülle unterschiedlicher Geräte.
Weil sich aber eine CD dreht wie eine Schallplatte, diskutiert ein kleines Häufchen von unermüdlichen weiterhin darüber, welche Antriebsart und Aufhängung für einen CD-Spieler wohl die beste sei, und wehe, jemand würde dann „Voodoo“ sagen. Freilich muss man sehr lange sehr viele Leute einladen, bis „bewiesen“ wurde, dass „Hörproben unabhängiger Experten“ das eine (manchmal auch das andere, meist das teurere) Antriebssystem für hörbar halten: „ein erheblich transparenteres Klangbild mit fein abgestuften Höhen“ heißt es dann – oder so ähnlich. Zwar sind der dichterischen Freiheit kaum Grenzen gesetzt, doch scheitert die Erfindung neuer Superlative oft an sprachlichen und geschmacklichen Grenzen. Bei Redakteuren, die darüber hinausgehen, „musizieren“ dann bereits die Kabel.
Das alles hat ungefähr den Wert der Hohlwelttheorie: Die Erde ist innen hohl, und wir leben auf der Innenseite. Der Beweis ist bereits erbracht: Die Schuhsohlen laufen sich immer nach der Erdform ab: Spitzen und Abätze müssen zuerst erneuert werden.
Ein schönes Wochenende.
sehpferd - am Freitag, 8. Oktober 2004, 11:25 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Früher war wenigstens auf eines Verlass: Ein Rotkäppchen war ein Rotkäppchen und ein Wolf war ein Wolf, also fraß der Wolf das Rotkäppchen, das sich aber als unverdaulich erwies, so dass der Jäger es wieder aus dem Wolfsleib herausschneiden konnte.
Heute fressen die Rotkäppchen die Wölfe, und obgleich diese für die Rotkäppchen absolut unverdaulich sind, kommt kein Jäger, der sie wieder herausschneidet – und dies, obwohl sich die Rotkäppchen nach dem Wolfsverzehr kotzübel fühlen.
So gesehen, verstehe ich auch manche Bloggerinnen.
Angeregt wurde ich durch diesen Beitrag.
Heute fressen die Rotkäppchen die Wölfe, und obgleich diese für die Rotkäppchen absolut unverdaulich sind, kommt kein Jäger, der sie wieder herausschneidet – und dies, obwohl sich die Rotkäppchen nach dem Wolfsverzehr kotzübel fühlen.
So gesehen, verstehe ich auch manche Bloggerinnen.
Angeregt wurde ich durch diesen Beitrag.
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 22:57 - Rubrik: blog nachrichten
Sex auf der Toilette einer Bar ist nicht unsittlich, solange die Tür geschlossen bleibt, jedenfalls in Italien, und jedenfalls in einem kürzlich stattgefundenen Prozess gegen ein Schweizer Pärchen, berichtete Reuters.
Indessen gibt es sicher stilvollere Orte für die Liebe.
Indessen gibt es sicher stilvollere Orte für die Liebe.
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 20:26 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Kaum bin ich mal nicht in Budapest, findet dort der diesjährige Wettbewerb um das ungarische „Playmate of the Year“ statt, nämlich im Corinthia Grand Hotel Royal am Erzsébet körút.
Doch jemand hat wenigstens Bilder gemacht – und einen Artikel dazu in englischer Sprache geschrieben. Fazit: Die Ungarn lieben ihre Häschen.
Via fleshbot
Doch jemand hat wenigstens Bilder gemacht – und einen Artikel dazu in englischer Sprache geschrieben. Fazit: Die Ungarn lieben ihre Häschen.
Via fleshbot
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 20:11 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wie ist es, wenn man sich für den Playboy auszieht? Ich denke, das dürfte die Lieblingsfrage der Reporter an alle Playboy-Modelle sein. Hier ist ein ganzer Artikel darüber, und Jocelyn Caballero, die sich sogar auszog, ohne ein Playmate zu werden, antwortet freizügig darauf.
Da es so langweilig ist, immer wieder die Frage beantwortet zu bekommen, wie es ist, sich für den Playboy auszuziehen: Wie ist es eigentlich, sich vor seinem Freund auszuziehen, während der pausenlos fotografiert?
Das wäre schon ein interessanteres Thema – und natürlich braucht man dann ein neues Blog – mit Bildern. Oder gleich Videos. Die Südamerika-Fassungen würde ich allerdings erst mal im Nachtschrank lassen.
· Für die Nachgeborenen: Südamerika-Fassung = „Scharfe“ Fassung eines Films, der in „entschärfter“ Fassung in der Mitternachtsvorstellung deutscher Kinos gezeigt wurde.
Da es so langweilig ist, immer wieder die Frage beantwortet zu bekommen, wie es ist, sich für den Playboy auszuziehen: Wie ist es eigentlich, sich vor seinem Freund auszuziehen, während der pausenlos fotografiert?
Das wäre schon ein interessanteres Thema – und natürlich braucht man dann ein neues Blog – mit Bildern. Oder gleich Videos. Die Südamerika-Fassungen würde ich allerdings erst mal im Nachtschrank lassen.
· Für die Nachgeborenen: Südamerika-Fassung = „Scharfe“ Fassung eines Films, der in „entschärfter“ Fassung in der Mitternachtsvorstellung deutscher Kinos gezeigt wurde.
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 20:01 - Rubrik: seltsame welt
Amerika ist jetzt emotional besonders aufgeladen, und manchmal scheint es so, als ob die Armeen des Teufelswerks „Sex“ gegen die konkurrierenden Armeen des Lichtwerks „Abstinenz“ gleich in den nächsten Bürgerkrieg gehen würden.
Da fällt folgenden Satz der Gruppe VOX auf, die nicht gerade zu den Leuten gehört, die Herrn Bush nahe stehen:
„Abstinence doesn't involve sex [and] therefore there would be no reason for us to discuss it."
Es gibt wohl kaum einen logischeren Satz: „Abstinenz beinhaltet keinen Sex und es gibt deshalb keinen Grund für uns, sie zu diskutieren“.
Menschenleben beinhaltet Sex. Auch die Kolumnistin Whitney Blake, die gegen die „offensive“ Sexaufklärung schreibt, wird es noch erfahren, denke ich.
Da fällt folgenden Satz der Gruppe VOX auf, die nicht gerade zu den Leuten gehört, die Herrn Bush nahe stehen:
„Abstinence doesn't involve sex [and] therefore there would be no reason for us to discuss it."
Es gibt wohl kaum einen logischeren Satz: „Abstinenz beinhaltet keinen Sex und es gibt deshalb keinen Grund für uns, sie zu diskutieren“.
Menschenleben beinhaltet Sex. Auch die Kolumnistin Whitney Blake, die gegen die „offensive“ Sexaufklärung schreibt, wird es noch erfahren, denke ich.
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 19:46 - Rubrik: seltsame welt
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der heutige Kult um die Sexualität will uns Glauben machen, dass Körper immer schön sind und der Liebesakt immer lustvoll ist. Natürlich glauben wir das nicht, aber wir lesen es so gerne, weil es doch so schön wäre.
Das wirkliche Leben hält dem nicht stand. Die Liebe stärkt das Herz, aber sie zerreißt es auch, und der Körper öffnet sich der Liebe mal willfährig und verschließt sich dann wieder abrupt. Das ist Leben.
Oder sagen wir: Das war das Leben. Bevor es „uncool“ wurde, unsicher zu sein, Schwierigkeiten zu haben oder überhaupt wirklich lebendig zu sein.
Seither ist alles Fassade – aber wehe, jemand sagt so etwas. Die „coole“ Gesellschaft könnte sich ja gestört fühlen, wie schrecklich.
Angeregt durch Kitten.
Das wirkliche Leben hält dem nicht stand. Die Liebe stärkt das Herz, aber sie zerreißt es auch, und der Körper öffnet sich der Liebe mal willfährig und verschließt sich dann wieder abrupt. Das ist Leben.
Oder sagen wir: Das war das Leben. Bevor es „uncool“ wurde, unsicher zu sein, Schwierigkeiten zu haben oder überhaupt wirklich lebendig zu sein.
Seither ist alles Fassade – aber wehe, jemand sagt so etwas. Die „coole“ Gesellschaft könnte sich ja gestört fühlen, wie schrecklich.
Angeregt durch Kitten.
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 19:28 - Rubrik: aufgegriffen
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Hochverehrtes Publikum, hier haben wir das Karussell. Sehen sie die stolzen weißen Rösser, die geschmückten Elefanten, die langhalsigen Giraffen und die rosa Schweinchen, und oben drauf, da sitzen die Mägdelein und Knaben und mit ihnen fliegen uns noch mal die Sprüche um die Ohren, die wir alle einmal gehört haben – und auch selbst ausgesprochen.
Da kommen die Schweine daher – da muss ich an meinen alten Deutschlehrer denken, der oft wie ein SS-Mann in die Klasse kam und „Blitz“ schrie, als wolle er den verlorenen Krieg doch noch gewinnen. Dann die stolzen Giraffen, sie waren gegen die Nazis, konnten es gar nachweisen, aber sie blickten doch verächtlich auf die Kinder der Emporkömmlinge, die sie von Herzen verachteten. Die nunmehr weißen Pferdchen waren einst braun gewesen, aber sie hatten nun ja einen Persilschein – damit war die Vergangenheit abgewaschen – und man konnte alles werden, unter anderem Ministerpräsident. Die Bürger mutierten langsam zu Elefanten, wurden träge und mutierten zu Fernsehhockern –Politik fand nicht mehr statt.
Dann kam 1968. Die Giraffenkinder hatten mittlerweile die Hälse gereckt und schrieen „Bürger lasst das Gaffen sein, reiht euch ein in unsere Reihen“. Bürgerkinder gegen Bürgereltern. So nötig die 68er Revolution war, um den braunen Mief wegzublasen (nach 23 Jahren, man denke) so elitär war sie auch. Verstanden wurde ohnehin nur an der Universität, was mit den Doktrinen gemeint war, und dort auch nur vereinzelt. Kein Wunder, dass die Kinder von Marx und Coca Cola bald umschwenkten: Aus der extremen Gehirnakrobatik kühn gedrechselter Sätze wurden einfach Botschaften: „Verlier den Verstand und komm zu Sinnen“. Das Karussell, das dreht sich immer rundherum.
Als sie den Verstand dann völlig verloren hatten, zogen sie sich orange Gewänder an und gingen zu den geschmückten Elefanten nach Poona, ließen viel Geld a und kamen zurück als falsche Nonnen und Mönche.. Da sie schon mal beim Hokuspokus waren, machten sie dort gleich weiter: „Esoterik“, das neudeutsche Wort für Irrglauben, machte die Runde, aber keine Angst, das Karussell dreht sich weiter. Heute schon treten die neuen Linken mit schrägen Posaunentönen an, während auf der anderen Seite die Gutmenschengruppe ihre Legionen formiert, um eine neue Moral zu erkämpfen.
Von Frauen will ich lieber gar nicht reden. Erst trugen sie Panzerwäsche, um niemanden an sich heran zu lassen, dann warfen sie mit den BHs ebenfalls den Verstand weg, übernahmen die Psycho- und Aberglaubenbranche vollends und landeten bei Hexentänzchen. Nein, niemals alle und nicht ausschließlich – es gibt immer Menschen, die gar nicht Karussell fahren mögen. Aber für diejenigen, die stets einsteigen, wenn die Ausrufer ihre großen Töne spucken, dreht sich das Karussell weiter - immer rundherum und rundherum.
Passt auf, ihre Zuschauer, dass euch nicht schwindlig wird.
Da kommen die Schweine daher – da muss ich an meinen alten Deutschlehrer denken, der oft wie ein SS-Mann in die Klasse kam und „Blitz“ schrie, als wolle er den verlorenen Krieg doch noch gewinnen. Dann die stolzen Giraffen, sie waren gegen die Nazis, konnten es gar nachweisen, aber sie blickten doch verächtlich auf die Kinder der Emporkömmlinge, die sie von Herzen verachteten. Die nunmehr weißen Pferdchen waren einst braun gewesen, aber sie hatten nun ja einen Persilschein – damit war die Vergangenheit abgewaschen – und man konnte alles werden, unter anderem Ministerpräsident. Die Bürger mutierten langsam zu Elefanten, wurden träge und mutierten zu Fernsehhockern –Politik fand nicht mehr statt.
Dann kam 1968. Die Giraffenkinder hatten mittlerweile die Hälse gereckt und schrieen „Bürger lasst das Gaffen sein, reiht euch ein in unsere Reihen“. Bürgerkinder gegen Bürgereltern. So nötig die 68er Revolution war, um den braunen Mief wegzublasen (nach 23 Jahren, man denke) so elitär war sie auch. Verstanden wurde ohnehin nur an der Universität, was mit den Doktrinen gemeint war, und dort auch nur vereinzelt. Kein Wunder, dass die Kinder von Marx und Coca Cola bald umschwenkten: Aus der extremen Gehirnakrobatik kühn gedrechselter Sätze wurden einfach Botschaften: „Verlier den Verstand und komm zu Sinnen“. Das Karussell, das dreht sich immer rundherum.
Als sie den Verstand dann völlig verloren hatten, zogen sie sich orange Gewänder an und gingen zu den geschmückten Elefanten nach Poona, ließen viel Geld a und kamen zurück als falsche Nonnen und Mönche.. Da sie schon mal beim Hokuspokus waren, machten sie dort gleich weiter: „Esoterik“, das neudeutsche Wort für Irrglauben, machte die Runde, aber keine Angst, das Karussell dreht sich weiter. Heute schon treten die neuen Linken mit schrägen Posaunentönen an, während auf der anderen Seite die Gutmenschengruppe ihre Legionen formiert, um eine neue Moral zu erkämpfen.
Von Frauen will ich lieber gar nicht reden. Erst trugen sie Panzerwäsche, um niemanden an sich heran zu lassen, dann warfen sie mit den BHs ebenfalls den Verstand weg, übernahmen die Psycho- und Aberglaubenbranche vollends und landeten bei Hexentänzchen. Nein, niemals alle und nicht ausschließlich – es gibt immer Menschen, die gar nicht Karussell fahren mögen. Aber für diejenigen, die stets einsteigen, wenn die Ausrufer ihre großen Töne spucken, dreht sich das Karussell weiter - immer rundherum und rundherum.
Passt auf, ihre Zuschauer, dass euch nicht schwindlig wird.
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 12:58 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
sehpferd - am Mittwoch, 6. Oktober 2004, 10:50 - Rubrik: papierkorb nachrichten
Es mag ja sein, dass der Schockrocker Marylin Manson (muss man den kennen?) die Stripperin Dita von Teese heiraten will, aber muss er das unbedingt in Berlin tun?
Die „Neue Presse“ orakelte bereits, ob das Paar von „Schröders Gruselkabinett“ angezogen worden wäre oder von der Kälte und Finsternis, die das Führungsduo der beiden Unionspartien umweht. Tja, da spürt man richtig den Eiseshauch, nicht wahr?
Seit Frau von Teese bei der deutschen Ausgabe von Gentlemens Quartely als „Kolumnistin“ gehandelt wird, lange ich mir an den Kopf – und lasse die GQ am Kiosk, wo sich bei derart „qualifizierten“ Kolumnistinnen auch hingehört. Es mag ja sein, dass manchen Männern äußerst warm ums Herz (na ja, bleiben wir mal bei Herz) wird, wenn sie Frau von Teese sehen, aber bei ihrer Schreibe geht nun mal der beste Seemann über Bord.
Also, Mitmenschen: Bei mir erfahrt ihr nichts über die Heirat der Busenschönheit mit diesem Rocker – aber damit ihr immer schön aktuell bleibt, hier der Link zu den neusten Nachrichten. In Deutsch und in Englisch.
Für die Liebhaber der Stripperin hier noch ein zweiter Link. Das war es dann aber wirklich.
English: Sorry, I do not write about the marriage of a man named Marylin Manson and a girl named Dita von Teese. But if you need to know the latest news, get them from Google – or look at some pictures of the stripper queen.
Die „Neue Presse“ orakelte bereits, ob das Paar von „Schröders Gruselkabinett“ angezogen worden wäre oder von der Kälte und Finsternis, die das Führungsduo der beiden Unionspartien umweht. Tja, da spürt man richtig den Eiseshauch, nicht wahr?
Seit Frau von Teese bei der deutschen Ausgabe von Gentlemens Quartely als „Kolumnistin“ gehandelt wird, lange ich mir an den Kopf – und lasse die GQ am Kiosk, wo sich bei derart „qualifizierten“ Kolumnistinnen auch hingehört. Es mag ja sein, dass manchen Männern äußerst warm ums Herz (na ja, bleiben wir mal bei Herz) wird, wenn sie Frau von Teese sehen, aber bei ihrer Schreibe geht nun mal der beste Seemann über Bord.
Also, Mitmenschen: Bei mir erfahrt ihr nichts über die Heirat der Busenschönheit mit diesem Rocker – aber damit ihr immer schön aktuell bleibt, hier der Link zu den neusten Nachrichten. In Deutsch und in Englisch.
Für die Liebhaber der Stripperin hier noch ein zweiter Link. Das war es dann aber wirklich.
English: Sorry, I do not write about the marriage of a man named Marylin Manson and a girl named Dita von Teese. But if you need to know the latest news, get them from Google – or look at some pictures of the stripper queen.
sehpferd - am Dienstag, 5. Oktober 2004, 22:58 - Rubrik: zeit geschehen
Ich blogludere selten, doch nun bin ich mit der Nase drauf gestoßen worden:
Da dichtete nämlich nun jemand:
"O Blogluder, du Unerschrockne
Mach, daß ich meine Tränen trockne,
Wenn ich auf deine Bilder seh,
Dann tut's mit allerorten weh.
Das ist der Sinn, das ist der Zweck?
Ach bitte, tu die Bilder weg!
Ich "... (da unterbrach jemand die Leitung)
Da frage ich mich nun: Ist das ein Flirtversuch? Wie ich höre, sind gerade namhafte Flirtversuche unter Bloggerinnen und Bloggern gelungen, während andere offenbar kläglich gescheitert sind – nun, man wird sehen.
Da dichtete nämlich nun jemand:
"O Blogluder, du Unerschrockne
Mach, daß ich meine Tränen trockne,
Wenn ich auf deine Bilder seh,
Dann tut's mit allerorten weh.
Das ist der Sinn, das ist der Zweck?
Ach bitte, tu die Bilder weg!
Ich "... (da unterbrach jemand die Leitung)
Da frage ich mich nun: Ist das ein Flirtversuch? Wie ich höre, sind gerade namhafte Flirtversuche unter Bloggerinnen und Bloggern gelungen, während andere offenbar kläglich gescheitert sind – nun, man wird sehen.
sehpferd - am Dienstag, 5. Oktober 2004, 19:54 - Rubrik: papierkorb nachrichten
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Laut und deutlich sollen sie zu ihrer strengen Herrin sprechen, die Sklaven, und darüber hat eine Dame der Zunft ein Buch gleichen Namens geschrieben, das nun in einer neuen, gebundenen Ausgabe erscheinen ist.
Simone Schönfuss heißt sie, und sie kam zu dem Beruf eher zufällig: Als Telefonistin von einem Domina-Studio angeheuert, finden sie auch Gefallen daran, einmal das richtige Geschäft kennen zu lernen. Wie manche ihrer Kolleginnen auch, ist sie eine eher schüchterne Frau, die aber lernt, die Rolle der Herrin in den geforderten Variationen zu spielen.
Mich erinnert diese Geschichte sehr an die von „Mistress Chloe“, der Londoner Gemüsehändlertochter, die auch immer dachte, ein scheues Mäuschen zu sein, bevor sie ins Gewerbe der dominanten Damen überwechselte.
Der Wendepunkt kommt, als sie in einen Strudel von gefährlichen Situationen hineingerät, der ihr Leben beinahe beendet hätte: Dies war der Beginn einer schriftstellerischen Tätigkeit, die unter anderem auch zu diesem autobiografischen Buch führte.
via Doloressa
Simone Schönfuss heißt sie, und sie kam zu dem Beruf eher zufällig: Als Telefonistin von einem Domina-Studio angeheuert, finden sie auch Gefallen daran, einmal das richtige Geschäft kennen zu lernen. Wie manche ihrer Kolleginnen auch, ist sie eine eher schüchterne Frau, die aber lernt, die Rolle der Herrin in den geforderten Variationen zu spielen.
Mich erinnert diese Geschichte sehr an die von „Mistress Chloe“, der Londoner Gemüsehändlertochter, die auch immer dachte, ein scheues Mäuschen zu sein, bevor sie ins Gewerbe der dominanten Damen überwechselte.
Der Wendepunkt kommt, als sie in einen Strudel von gefährlichen Situationen hineingerät, der ihr Leben beinahe beendet hätte: Dies war der Beginn einer schriftstellerischen Tätigkeit, die unter anderem auch zu diesem autobiografischen Buch führte.
via Doloressa
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Der Wettbewerb wird härter – auch für Erotikportale. Ticklefight vermeldete bereits am 3. Oktober (und von mir unbemerkt), dass man ab sofort keine neuen Beiträge mehr erwarten darf. Bye, bye, ticklefight.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Zeigt sich auf dem Catwalk ein Nippelchen, sei es absichtlich oder unbeabsichtigt, dann findet man es vielleicht hier wieder. Immerhin 24 solcher „nipple slips“ hat der Sammler schon zusammengetragen. Ich bin überzeugt, er hat kein ftv. Dort gäbe es noch mehr zu sehen.
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
In der Leserbriefspalte meiner Zeitung gab es gestern wieder eine heftige Leserdiskussion über Abtreibungen. Was mir daran auffällt: Auch wenn die Argumente längst ausgetauscht sind, ja, sogar, wenn ein gesellschaftlicher Konsens gefunden wurde, graben die ideologisch orientierten Maulwürfe ständig neue Gänge.
Könnte man nicht einfach sagen: „Obwohl ich den Schutz des menschliche Lebens vertrete, verstehe dich dennoch die Entscheidung einer Mutter, abzutreiben? Nein, kann man nicht? In Deutschland nicht, wo es nie ein „sowohl als auch“ sondern nur ein „entweder oder“ gibt?
Nein, geht nicht, wenn man ein Maulwurf ist. Dann muss man die Gesellschaft wohl ständig untergraben, damit man überall diese kleinen Hügelchen aufbauen kann, die zeigen: Da hat einer mal wieder gebuddelt.
Könnte man nicht einfach sagen: „Obwohl ich den Schutz des menschliche Lebens vertrete, verstehe dich dennoch die Entscheidung einer Mutter, abzutreiben? Nein, kann man nicht? In Deutschland nicht, wo es nie ein „sowohl als auch“ sondern nur ein „entweder oder“ gibt?
Nein, geht nicht, wenn man ein Maulwurf ist. Dann muss man die Gesellschaft wohl ständig untergraben, damit man überall diese kleinen Hügelchen aufbauen kann, die zeigen: Da hat einer mal wieder gebuddelt.
sehpferd - am Dienstag, 5. Oktober 2004, 18:25 - Rubrik: aufgegriffen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Sie sind unauffällig und keine NPD-Wähler. Sie könnten im Büro oder in der Kneipe neben dir sitzen und intelligent diskutieren. Sie können Wähler aller Parteien sein und sogar der extremen Linken angehören. Sie sagen dann, man hätte die D-Mark belassen sollen, diese starke Währung, wissen Sie, und manchmal sagen sie „unsere D-Mark“, so, als hätten sie selbst etwas verloren.
Wenn sie aus dem Westen kommen, sagen sie, der Westen, ha, das war halt was Gescheites, das Gesockse dort in diesen Ländern, nun ja, das ist doch nicht viel wert. Wenn sie aus dem Osten kommen, sagen sie, die DDR, die hätte ja ihre guten Seiten gehabt, aber die Wessis hätten sie ja gekauft.
Natürlich, was sonst? Und dass in Europa ja nur alles Murks ist, das sowieso – das ist am rechten wie am linken Rand feste Meinung, und in der Mitte bisweilen eben auch.
Man kann es mit Humor nehmen. „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederhaben“, sangen die Leute früher, wenn es ihnen zu wohl war. Na, und jetzt hätten sie wahrscheinlich den alten Häuptling der Indianer* (mindetens im Westen) gerne wieder: Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Uff.
*für die Spätgeborenen – Spitzname von Konrad Adenauer
Wenn sie aus dem Westen kommen, sagen sie, der Westen, ha, das war halt was Gescheites, das Gesockse dort in diesen Ländern, nun ja, das ist doch nicht viel wert. Wenn sie aus dem Osten kommen, sagen sie, die DDR, die hätte ja ihre guten Seiten gehabt, aber die Wessis hätten sie ja gekauft.
Natürlich, was sonst? Und dass in Europa ja nur alles Murks ist, das sowieso – das ist am rechten wie am linken Rand feste Meinung, und in der Mitte bisweilen eben auch.
Man kann es mit Humor nehmen. „Wir wollen unseren alten Kaiser Wilhelm wiederhaben“, sangen die Leute früher, wenn es ihnen zu wohl war. Na, und jetzt hätten sie wahrscheinlich den alten Häuptling der Indianer* (mindetens im Westen) gerne wieder: Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Uff.
*für die Spätgeborenen – Spitzname von Konrad Adenauer
sehpferd - am Dienstag, 5. Oktober 2004, 11:40 - Rubrik: einig fallerland
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Mir fiel dieser Tage auf, dass die Hilton-Erbin Paris eigentlich nur immer auf Modefotos wirklich schön ist, während ihr Gesicht auf allen anderen Bildern immer merkwürdig leblos wirkt. Möglicherweise, weil sie immer dieselben, wie einstudiert wirkenden Posen einnimmt, wie den Leuten von dieser Webseite auffiel.
Nun will das Star-Magazin gar wissen, dass Paris Hilton zur vollkommenen Schönheit noch etwas fehlt – diesmal nicht im Gesicht.
via jimmiz und via fleshbot
Nun will das Star-Magazin gar wissen, dass Paris Hilton zur vollkommenen Schönheit noch etwas fehlt – diesmal nicht im Gesicht.
via jimmiz und via fleshbot
Was wären die Pussygeschichten ohne die „Five Barrison Sisters“? Nun, sie waren ab September 1894 die Attraktion des Berliner Cabarets „Wintergarten“. Zum Höhepunkt ihres Auftritts zeigten sie sich mit fünf jungen Kätzchen, die sie, wie ein Zeitgenosse berichtet, „aus ihren Pompadours“ hervorziehen und „sie lachend in das Publicum hineinstrecken", und er ergänzt, "(dann) weiß man wirklich nicht, was man mehr bewundern soll, die niedlichen Thierchen oder ihre noch niedlicheren Herrinnen“.
Die „Herrinnen“ klemmten derweil die Kätzchen zwischen die Schenkel und sagen dieses frivole Lied:
“I have a little cat
I like her like a pet
But I want to have a Wauwau, Wauwau”
Dabei sahen sie so unschuldig aus der Wäsche, dass es den Herren ganz glibberig ums Herz wurde. Oder giftig ums Hirn – denn die Kritiker schrieben böse Dinge über ihre „Karpfenmäulchen“, die die „obszönsten Locklieder“ ins Publikum stießen.
Nun ja, anno dazumal. Da war Erotik noch einfach hervorzubringen.

The Five Sisters Barrison

(Auszug aus dem ersten Bild, bearbeitet)
The original © of the two photos shown here is unknown
Die „Herrinnen“ klemmten derweil die Kätzchen zwischen die Schenkel und sagen dieses frivole Lied:
“I have a little cat
I like her like a pet
But I want to have a Wauwau, Wauwau”
Dabei sahen sie so unschuldig aus der Wäsche, dass es den Herren ganz glibberig ums Herz wurde. Oder giftig ums Hirn – denn die Kritiker schrieben böse Dinge über ihre „Karpfenmäulchen“, die die „obszönsten Locklieder“ ins Publikum stießen.
Nun ja, anno dazumal. Da war Erotik noch einfach hervorzubringen.

The Five Sisters Barrison

(Auszug aus dem ersten Bild, bearbeitet)
The original © of the two photos shown here is unknown
sehpferd - am Montag, 4. Oktober 2004, 19:32 - Rubrik: heute - damals
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Uwe Ludwig Horn, besser bekannt als „Roy“ des Magier-Duos Siegfried & Roy, wurde gestern 60 Jahre alt. Was über ihn und seinen Geburtstag an die Öffentlichkeit dringt, ist nach wie vor Teil der Siegfried & Roy Show: Veröffentlich wird, was Publicity bringt und woran irgendjemand verdient. Die Show freilich ist seit einem Jahr vorbei. Roy wurde lebensgefährlich verletzt und ist nach wie vor nicht wieder richtig auf den Beinen. Kaum bemerkt, aber auch wichtig: Die Siegfried & Roy Show bestand nicht nur aus den beiden Deutschen, sondern noch aus etwa dreihundert anderen Personen. Sie alle verloren von einem tag auf den anderen ihren Arbeitsplatz.
Soweit die Show. Doch dies erschein mir wichtiger: Gefragt, was ihm die ständig neuen Show-Ideen gäbe, sagte Siegfried, der treibende Teil der Showpartner, man habe eben früher kein Spielzeug gehabt, sondern habe sich vorstellen müssen, dass irgendein Gegenstand irgendetwas anderes sei – und dann sei eben dieser Gegenstand zu einem Wunder geworden.
Wer glauben zu machen vermag, dass ein Holzstück ein Feuer speiender Drache ist hat offenbar mehr von dem fantastischen, energiereichen Lebensmut als jemand, der denselben Drachen fix und fertig im Spielwarengeschäft kaufen kann.
Eine mögliche Schussfolgerung: In Wahrheit sind die Kinder der Armen reich, während die Kinder der Reichen arm sind.
Soweit die Show. Doch dies erschein mir wichtiger: Gefragt, was ihm die ständig neuen Show-Ideen gäbe, sagte Siegfried, der treibende Teil der Showpartner, man habe eben früher kein Spielzeug gehabt, sondern habe sich vorstellen müssen, dass irgendein Gegenstand irgendetwas anderes sei – und dann sei eben dieser Gegenstand zu einem Wunder geworden.
Wer glauben zu machen vermag, dass ein Holzstück ein Feuer speiender Drache ist hat offenbar mehr von dem fantastischen, energiereichen Lebensmut als jemand, der denselben Drachen fix und fertig im Spielwarengeschäft kaufen kann.
Eine mögliche Schussfolgerung: In Wahrheit sind die Kinder der Armen reich, während die Kinder der Reichen arm sind.
sehpferd - am Montag, 4. Oktober 2004, 18:28 - Rubrik: zeit geschehen
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Als unsere Vorfahren noch wild in der Savanne herumstreiften, konnte es sein, dass hinter dem nächsten Busch ein Artgenosse saß, der vorher nicht bekannt war. Falls jener Artgenosse nicht getötet werden wollte, tat er gut daran, sich in Freundesabsicht zu nähern – freundlich eben.
Der bekleidete Affe hat von dem, was seine Vorfahren taten, noch viel gemein: man nähere sich dem Fremden freundlich, vor allem in seinem (oder auch ihrem) Revier. Hat man als männliches Exemplar amouröse Absichten, so erkundige man sich wohlwollend nach den vorhandenen Oberaffen, bevor man sich den Weibchen nähert.
Jüngste Forschungen sollen ergeben haben, dass die Evolution in den letzten Jahrzehnten beachtliche Fortschritte gemacht hat: Demnach wird die Freundlichkeit sozusagen zum Selbstzweck: Man will nicht als unfreundlich gelten und gestatten den männlichen Exemplaren, auch solchen zweifelhafter Herkunft, die Begattung freizügig.
In anderen Affenpopulationen der bekleideten Art haben sich weibliche Jägerinnen herausgebildet, die ihrerseits durch den so genannten „Begattungsblick“ kundtun, dass sie bereit und in der Lage währen, mit einem vorhandenen männlichen Exemplar zu kopulieren, was dem Vernehmen nach nicht immer erfolgreich ist. Manche Äffin bedient sich der inzwischen erfundenen äffischen Zeichensprache „Blogschrift“ genannt, um darüber lauthals zu lamentieren.
Wie man hört, hat in Affenkreisen eine rege und lebhaft geführte Diskussion darüber begonnen, ob das Nähern in freundlicher Absicht und die Kopulation einen inneren Zusammenhang hätten. Sicher scheint hingegen zu sein, dass feindliche Übernahmen im zwischenäffischen Bereich nicht toleriert werden. Der Kernsatz: „Zum Vollzug der Kopulation erscheint Freundesverhalten unerlässlich zu sein“, dessen Verwendung in letzter Zeit in freier Wildbahn beobachtet worden sein soll, hat also offenbar nach wie vor eine gewisse Berechtigung.
Der bekleidete Affe hat von dem, was seine Vorfahren taten, noch viel gemein: man nähere sich dem Fremden freundlich, vor allem in seinem (oder auch ihrem) Revier. Hat man als männliches Exemplar amouröse Absichten, so erkundige man sich wohlwollend nach den vorhandenen Oberaffen, bevor man sich den Weibchen nähert.
Jüngste Forschungen sollen ergeben haben, dass die Evolution in den letzten Jahrzehnten beachtliche Fortschritte gemacht hat: Demnach wird die Freundlichkeit sozusagen zum Selbstzweck: Man will nicht als unfreundlich gelten und gestatten den männlichen Exemplaren, auch solchen zweifelhafter Herkunft, die Begattung freizügig.
In anderen Affenpopulationen der bekleideten Art haben sich weibliche Jägerinnen herausgebildet, die ihrerseits durch den so genannten „Begattungsblick“ kundtun, dass sie bereit und in der Lage währen, mit einem vorhandenen männlichen Exemplar zu kopulieren, was dem Vernehmen nach nicht immer erfolgreich ist. Manche Äffin bedient sich der inzwischen erfundenen äffischen Zeichensprache „Blogschrift“ genannt, um darüber lauthals zu lamentieren.
Wie man hört, hat in Affenkreisen eine rege und lebhaft geführte Diskussion darüber begonnen, ob das Nähern in freundlicher Absicht und die Kopulation einen inneren Zusammenhang hätten. Sicher scheint hingegen zu sein, dass feindliche Übernahmen im zwischenäffischen Bereich nicht toleriert werden. Der Kernsatz: „Zum Vollzug der Kopulation erscheint Freundesverhalten unerlässlich zu sein“, dessen Verwendung in letzter Zeit in freier Wildbahn beobachtet worden sein soll, hat also offenbar nach wie vor eine gewisse Berechtigung.
sehpferd - am Montag, 4. Oktober 2004, 12:19 - Rubrik: wundersames
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Dieser Tage wird sich zeigen, ob die Gewerkschaft ver.di verantwortlich im Sinne der Beschäftigten des Warenhauskonzerns Karstadt handeln kann oder nicht. Was bisher von der als nicht eben flexiblen Gewerkschaft bekannt wurde, ist nichts mehr als die übliche Gewerkschaftspolemik (Beschäftigungssicherung in allen Bereichen des Konzerns, Standortsicherung sowie Erhalt von Tarifvertrag und -bindung in allen Karstadt-Abteilungen). Man darf gespannt sein, ob heute in Kassel so etwas wie das angekündigte „eigene Sanierungskonzept“ tatsächlich vorgestellt wird – und wenn, ob es den Namen verdient.
Freilich, verantwortlich für die Misere sind nicht die Mitarbeiter, sondern die Manager des Konzerns. Doch zwischen Vorwerfen, Anklagen und sonstigen Heißsporn-Äußerungen und dem Entwurf, der Gestaltung und der Durchführung eines neuen Konzepts liegen Welten. Man sehen, ob ver.di nicht nur etwas ankündigen, sondern auch etwas leisten kann.
Ver,di Vorstandsmitglied Franziska Wiethold machte im Spiegel-Interview jedenfalls eine bessere Figur als die üblichen Betonköpfe. Sie weiß jedenfalls, was ein Kunde ist: Er seit schnell verloren, und ihn wiederzugewinnen, brauche einen langen Atem, sagte sie dem Spiegel. Wenn nur der gesamte Handel nach diesem Motto arbeiten würde, stünde es um die Händler vermutlich nicht so schlecht.
Freilich, verantwortlich für die Misere sind nicht die Mitarbeiter, sondern die Manager des Konzerns. Doch zwischen Vorwerfen, Anklagen und sonstigen Heißsporn-Äußerungen und dem Entwurf, der Gestaltung und der Durchführung eines neuen Konzepts liegen Welten. Man sehen, ob ver.di nicht nur etwas ankündigen, sondern auch etwas leisten kann.
Ver,di Vorstandsmitglied Franziska Wiethold machte im Spiegel-Interview jedenfalls eine bessere Figur als die üblichen Betonköpfe. Sie weiß jedenfalls, was ein Kunde ist: Er seit schnell verloren, und ihn wiederzugewinnen, brauche einen langen Atem, sagte sie dem Spiegel. Wenn nur der gesamte Handel nach diesem Motto arbeiten würde, stünde es um die Händler vermutlich nicht so schlecht.
sehpferd - am Montag, 4. Oktober 2004, 09:23 - Rubrik: wirtschaft im blick
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Warum diese Bilder im Premium-Bereich von NERVE sind, vermag ich wirklich nicht zu sagen: lauter harmlose kleine Pussys und Wuffs, die bei Menschen im Bett liegen, still und friedlich. Wer selber einmal eine Katze oder einen Hund hatte, weiß, wie schwer die Viecher sie aus dem Bett zu bringen sind – wenn sie einmal drin sind. Ach, die gehören nichts in Bett? Schon, schon, aber sagen sie das mal einer Katze.

© of the original photo: Peter Gorman – this is just a cutout
(Man kann bei Nerve auch zahlendes Mitglied werden – wer an Fotografie interessiert ist, für den lohnt es sich vielleicht).

© of the original photo: Peter Gorman – this is just a cutout
(Man kann bei Nerve auch zahlendes Mitglied werden – wer an Fotografie interessiert ist, für den lohnt es sich vielleicht).
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 23:18 - Rubrik: lichtbilder - photography
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Edith Fischnaller folgt dem umstrittenen Exjournalisten Elias Bierdel im Vorsitz der Hilfsorganisation „Cap Anamur“. Bierdel hatte sich vor wenigen Monaten auf spektakuläre Weise in die Schlagzeilen der Medien katapultiert, was ihm einige Kommentatoren nachträglich als PR-Masche auslegten.
Offenbar erfolgte die Abwahl Bierdels auf einer ganz gewöhnlichen Mitgliederversammlung. Ein Sprecher beeilte sich, zu erklären, dass es nicht die Flüchtlingsaffäre war, die zur Abwahl Bierdels führten, sondern dass es „interne Gründe“ gegeben habe.
Ein „interner Grund“ könnte freilich auch gewesen sein, dass Elias Bierdel dem Ansehen der „Cap Anamur“ durch seine Eskapade Schaden zugefügt hat.
Offenbar erfolgte die Abwahl Bierdels auf einer ganz gewöhnlichen Mitgliederversammlung. Ein Sprecher beeilte sich, zu erklären, dass es nicht die Flüchtlingsaffäre war, die zur Abwahl Bierdels führten, sondern dass es „interne Gründe“ gegeben habe.
Ein „interner Grund“ könnte freilich auch gewesen sein, dass Elias Bierdel dem Ansehen der „Cap Anamur“ durch seine Eskapade Schaden zugefügt hat.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 22:55 - Rubrik: aufgegriffen
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Einverstanden mit dem Satz? Na bitte. Irgendwelche pubertären Sprücheklopfer haben daraus gemacht: „Wer ficken will, muss freundlich sein“. Wer dem einen Satz dem anderen gegenüberstellt, wird natürlich Unterschiede entdecken.
Was mich wundert: Wer benutzt eigentlich solche Zotensätze wirklich? Ich kann mich nicht erinnern, solche einen Satz in meiner weitesten Umgebung schon einmal gehört zu haben. Ja, es gibt einen Musiktitel, und ja, es gibt T-Shirts. Über die „quietschgelbe Vinylscheibe“ gleichen Namens der Gruppe „ATOMSPIONE“ gibt es sogar eine Besprechung im Internet. Doch denke ich, dass durchaus Lebensumgebungen existieren, die sich solchen Sprüchen verweigern – und ab und an kann man den Rotznasen, die so reden, auch einmal auf die Finger klopfen.
Die Initialzündung zu diesem Beitrag kam von hier.
Was mich wundert: Wer benutzt eigentlich solche Zotensätze wirklich? Ich kann mich nicht erinnern, solche einen Satz in meiner weitesten Umgebung schon einmal gehört zu haben. Ja, es gibt einen Musiktitel, und ja, es gibt T-Shirts. Über die „quietschgelbe Vinylscheibe“ gleichen Namens der Gruppe „ATOMSPIONE“ gibt es sogar eine Besprechung im Internet. Doch denke ich, dass durchaus Lebensumgebungen existieren, die sich solchen Sprüchen verweigern – und ab und an kann man den Rotznasen, die so reden, auch einmal auf die Finger klopfen.
Die Initialzündung zu diesem Beitrag kam von hier.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 22:35 - Rubrik: aufgegriffen
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Falls der Chef fragt, was sie da gerade mit dem Fotokopierpapier machen, sagen sie einfach „ich falte mir gerade einen Penis“ – vermutlich wird dies als Antwort reichen. Herren könnten sagen, dass sie gerade eine Vagina falten, denn beides ist möglich, wie dieser Artikel, der wieder auf eine Webseite verweist, belegt.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 18:28 - Rubrik: seltsame welt
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Das Leben im Büro ist ja immer wieder ein beliebtes Thema in Blogs – vor allem, wenn man selbst gut dasteht und die anderen eine schlechte Figur machen. Keine Panik: Vielleicht könnte der erste Tag im Büro so aussehen? Nudeln mache es möglich, heißt es.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 18:10
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Achtzig Stripklubs, so berichtet die FAZ, gäbe es allein in Moskau. Der hungrige Voyeur wird demnach das „Rasputin“ schätzen, weil die Kellnerinnen dort angeblich das Dinner nackt servieren, während der durstige Lüstling im „Golden Girls“ am besten auf seine Kosten kommen soll: dort, so heißt es, können man den Wodka nötigenfalls von den Brüsten der Kellnerinnen abschlecken.
Was Russen recht ist, ist Russinnen billig: Sie können sich im „Krasnaja Schapochka“ nach allen Regeln der Kunst verwöhnen lassen. Zahlungsfähigkeit vorausgesetzt, erfüllen ihnen die die dort tätigen Herren jeden Wunsch, schrieb Alia Begisheva für die FAZ.
Nachtrag: Der Klub "Krasnaja Schapochka" der FAZ heißt im World Wide Web eigentlich "Krasnaya Shapochka", was auf Deutsch so viel wie "Rotkäppchen" heißt. Na dann hinein in die Höhle der Wölfe, ihr Rotkäppchen da draußen in Moskau.
Was Russen recht ist, ist Russinnen billig: Sie können sich im „Krasnaja Schapochka“ nach allen Regeln der Kunst verwöhnen lassen. Zahlungsfähigkeit vorausgesetzt, erfüllen ihnen die die dort tätigen Herren jeden Wunsch, schrieb Alia Begisheva für die FAZ.
Nachtrag: Der Klub "Krasnaja Schapochka" der FAZ heißt im World Wide Web eigentlich "Krasnaya Shapochka", was auf Deutsch so viel wie "Rotkäppchen" heißt. Na dann hinein in die Höhle der Wölfe, ihr Rotkäppchen da draußen in Moskau.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 18:02 - Rubrik: seltsame welt
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„Wir haben das Jammern über Deutschland satt“ – unter diesem Motto veröffentlichten 60 Künstler, Manager und Publizisten gestern einen Aufruf in der „Süddeutschen Zeitung“. Auch die PDS hat nach Presseberichten signalisiert, dass sie den Unsinn der so genannten „Montagsdemos“ nicht weiter unterstützen wird.
Somit bleiben als einzige Unterstützer der linkslastigen Anti-Reform-Demonstrationen nur noch die Marxisten-Leninisten, einige versprengte Gewerkschaftler sowie die Attac-Leute, die sich selbst gerne als „Globalisierungsgegner“ bezeichnen, in der Praxis aber vor allem dort mitmischen, wo linke Gruppierungen bereits den Boden für attraktive Publicity für Attac gedüngt haben.
Somit bleiben als einzige Unterstützer der linkslastigen Anti-Reform-Demonstrationen nur noch die Marxisten-Leninisten, einige versprengte Gewerkschaftler sowie die Attac-Leute, die sich selbst gerne als „Globalisierungsgegner“ bezeichnen, in der Praxis aber vor allem dort mitmischen, wo linke Gruppierungen bereits den Boden für attraktive Publicity für Attac gedüngt haben.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 17:42 - Rubrik: einig fallerland
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Es gibt sie noch, die großen Deutschen – wenn man dieser Webseite trauen mag. Da ich von Natur aus misstrauisch gegen Jubelwerbung bin, tue ich es lieber nicht. Unter „Pop und Rock“ lese ich viele neue Namen, aber auch Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg, Nena und Reinhard Mey – Letzterer fördert das Musik-Export-Projekt wohl. Als deutsche Klassiker fanden die Herren Bach und Beethoven Eingang in die „Hall of Fame“ (Verzeihung: Die Ruhmeshalle), und bei Schlager fand ich Bert Kämpfert, Lale Andersen und Udo Jürgens.
Sollte ich jetzt sagen: ein bunt zusammengewürfelter Haufen von teils zweifelhafter Bedeutung? Da würde ich den Herren Bach und Beethoven zweifellos unrecht tun, aber die sind ja schon länger tot und würden mir vielleicht deswegen verzeihen.
Ach, ich wüsste noch ein paar: der deutschtümelnde Bully Buhlan, die ehemals als Jugendidol aufgebaute „saubere“ Cornelia Froboess, der Heimatschnulzensänger Freddy Quinn, der Fließbandproduzent und Ex-Jazzer Hans Last ... fast alle vom brennend heißen Würstchenstand, also sehr erfolgreich, aber mit schwacher kultureller Bedeutung. Aber ist das beim Rest der versammelten Mannschaft wirklich so anders? Rock ist nicht einfach Kultur, nur weil es Rock ist.
Deutschjazzer spielen beim Deutschexport, wie es scheint, auch keine Rolle, selbst dann nicht, wenn sie Erfolg haben: Nein, Klaus Doldinger ist nicht dabei.
Sollte ich jetzt sagen: ein bunt zusammengewürfelter Haufen von teils zweifelhafter Bedeutung? Da würde ich den Herren Bach und Beethoven zweifellos unrecht tun, aber die sind ja schon länger tot und würden mir vielleicht deswegen verzeihen.
Ach, ich wüsste noch ein paar: der deutschtümelnde Bully Buhlan, die ehemals als Jugendidol aufgebaute „saubere“ Cornelia Froboess, der Heimatschnulzensänger Freddy Quinn, der Fließbandproduzent und Ex-Jazzer Hans Last ... fast alle vom brennend heißen Würstchenstand, also sehr erfolgreich, aber mit schwacher kultureller Bedeutung. Aber ist das beim Rest der versammelten Mannschaft wirklich so anders? Rock ist nicht einfach Kultur, nur weil es Rock ist.
Deutschjazzer spielen beim Deutschexport, wie es scheint, auch keine Rolle, selbst dann nicht, wenn sie Erfolg haben: Nein, Klaus Doldinger ist nicht dabei.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 13:06 - Rubrik: kult und kultur
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Ja wirklich – was ist los mit der Wachturmgesellschaft? Letztens waren sie vor zwei Jahren da – und ich habe sie mir wirklich einmal angeschaut, die beiden Damen – bin extra vom dritten Stock die Treppe heruntergegangen, denn in meine Wohnung lasse ich sie natürlich nicht: Sie trinken keinen Rotwein und man wird sie nicht wieder los, was mich beides stets verstimmt.
Verständlicherweise wollten sie mit mir nicht sprechen – sondern mit meiner Frau. Wen immer sie dafür gehalten haben mögen: Damit konnte ich zu diesem Zeitpunkt gerade nicht dienen.
Hier mal einer, der sich bereits Sorgen darüber macht. Nicht über mich. Über die Zeugen Jehovas.
Verständlicherweise wollten sie mit mir nicht sprechen – sondern mit meiner Frau. Wen immer sie dafür gehalten haben mögen: Damit konnte ich zu diesem Zeitpunkt gerade nicht dienen.
Hier mal einer, der sich bereits Sorgen darüber macht. Nicht über mich. Über die Zeugen Jehovas.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 12:15 - Rubrik: glaube und aberglaube
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Das wöchentliche Geblubber aus den Algen
Tag der Einheit, wieder einmal im Inland verbracht – hier kommt man ja nicht umhin, täglich von Zoff und Hickhack zu lesen: lauter kleinkariertes Brimborium um Ossis und Wessis. Hohlreden in den Demokratiepalästen, Hohlsprüche auf den Transparenten der Neo-Kommunisten – das ist alles, was von diesem Tag bleiben wird. Ich brauche erst gar nicht zu ergänzen: viel zu wenig.
Dabei sollten die Deutschen sich längst Europa zugewandt haben – aber das verträgt Deutschland wohl noch nicht. Das deutsche Schneewittchen liegt ja noch in Watte aufgebahrt – wehe, jemand entreißt ihm den Apfel: Er muss mit wüstesten Beschimpfungen rechnen. Gewiss, das ist bildlich gesprochen. Weniger bildlich: Nun lasst uns doch alle bitte mal in die Zukunft aufbrechen. Die heißt Europa und hat andere Themen als Lernmittelfreiheit, Studiengebühren, Rechtschreibreform und Schlagerquote.
Apropos Schlagerquote: Das Thema hat mir eine lebhafte Diskussion eingebracht – die war zwar beabsichtigt, doch hatte ich erwartet, dass es mehr Befürworter der Schlagerquote geben würde. So erkläre ich denn, dass mich die Interviews und Aktionen von Frau Antje Vollmer weiterhin empören: Es gibt schon im Übermaß Deutschschnulzen und Pseudoheimatlieder. Ich verkenne dabei keinesfalls, dass es auch Schriftsteller unter den Sängern und Sänger unter den Schriftstellern gibt – nur haben diese eine ganz andere Bedeutung. Sie würden auch dann nicht nennenswert gesendet, wenn es die Quote gäbe – ein schönes Beispiel dafür ist der Kurzbrenner „Jazz und Lyrik“ gewesen. Die Sparte ist verschwunden, weil es keinen Bedarf dafür gab.
Etwas anderes hat mich amüsiert: Die Meinung, die ich hier bisweilen kundtue, ist zwar meist meine Meinung, aber nicht meine einzige. Ich kann sie, wenn ich will, beliebig differenzieren, oder eben auch vereinfachen. Leider muss man in Blogs ausgesprochen plakativ schreiben, wenn man gelesen oder gar verstanden werden will: Über Meret Oppenheim zu schreiben verbietet sich da von selbst.
So lernt man, dass man zwar belächelt wird, wenn man sich über die (ja, wirklich) zweitrangigen Sex- und Nacktthemen hermacht, dass es aber andererseits für differenzierte Betrachtungen kaum ein Publikum gibt. Dennoch weigere ich mich, nur noch für die Ex-und-hopp-Gesellschaft zu schreiben, denn ob es Leser gibt oder nicht – ganz verkommen lassen sollten wir den Geist und die Kultur doch nicht.
Tag der Einheit, wieder einmal im Inland verbracht – hier kommt man ja nicht umhin, täglich von Zoff und Hickhack zu lesen: lauter kleinkariertes Brimborium um Ossis und Wessis. Hohlreden in den Demokratiepalästen, Hohlsprüche auf den Transparenten der Neo-Kommunisten – das ist alles, was von diesem Tag bleiben wird. Ich brauche erst gar nicht zu ergänzen: viel zu wenig.
Dabei sollten die Deutschen sich längst Europa zugewandt haben – aber das verträgt Deutschland wohl noch nicht. Das deutsche Schneewittchen liegt ja noch in Watte aufgebahrt – wehe, jemand entreißt ihm den Apfel: Er muss mit wüstesten Beschimpfungen rechnen. Gewiss, das ist bildlich gesprochen. Weniger bildlich: Nun lasst uns doch alle bitte mal in die Zukunft aufbrechen. Die heißt Europa und hat andere Themen als Lernmittelfreiheit, Studiengebühren, Rechtschreibreform und Schlagerquote.
Apropos Schlagerquote: Das Thema hat mir eine lebhafte Diskussion eingebracht – die war zwar beabsichtigt, doch hatte ich erwartet, dass es mehr Befürworter der Schlagerquote geben würde. So erkläre ich denn, dass mich die Interviews und Aktionen von Frau Antje Vollmer weiterhin empören: Es gibt schon im Übermaß Deutschschnulzen und Pseudoheimatlieder. Ich verkenne dabei keinesfalls, dass es auch Schriftsteller unter den Sängern und Sänger unter den Schriftstellern gibt – nur haben diese eine ganz andere Bedeutung. Sie würden auch dann nicht nennenswert gesendet, wenn es die Quote gäbe – ein schönes Beispiel dafür ist der Kurzbrenner „Jazz und Lyrik“ gewesen. Die Sparte ist verschwunden, weil es keinen Bedarf dafür gab.
Etwas anderes hat mich amüsiert: Die Meinung, die ich hier bisweilen kundtue, ist zwar meist meine Meinung, aber nicht meine einzige. Ich kann sie, wenn ich will, beliebig differenzieren, oder eben auch vereinfachen. Leider muss man in Blogs ausgesprochen plakativ schreiben, wenn man gelesen oder gar verstanden werden will: Über Meret Oppenheim zu schreiben verbietet sich da von selbst.
So lernt man, dass man zwar belächelt wird, wenn man sich über die (ja, wirklich) zweitrangigen Sex- und Nacktthemen hermacht, dass es aber andererseits für differenzierte Betrachtungen kaum ein Publikum gibt. Dennoch weigere ich mich, nur noch für die Ex-und-hopp-Gesellschaft zu schreiben, denn ob es Leser gibt oder nicht – ganz verkommen lassen sollten wir den Geist und die Kultur doch nicht.
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Deutschland vom Ausland aus zu sehen, ist einfach. Da ist also dieses berühmt berüchtigte zentraleuropäische Volk, das nach dem Zusammenbruch alle Kräfte bündelte, um im Westen einen wirtschaftlichen blühenden Staat mit wachsender Demokratie hinzukriegen, während man im Osten einen immerhin leidlichen Wirtschaftsaufschwung mit stalinistischer Gesellschaftsordnung aufbaute. Seit längerer Zeit sind diese beiden Staaten doch wiedervereinigt, nicht wahr? Da haben sie doch sicher die vielen guten Kräfte der Wirtschaft, die Intelligenz und die Schaffenskraft der Menschen gebündelt und sind zu Synergien gekommen?
Der Deutsche im Ausland sieht betreten zu Boden: Nein, haben wir nicht. Haben wir versäumt. Haben wir nicht gekonnt. Haben wir vermasselt. Nicht alles, aber viel zu viel.
Der Wanderer zwischen den Welten kehrt zurück und macht sich Gedanken. Hört die Weisen und die Leute auf der Straße. „Mut und Gelassenheit“, so liest er, sei das Richtige für den heutigen Tag. Er nimmt es zur Kenntnis, glaubt aber weder an den Mut noch an die Gelassenheit der Deutschen. Dann liest er die Themen, die Deutschland angeblich so sehr bewegen, dass Zeitungen sich herablassen, darüber zu schreiben: Rechtschreibreform und Schlagerquote. Ertappt sich dabei, dass er diesen Mist immer begeistert aufgreift.
Im Grunde genommen liegt Deutschland im Schneewittchensarg – selbst die fleißigen Zwerge haben es schon aufgegeben. Es muss doch wohl möglich sein, den vergifteten Apfel der Selbstgefälligkeit noch einmal wieder aus dem Scheewittchemund zu entfernen? Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
Der Deutsche im Ausland sieht betreten zu Boden: Nein, haben wir nicht. Haben wir versäumt. Haben wir nicht gekonnt. Haben wir vermasselt. Nicht alles, aber viel zu viel.
Der Wanderer zwischen den Welten kehrt zurück und macht sich Gedanken. Hört die Weisen und die Leute auf der Straße. „Mut und Gelassenheit“, so liest er, sei das Richtige für den heutigen Tag. Er nimmt es zur Kenntnis, glaubt aber weder an den Mut noch an die Gelassenheit der Deutschen. Dann liest er die Themen, die Deutschland angeblich so sehr bewegen, dass Zeitungen sich herablassen, darüber zu schreiben: Rechtschreibreform und Schlagerquote. Ertappt sich dabei, dass er diesen Mist immer begeistert aufgreift.
Im Grunde genommen liegt Deutschland im Schneewittchensarg – selbst die fleißigen Zwerge haben es schon aufgegeben. Es muss doch wohl möglich sein, den vergifteten Apfel der Selbstgefälligkeit noch einmal wieder aus dem Scheewittchemund zu entfernen? Ich gebe die Hoffnung nicht auf.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 10:52 - Rubrik: einig fallerland
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen
Wer über Sex schreibt, kommt nicht umhin, auch die wachsende Anzahl von triebhaften Sexkonsumenten im Auge zu behalten. Das Thema wurde kürzlich auf der 2. Klinischen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung behandelt – das ist gut so. Wie es teilweise in die Presse kam, ist weniger gut.
Schlecht, wenn man über solche ein Thema nicht schreiben kann, sogar dann, wenn einem eine dpa-Meldung vorliegen sollte. So dichtete ein gewisser „Joe“ vom „Börsenreport“: „Psychotherapeuten wollen in Deutschland eine Häufung von Sexsüchtigen beobachtet haben. Dieses Geheimnis sickerte bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung in Münster durch".
Eine Häufung von Sexsüchtigen in Deutschland? Ein Geheimnis? Und es ist wirklich durchgesickert? In diesem Stil plappert der Autor munter weiter, Erkenntnisse seitens der Forscher seinen genau so „schwierig“ zu erhalten wie Bekenntnisse der Süchtigen.
Folgt die Krönung: „Eine wirksame psychotherapeutische Behandlung der Sexsucht dauert nach Angaben des Paar(-a)psychologen mindestens ein Jahr. Ohne eine solche Therapie sei ein Ausweg aus der Abhängigkeit vom unkontrollierten Sexualverhalten kaum zu finden.“
Fragt sich, wo er den Paar(-a)psychologen her hat. Wahrscheinlich wollte er „Paartherapeuten“ schreiben, aber auch dies wäre hier nicht ganz treffend gewesen. (dpa schrieb „Paarpsychologen“, was auch reichlich gewagt ist, aber immerhin verständlich gewesen wäre).
Der Rest dieses Artikels und mehrerer anderer, die professioneller geschrieben sind, geht freilich zulasten der Psychotherapeuten: Sie müssen uns Übrigen noch erklären, was sie unter einem „unkontrollierten“ Sexualverhalten verstehen und wann sie statt „Lust“ das Wort „Abhängigkeit“ gebrauchen wollen. Bliebe hinzuzufügen: Eine „wirksame psychotherapeutische Behandlung“ bei Süchten – von den stofflichen Süchten bis hin zu den Verhaltenssüchten hatte bislang so gut wie keine Aussicht auf Erfolg – es gab sie einfach nicht. Bestenfalls konnte man von „psychologischer Begleitung“ anderer therapeutischer Maßnahmen sprechen.
Steffen Fliegel, der Tagungsleiter, wird in dem dpa-Artikel auch mit der kühnen Behauptung zitiert „die Sucht (sei also) gelernt und nicht angeboren“. Damit dürfte er in ein Wespennest gestoßen sein, dann anderwärts streitet man noch vehement darüber, was Süchte auslöst und wie sie manifest werden. Nun ja. Gegenüber der Presse kann man es sich ja mal einfach machen.
Schließlich machen die Damen und Herren Verbandsmitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung“ noch einen deutschen Kardinalfehler: Obwohl das „freie und übermäßige“ Angebot an Sexseiten und entsprechenden Chats von ihnen bereits als Verursacher deklariert wurde, fehlen ihnen dafür die Beweise. Niemand würde in Deutschland von einem „freien und übermäßigen“ Angebot von Alkohol sprechen, nur, weil es eine beachtliche Zahl von Alkoholikern gibt.
Die Initialzündung für diesen Artikel gab Jim.
Schlecht, wenn man über solche ein Thema nicht schreiben kann, sogar dann, wenn einem eine dpa-Meldung vorliegen sollte. So dichtete ein gewisser „Joe“ vom „Börsenreport“: „Psychotherapeuten wollen in Deutschland eine Häufung von Sexsüchtigen beobachtet haben. Dieses Geheimnis sickerte bei einer Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung in Münster durch".
Eine Häufung von Sexsüchtigen in Deutschland? Ein Geheimnis? Und es ist wirklich durchgesickert? In diesem Stil plappert der Autor munter weiter, Erkenntnisse seitens der Forscher seinen genau so „schwierig“ zu erhalten wie Bekenntnisse der Süchtigen.
Folgt die Krönung: „Eine wirksame psychotherapeutische Behandlung der Sexsucht dauert nach Angaben des Paar(-a)psychologen mindestens ein Jahr. Ohne eine solche Therapie sei ein Ausweg aus der Abhängigkeit vom unkontrollierten Sexualverhalten kaum zu finden.“
Fragt sich, wo er den Paar(-a)psychologen her hat. Wahrscheinlich wollte er „Paartherapeuten“ schreiben, aber auch dies wäre hier nicht ganz treffend gewesen. (dpa schrieb „Paarpsychologen“, was auch reichlich gewagt ist, aber immerhin verständlich gewesen wäre).
Der Rest dieses Artikels und mehrerer anderer, die professioneller geschrieben sind, geht freilich zulasten der Psychotherapeuten: Sie müssen uns Übrigen noch erklären, was sie unter einem „unkontrollierten“ Sexualverhalten verstehen und wann sie statt „Lust“ das Wort „Abhängigkeit“ gebrauchen wollen. Bliebe hinzuzufügen: Eine „wirksame psychotherapeutische Behandlung“ bei Süchten – von den stofflichen Süchten bis hin zu den Verhaltenssüchten hatte bislang so gut wie keine Aussicht auf Erfolg – es gab sie einfach nicht. Bestenfalls konnte man von „psychologischer Begleitung“ anderer therapeutischer Maßnahmen sprechen.
Steffen Fliegel, der Tagungsleiter, wird in dem dpa-Artikel auch mit der kühnen Behauptung zitiert „die Sucht (sei also) gelernt und nicht angeboren“. Damit dürfte er in ein Wespennest gestoßen sein, dann anderwärts streitet man noch vehement darüber, was Süchte auslöst und wie sie manifest werden. Nun ja. Gegenüber der Presse kann man es sich ja mal einfach machen.
Schließlich machen die Damen und Herren Verbandsmitglieder der „Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung“ noch einen deutschen Kardinalfehler: Obwohl das „freie und übermäßige“ Angebot an Sexseiten und entsprechenden Chats von ihnen bereits als Verursacher deklariert wurde, fehlen ihnen dafür die Beweise. Niemand würde in Deutschland von einem „freien und übermäßigen“ Angebot von Alkohol sprechen, nur, weil es eine beachtliche Zahl von Alkoholikern gibt.
Die Initialzündung für diesen Artikel gab Jim.
sehpferd - am Sonntag, 3. Oktober 2004, 10:15 - Rubrik: presse im blick
noch nichts dazu gesagt - etwas dazu sagen


